Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Der Norden Das ist Norddeutschlands „Apfel des Jahres 2018“
Nachrichten Der Norden Das ist Norddeutschlands „Apfel des Jahres 2018“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 11.05.2018
Der „Rote Brasil“ ist Norddeutschlands „Apfel des Jahres 2018“. Quelle: Konau 11 Natur e.V.
Anzeige
Darchau

Sie tragen Zigtausende weiße Blüten, ihre Stämme sind knorrig und bieten unzähligen Insekten ein Zuhause: Zehntausende alte Apfelbäume stehen im nordöstlichsten Zipfel Niedersachsens an den Alleen und auf den Streuobstwiesen der Elbtalaue. Eine Sorte aus der Region hat es jetzt zu einer besonderen Auszeichnung gebracht: Der „Rote Brasilienapfel“ aus dem Amt Neuhaus ist von einem Gremium, dem auch der Pomologen-Verein angehört, zum „Apfel des Jahres 2018“ in Norddeutschland ernannt worden.

Der „Rote Brasil“ ist eine alte und sehr seltene regionale Sorte. Lange Zeit galt sie in Deutschland als nahezu ausgestorben, doch nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie wiederentdeckt: im Amt Neuhaus, Landkreis Lüneburg. Ihren Namen erhielt die Apfelsorte nach Auskunft des Pomologen-Vereins vermutlich deshalb, weil ihre Farbe an den Brasilienholzbaum erinnert.   

Der Mann, der den „Roten Brasil“ in dieser Gegend wohl am meisten liebt und am besten kennt, heißt Hermann Stolberg. Der 60-Jährige ist eigentlich Chemieingenieur, aber in seiner Freizeit beschäftigt er sich am liebsten mit Apfelbäumen, bevorzugt alten Sorten. „Äpfel schlagen die Brücke in die Kindheit“, sagt Stolberg. „Der Geruch, der Geschmack: Alles erinnert an Idylle.“ Sein Interesse an alten Äpfeln ist so groß, dass er immer wieder nach ihm unbekannten Sorten sucht. Ende der Neunzigerjahre wurde er im Amt Neuhaus fündig: Insgesamt 15 sogenannte Reliktbäume des „Roten Brasils“ entdeckten Hermann Stolberg und seine Apfelfreunde in der Gegend östlich der Elbe. „Die Exemplare waren allesamt sehr alt, wohl um die 90 Jahre, und in keinem guten Zustand“, erzählt er.

2013 startete Stolberg mit einer Gruppe Gleichgesinnter des Vereins Konau 11 ein Sortenerhaltungsprojekt: Aus Mutterbäumen entnahmen sie die Edelreiser, eine Baumschule übernahm den fachlichen Rest. Der Versuch war erfolgreich: Aus den ersten zwei kleinen Bäumchen wurden 20, und heute gedeihen rund 200 neue „Rote Brasil“ nahe der Elbe.

Der Verein gab die Bäumchen zum Selbstkostenpreis ab, und der Zuspruch in der Bevölkerung war laut Stolberg schnell da. „Wir haben die Sorte gerettet“, sagt er nicht ohne Stolz in der Stimme. Ähnlich wie die Bäume und Sträucher im Deichvorland der Elbe, könne auch der „Rote Brasil“ gut mit „nassen Füßen“ umgehen, erzählt der Apfelfreund. „Die meisten Wiesen sind bei Hochwasser überflutet. Ein ,Cox Orange’ würde dicke Backen machen, aber der ,Brasil’ hat sich den geologischen Gegebenheiten angepasst.“ 

Der Brasilienapfel ist zwischen Mitte September und Mitte Oktober pflückreif. Lange zu lagern sind die Früchte nicht – sie schmecken am besten frisch. Je mehr Sonne die Äpfel bekommen, desto dunkelroter werden sie, und sie wirken durch eine Wachsschicht mitunter sogar rot-blau. 

Die Sorte gilt als gefährdet – und bis auf die Bäume im Amt Neuhaus gibt es nur vereinzelte Exemplare in Mecklenburg-Vorpommern und den übrigen Teilen von Niedersachsen. Der Verein Konau 11, ansässig am östlichen Elbufer im kleinen Dörfchen Konau, will daher eine möglichst genaue Sortenbeschreibung anfertigen. „Diese Beschreibung leiten wir dann an das Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins weiter“, sagt Julia Gerdsen vom Verein. „Wir möchten den Menschen zeigen, wie einfach es ist, einen Beitrag zum Sortenerhalt zu leisten und seine eigenen Bäumchen zu veredeln.“

Auch Stolberg hilft immer wieder mit im Verein, hält Vorträge und gibt Seminare. „Das Thema Obstbäume ist ein Wahnsinnstrend“, sagt er. „Manchmal haben wir nicht einmal genügend Stühle, damit alle sitzen können. Es kommen immer mehr Leute zu uns, die sich mit alten Äpfeln beschäftigen wollen.“

Von Carolin George

Aufregung im Zoo Osnabrück: Dort sind am Montag zwei Mantelaffen-Weibchen  aus ihrem Gehege ausgebrochen. Der Zoo hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

07.05.2018

Bei der Explosion einer kleinen Rohrbombe in Kirchdorf (Kreis Diepholz) sind am Sonnabend ein achtjähriges Kind und der Vater verletzt worden.

07.05.2018

Schwerer Unfall auf der A39 bei Braunschweig am Montagmorgen: Eine 45-Jährige ist mit einem mit Kindern besetzten Kleinbus auf einen Kieslastwagen aufgefahren. Dabei starb die Frau, fünf Kinder wurden schwer verletzt.

07.05.2018
Anzeige