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Der Norden Dauerproblem: Die Asse im Kreis Wolfenbüttel
Nachrichten Der Norden Dauerproblem: Die Asse im Kreis Wolfenbüttel
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08:40 03.04.2017
So ging’s los: Arbeiter transportieren am 4. April 1967 die ersten 60 Fässer mit radioaktivem Atommüll in das ehemalige Salzbergwerk Asse II. Quelle: dpa
Remlingen

Warum wurde die Asse damals als Atommülllager ausgewählt?

Als in den Sechzigerjahren die ersten Reaktoren den Betrieb aufnahmen, wurde die Frage nach der Lagerung der radioaktiven Abfälle akut. Der Bund kaufte das Bergwerk Asse, das kurz zuvor die Salzgewinnung eingestellt hatte. Von 1967 bis 1978 wurde dort schwach- und mittelradioaktiver Atommüll entsorgt. Warnungen, dass Wasser einlaufen könnte, wurden ausgeblendet.

Warum gilt die Asse als Negativbeispiel für die Atommülllagerung?

Die Asse zeigt ohne Frage, wie eine sichere Endlagerung nicht funktioniert. Seit dem Jahr 1988 laufen bis zu 12 000 Liter Wasser täglich in das marode Bergwerk, und die Stabilität ist gefährdet. Der Skandal kam erst 2008 ans Licht - und ein Untersuchungsausschuss im niedersächsischen Landtag hat mehr als drei Jahre lang versucht, die möglichen Schlampereien rund um das Atommülllager aufzuklären.

Hat Deutschland daraus gelernt?

Ja. Gerade beginnt die Suche nach einem deutschen Endlager für hoch radioaktiven Atommüll, das Mitte des Jahrhunderts in Betrieb gehen soll. Eine Million Jahre lang soll der strahlende Abfall aus Reaktoren dort möglichst sicher lagern. Wegen der schlechten Erfahrungen mit der Asse steht im Gesetz, dass der Atommüll auch dann noch 500 Jahre lang „rückholbar“ sein muss, wenn das Endlager schon verschlossen ist - falls etwas schiefgeht. Der Bundesrat stimmte am Freitag dem Gesetz zu.

Wie ist die aktuelle Situation in der Asse?

Im April 2013 trat mit der „Lex Asse“ das Gesetz zur Rückholung der Abfälle und der Stilllegung der Anlage in Kraft. Bis ein passendes Endlager zur Verfügung steht, sollen die Fässer in ein Zwischenlager kommen. Die Suche dafür war im Sommer 2014 aber auf Eis gelegt worden. Der Grund war ein Streit zwischen dem zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem „Asse-II-Koordinationskreis“, der die Interessen der Region und von Bürgerinitiativen vertreten soll. 2016 hat das BfS wieder mit der Suche nach einem Zwischenlager begonnen.

Was kritisieren Umweltschützer?

Der „Asse-II-Koordinationskreis“ wirft dem Bundesamt vor, dass es nach acht Jahren in der Verantwortung kein detailliertes Gesamtkonzept für die Rückholung gibt. Der Terminplan sei nicht durch Fakten begründet und zentrale Fragestellungen etwa nach einsetzbaren Geräten und Technik nicht ansatzweise geklärt. Dieser Kritik entgegnet das BfS, dass es sich bei der Rückholung der radioaktiven Abfälle um ein weltweit einmaliges Projekt handelt. Es gebe keine Vorlagen oder Orientierungspunkte. Das führe dazu, dass Arbeiten sich verzögern und länger dauern als erhofft.

Welche Lösung wird für den radioaktiven Abfall angestrebt?

Konkret stehen Arbeiten und Planungen zur Bergung der radioaktiven Abfälle an. Nach Angaben des BfS ist die Rückholung der einzig verbleibende Weg, um dem Atomrecht zu entsprechen. Als wichtigste Teilprojekte dafür gelten der Bau eines neuen Schachtes sowie eines Zwischenlagers für die Abfälle.

Wer ist für den Betrieb und die Lagersuche verantwortlich?

Im März hat der Bundestag die Regeln und Kriterien für die Suche nach einem deutschen Endlager für hoch radioaktiven Atommüll beschlossen. Dadurch gehen die Betreiberaufgaben für alle Endlagerprojekte und damit auch die Suche nach einem Zwischenlager an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) über, die dem Bund gehört, aber privatrechtlich organisiert ist. Die Gesellschaft befindet sich im Aufbau und soll noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen. Die atomrechtliche Aufsicht über alle Endlager liegt beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgung (BfE).

von Christian Brahmann und Teresa Dapp

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