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Der Norden So war der Entdeckertag in Hannover und der Region
Nachrichten Der Norden So war der Entdeckertag in Hannover und der Region
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Der Entdeckertag dürfte das Fest mit der höchsten Luftballondichte im Jahresverlauf sein. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Wenn es einen Publikumspreis beim Regionsentdeckertag gäbe, wäre die Deutsche Bahn ein Favorit. An ihrem Stand auf dem Opernplatz pumpen Hans Roth und seine Kollegin im Sekundentakt Luftballons auf. Das tun viele andere auch, der Entdeckertag dürfte das Fest mit der höchsten Luftballondichte im Jahresverlauf sein. Bei der Bahn aber gibt es heliumgefüllte Ballons in Zugform, und das führt dazu, dass die Schlange 20 Meter und mehr misst. Der zweieinhalbjährige Arian hat sich davon nicht abschrecken lassen. „Wenn wir hier vorbeigegangen wären, hätte es Ärger gegeben“, sagt seine Mutter Shilan.

Rund 200 Stände stehen auf dem zentralen Entdeckerfest in der Innenstadt, die Vielfalt ist beeindrucken. Einen der kleinsten hat die Aktion Deutsche Sprache am Kröpcke aufgebaut, die gegen Anglizismen und für den Erhalt der Schreibschrift eintritt. „Zum Mitmachen gibt es hier nichts, aber die Leute kommen trotzdem“, sagt Vorstandsmitglied Peter Wannemacher. So gesehen gehört auch die deutsche Sprache zu den Gewinnern des Tages.

Während sich unten auf dem Platz immer mehr Menschen zwischen den Ständen und den Bühnen hindurchschieben, lädt oben auf der Terrasse des Opernhauses Regionspräsident Hauke Jagau zum Empfang. Das Entdeckerfest feiert 30. Geburtstag, Thomas Hinz hat es von Anfang an organisiert. Er zieht ein Programmheft von der Premiere aus der Jackentasche, eines der wenigen, das es noch gibt. Schmal ist es, bestückt mit Schwarz-Weiß-Fotos und mit Gutscheinen für eine Limonade oder ein Würstchen zum Preis von einer Mark. „1987 gab es 15 Touren und ein paar Stände auf dem Kröpcke“, erzählt er.

Inzwischen ist die Veranstaltung ziemlich groß geworden. Wenn das Wetter mitspielt - was am Sonntag unbedingt der Fall war - kommen 200.000 Besucher. 110.000 davon blieben in der City, der Rest machte sich mit Bus oder Bahn auf eine der 33 Touren. „Blicke hinter die Kulissen und Führungen standen dieses Mal besonders hoch im Kurs“, resümiert Regionssprecher Klaus Abelmann. 2500 Entdecker versuchten sich als Hobbypaläontologen im Steinbruch Sehnde-Höver, 2000 ließen sich auf der Deponie in Wunstorf-Kolenfeld die Feinheitender Restmüll- und Wertstoffbearbeitung erklären. Den Vogel schoss das Bundesbank-Traditionshaus am Georgsplatz ab. Ihr Angebot unter dem Motto „Geld, Gold und mehr“ wurde von 6000 Besuchern förmlich überrannt.

Am Ende trafen sich viele vor der Hauptbühne beim Abschlusskonzert mit den A-Capella-Lokalmatadoren von Maybebop wieder. „Der Entdeckertag war schon bei seiner Premiere eine gute Idee und ist es bis heute“, sagte Jagau.

Das ist der Entdeckertag

Der Entdeckertag ist einst als Werbeaktion für den öffentlichen Nahverkehr ins Leben gerufen worden. Deshalb gelten an diesem Tag traditionell günstigere Tarife in Bussen und Bahnen. Im gesamten Tarifgebiet des Großraum Verkehr Hannover (GVH) kann man als Einzelreisender mit einem Tagesticket für eine Zone (5,20 Euro) in allen Zonen unterwegs sein. Gleiches gilt für das Tagesgruppenticket für bis zu fünf Personen, das zonenübergreifend 10 Euro kostet.

Weil einige Tourenziele außerhalb des GVH-Tarifgebietes im sogenannten zweiten Außenring liegen, akzeptieren die Nahverkehrsunternehmen Deutsche Bahn, Metronom und Erixx auf den Strecken dorthin ebenfalls diese Fahrscheine. Alle genannten Regeln beziehen sich ferner auf die Tagestickets für Kinder und Erwachsene im Sozialtarif.    

Bernd Haase