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Der Norden Darf die AfD beim FC Landtag mitspielen?
Nachrichten Der Norden Darf die AfD beim FC Landtag mitspielen?
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00:35 25.05.2018
„Haben uns noch nicht gefunden in dieser Saison“: Die Parlamentsmannschaft in Niedersachsen hat seit der Wahl noch kein Spiel absolviert – unter anderem wegen der AfD. Quelle: Privat
Hannover

Der FC Landtag hat eine lange Geschichte. Seit 41 Jahren spielen Abgeordnete aller Fraktionen gemeinsam – für schöne Tore und den guten Zweck. Doch jetzt hat das Traditions-Team ein Problem. Wie geht man um mit der AfD? Der FC Landtag hat in dieser Legislaturperiode noch kein einziges Spiel bestritten. Man habe sich noch nicht organisiert, sagt Volker Meyer, der für die CDU mitkickt. „Wir haben uns noch nicht gefunden in dieser Saison“, meint Helge Limburg von den Grünen.

Das könnte eine mögliche Erklärung sein – wäre da nicht die AfD, die Partei aus der rechten Ecke, die es den etablierten Parteien mit ihren provokativen Auftritten schwer macht, eine einheitliche Position zu finden.

Der FC Bundestag hat bereits entschieden, dass er die AfD nicht generell des Feldes verweisen will. Die Fraktionen in Berlin wollen im Einzelfall prüfen, wer mitspielen darf und wer nicht. Verkappte Nazis und andere Foulspieler sehen aber bereits vor dem Anpfiff Rot. Fünf AfD-Politiker hatten sich bei der Bundestagsmannschaft angemeldet, drei dürfen jetzt mitmachen.

Im niedersächsischen Landtag schiebt man die Entscheidung noch vor sich her. „Man kann die AfD nicht grundsätzlich ausschließen, weil sie Teil des Parlaments ist“, meint Teamchef Stefan Klein (SPD). „Im Einzelfall kann es aber sein, dass ein Mitspielen im Team nicht mehrheitsfähig ist", gibt Klein den Ball geschickt weiter zu Helge Limburg. „Wir müssen einen Umgang mit der AfD finden“, sagt der Grünen-Parlamentsgeschäftsführer. Er würde nicht mit jedem AfD-Abgeordneten spielen. Und erst recht nicht mit jedem Fraktionsmitarbeiter.

Die anderen vier Fraktionen füllen bei Personalproblemen ihre Teams gerne mit Mitarbeitern auf. Auch in der Landtagsverwaltung gibt es einige begabte Kicker, die für den FC-Landtag die Fußballstiefel schnüren.

Björn Försterling hätte generell kein Problem, mit der AfD zu spielen. Der FDP-Politiker hat früher in der 2. Mannschaft des SV Wendessen in Wolfenbüttel gekickt – mit einem Hooligan und einem Steinewerfer aus dem schwarzen Block. „Mich hat das nicht gestört“, sagt Försterling. Ein Problem sieht er allerdings bei repräsentativen Auftritten, die eine Landtagsmannschaft ja schließlich auch hat. Ob die AfD das respektiere, „was wir zum Ausdruck bringen wollen“, da habe er Zweifel. Vielleicht sei es doch nicht sinnvoll, wenn die AfD mitspiele, sinniert Försterling. Eine abschließende Meinung hat er dazu noch nicht.

Volker Meyer ist da eindeutig. „Ich würde die nicht ausschließen.“ Die AfD sei demokratisch gewählt, also gehöre sie auch dazu. „Solange sie sich den Gepflogenheiten anpassen, habe ich kein Problem damit“, sagt Meyer.

Und was sagt die AfD selbst zum Fußball? Wie man hört, würde der eine oder andere in der Fraktion schon gerne dem runden Leder nachjagen, aber offiziell hat sich die AfD erst einmal auf die Tribüne gesetzt. „Wir wurden schon gefragt, ob wir mitmachen wollen“, sagt Fraktionssprecher Benjamin Günther. „Aber wir haben keine Kapazitäten gesehen, weil wir eine kleine Fraktion sind.“

Gemeint ist damit wohl aber nur das Hallen-Turnier der Fraktionen. Denn für Spiele der gemeinsamen Mannschaft des Landtags haben sich laut Stefan Klein bereits zwei AfD-Abgeordnete angemeldet. Und einer davon ist bei den anderen Fraktionen nicht wohl gelitten – er gilt unter anderen Parlamentskollegen als Nazi. Zur Nagelprobe könnte es bei einem Turnier der Parlamentsmannschaften im Herbst in Berlin kommen – den vielleicht ersten Spielen nach der längeren Pause.

Ein Abgeordneter hat eine Idee, wie man das Problem lösen könnte. Die AfDler müssten sich in einer Erklärung formal von Rassismus distanzieren. „Wenn sie es nicht unterschreiben, dann sind sie raus.“

Der Landtag spielt für den guten Zweck

Der FC Landtag wurde 1977 gegründet. Bei dem Team handelt es sich um einen Zusammenschluss von Abgeordneten aller Landtagsfraktionen. Unterstützt wird die Mannschaft von Mitarbeitern der Fraktionen, der Abgeordneten, der Ministerien und der Landtagsverwaltung. Gespielt wurde an Spielorten in ganz Niedersachsen und in jedem Fall für einen guten Zweck.

Die Einnahmen aus Eintrittserlösen und Spenden gehen oft an soziale Projekte vor Ort wie Wohlfahrtsverbände, Sportangebote für Kinder und Jugendliche oder Kindergärten. So fand etwa im April 2005 ein großes Benefizspiel zwischen den Landtagen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in Nordhorn statt. Der Erlös floss an ein Elternhaus krebskranker Kinder an der Universität Münster sowie an den Verein Füreinander e.V. aus Lingen, der behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterstützt. Jährlich gibt es zudem ein von den Fraktionen selbst finanziertes, internes Landtagshallenfußballturnier. Organisator ist immer der Vorjahressieger.

Von Marco Seng

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