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Der Norden Ostfriesentee und „Kluntje“ für die Kanzlerin
Nachrichten Der Norden Ostfriesentee und „Kluntje“ für die Kanzlerin
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14:05 13.07.2017
Neuharlingersiel bereitet sich auf den Besuch von Angela Merkel vor. Quelle: dpa

Jürgen Peters weiß schon, was er der Kanzlerin schenkt. „Thiele Silber und Kluntje“ - also Ostfriesentee aus Emden und Kandiszucker. „Das gab es auch schon 2013 beim ersten Besuch“, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister von Neuharlingersiel. CDU-Chefin Angela Merkel beginnt dort am Freitag ihre Sommertour. 2013 war sie schon einmal in dem pittoresken 1000-Einwohner-Ort direkt am Wattenmeer. Auch damals stand eine Bundestagswahl an.

Wie vor vier Jahren dürfte Merkel am frühen Nachmittag per Helikopter einschweben. Geplant ist ein kurzer Rundgang durch den Hafen, vielleicht ein Plausch mit Fischern, die von Neuharlingersiel auch auf Krabbenfang gehen. Es folgt eine Rede und weiter geht's nach Heiligenhafen in Schleswig-Holstein und anschließend Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern. Früher hieß das Bäder-, heute Sommertour.

In Neuharlingersiel, wo sich zur Hochsaison schon mal 9000 Touristen zu den 1000 Einheimischen gesellen, soll am Freitag eine der Live-Webcams im Internet auf die Bühne im Hafen ausgerichtet werden. Soweit die Idee. „Nur Bild, kein Ton, aber immerhin“, sagt die Sprecherin des Kurvereins Neuharlingersiel, Susanne Mäntele.

Auch Kapitän Dirk Sander, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei, hofft, dass er Frau Merkel am Hafen ein, zwei Sätze mit auf den Weg geben kann. „Sollte das klappen, würde ich ihr gerne sagen, dass wir Angst um unsere Fanggebiete haben“, sagt Sanders mit Blick auf Windparks und Naturschutzgebiete. Er weiß, wovon er redet, war über vier Jahrzehnte auf See mit seinem Kutter, den jetzt sein Sohn steuert.

Bürgermeister Peters sieht den Besuch auch als „großer Wertschätzung“ für den Ort. Dass die Kanzlerin binnen einer Woche gleich zwei „bedeutende norddeutsche Hafenstädte“, nämlich Hamburg und Neuharlingersiel besuche, das freue ihn schon sehr, sagte er augenzwinkernd. 2013 sei man wohl ein guter Gastgeber gewesen. Ein typischeres Geschenk als Ostfriesentee gibt es kaum. „Wir trinken hier wenigstens drei Tassen am Tag“, erzählt Peters. „Und die Ostfriesen haben den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch noch vor den Arabern und Engländern.“

Ob Merkel viel Zeit zum Teetrinken hat, das ist aber ungewiss. Ihr Terminkalender ist voll. Am Donnerstagvormittag war sie in Paris, abends wollte sie das diplomatische Corps auf Schloss Meseberg empfangen und überhaupt: Es ist das erste Wochenende nach dem stressigen G20-Gipfel in Hamburg. „Einfach wohlfühlen“ solle sich die Kanzlerin deshalb in Niedersachsen, sagte CDU-Landeschef Bernd Althusmann. Er wird Merkel bis zur Bundestagswahl noch öfters sehen, denn bis 24. September plant sie sieben Auftritte in Niedersachsen, wo im Januar 2018 ein neuer Landtag gewählt wird.

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