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Buchhandlungen kämpfen weiter um ihr Überleben

Niedersachsen Buchhandlungen kämpfen weiter um ihr Überleben

Schon seit vielen Jahren wird kleinen Buchläden das Aussterben prognostiziert. Zu stark sei die Konkurrenz durch das Internet. Viele Läden können sich zwar trotz sinkender Umsätze halten. Die Branche plagen aber zunehmend auch Nachwuchssorgen.

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Außer der Konkurrenz durch große Ketten und den Onlinehandel plagen den Buchhandel in Niedersachsen auch große Nachwuchssorgen.

Quelle: Marijan Murat/dpa (Symbolbild)

Hannover/Bremen.  Ihren Kampf ums Überleben müssen Buchläden immer häufiger an mehreren Fronten führen. Außer der Konkurrenz durch große Ketten und den Onlinehandel plagen den Buchhandel in Niedersachsen auch große Nachwuchssorgen. Die Ausbildungszahlen seien rückläufig, was zu schwierigen Situationen an den Berufsschulen geführt habe, heißt es von der Industrie- und Handelskammer in Niedersachsen (IHKN). Der Fachkräftemangel und die Unternehmensnachfolge stellen die Buchläden nach Ansicht der Kammern vor Probleme.

Vor allem der klein- und mittelständische Sortimentsbuchhandel erlebe einen Strukturwandel, etwa durch den harten Wettbewerb mit dem Onlinehandel oder den demografischen Wandel. „Wir beobachten jedoch, dass sich der stationäre Buchhandel all diesen Herausforderungen durchaus aktiv und kreativ stellt“, sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt. Dazu gehörten etwa gastronomische Angebote oder Spezialaktionen wie Männerbuchwochen. 

Die Zahl der Buchhandlungen ist nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels stabil. Nach den jüngsten verfügbaren Daten gab es 2015 in Niedersachsen 395 Buchhandlungen und damit eine mehr als im Jahr zuvor. In Bremen waren es 2015 mit 27 Buchhandlungen zwei mehr als 2014. „Der Eindruck, dass viele Buchhandlungen schließen müssen, ist nicht korrekt“, sagt Carola Markwa, Geschäftsführerin des Landesverbands Nord des Börsenvereins. Vor allem im ländlichen Raum werde es aber immer schwieriger, Buchhandlungen wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. 

Aber auch in den Städten sieht es nicht rosig aus. „Rückläufige Kundenfrequenzen in den Innenstädten und eine zunehmende Medienkonkurrenz machten sich im Buchhandel verstärkt bemerkbar“, sagt der Sprecher des Börsenvereins, Thomas Koch, mit Blick auf die bundesweite Entwicklung. 

Der Umsatz im Buchhandel sank zuletzt um 3 Prozent. „Wenig erfreulich“, meint Ralf Harrendorf, Geschäftsführer der Braunschweiger Buchhandlung Pfankuch, auf die Frage nach dem Geschäftsverlauf. Durch Expansionstrieb der Ketten hätten kleine und mittlere Buchhandlungen mit allgemeinem Sortiment massiv Kunden verloren. 

„Das größte Problem ist jedoch der Onlinehandel“, sagt auch Harrendorf. Eine Konkurrenz, die nicht händelbar sei wie der Mitbewerber vor Ort, sondern die Innenstädte als Ganzes betreffe. Und Plattformen wie YouTube hätten Auswirkungen etwa auf den Ratgebermarkt. „Da ging und geht Umsatz flöten, der nicht kompensierbar ist“, erlebt Harrendorf. 

Sowohl der Börsenverein als auch die Handelskammer meinen aber, dass die Branche etwa durch eigene Online-Shops und Lesungen aktiv und kreativ auf den Wandel reagiert. „Es gibt weiter Neugründungen“, betont Börsenverein-Geschäftsführerin Markwa und nennt exemplarisch die Buchhandlungen Buntentor und Logbuch in Bremen.

Von dpa

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