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Der Norden Bremen baut Europas modernstes Raumschiff
Nachrichten Der Norden Bremen baut Europas modernstes Raumschiff
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06:00 21.11.2017
Start in zwei Jahren: Ingenieure arbeiten am „Orion“-Servicemodul. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Bremen

Im Inneren von Europas modernstem Raumschiff sieht es wüst aus. Kabelstränge in vielen unterschiedlichen Farben winden sich aus Wänden, dazwischen verlaufen unzählige Rohre und Leitungen. Auf drei Ebenen gleichzeitig arbeiten Monteure, um die vielen Tausend Einzelteile einzubauen. Dass sie dabei den Überblick behalten, erscheint Außenstehenden wie ein Wunder. In naher Zukunft soll das Raumschiff die Menschheit so weit ins All bringen wie noch nie. Da muss jede Schraube sitzen.

Mit Klebeband und Pinzette

„Die Sicherheit der Astronauten steht an vorderster Stelle“, sagt Chefingenieur Matthias Gronowski. Er leitet beim Raumfahrtkonzern Airbus in Bremen den Bau des Europäischen Servicemoduls (ESM), das zusammen mit der Astronautenkapsel die künftige US-Raumfähre „Orion“ bildet. Voraussichtlich Ende 2019 soll „Orion“ nach den Plänen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu einem ersten unbemannten Testflug ins All starten - und zwar zum Mond. Die Mission soll das Raumschiff bis zu 64.000 Kilometer hinter den Erdtrabanten führen. „Dort war noch kein Mensch“, sagt Gronowski. Für die Ingenieure ist das eine besondere Herausforderung, denn das Raumschiff wird in den Mondschatten fliegen, wo es extrem kalt ist.

Ein paar Meter von dem Servicemodul entfernt baumelt eine Box an einem schweren Haken. Eine Ingenieurin schneidet an einem Tisch Klebeband zurecht, zupft es mit der Pinzette vorsichtig ab und reicht es einer Technikerin. Diese befestigt damit Thermalfolie an der Box, die die sensible Elektronik im Inneren vor Hitze und Kälte schützen soll.

Noch am selben Tag wollen Monteure die Box im Mittelteil des Raumschiffs einbauen. „Es ist etwas hektisch heute“, sagt Gronowksi. In ein paar Tagen wollen die Ingenieure einen Drucktest machen - also schauen, ob die Schweißnähte und Leitungen des Antriebssystems dicht sind. „Kurz vor Weihnachten wollen wir anfangen, dem ESM Leben einzuhauchen.“ Das heißt: Strom fließt, Datenverbindungen stehen, und die Sensoren können arbeiten.

Bemannter Flug im Jahr 2021

Im nächsten Jahr wird Airbus das Servicemodul an die Nasa liefern. Während das Modul am Ende des Testflugs in der Erdatmosphäre verglühen wird, soll die Astronautenkapsel, gebremst von Fallschirmen, sicher auf dem Meer landen.

„Alles hängt von diesem Start ab. Damit können wir beweisen, dass Reisen ins tiefe All möglich sind“, sagt die Nasa-Direktorin Ellen Ochoa, als sie sich bei einem Besuch in Bremen über den Baufortschritt informiert. Die Zusammenarbeit mit der europäischen Schwesterorganisation Esa, in deren Auftrag Airbus das Servicemodul für 390 Millionen Euro entwickelt und baut, sieht sie als einen ersten Schritt. Bemannte Missionen zum Mond oder Mars seien nur als internationale Kooperation möglich, betont sie. Voraussichtlich 2021 soll „Orion“ erstmals Astronauten befördern.

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