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Der Norden Bleiben die Hakenkreuz-Glocken künftig stumm?
Nachrichten Der Norden Bleiben die Hakenkreuz-Glocken künftig stumm?
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09:09 19.09.2017
Löste die Diskussion in Niedersachsen aus: Die „Hitler-Glocke“ in Herxheim am Berg. Quelle: Uwe Anspach/dpa
Hannover

Auf den beiden Glocken, die in der Michaelkirche in Faßberg (Kreis Celle) sowie im Turm der Kreuzkirche in Schweringen bei Nienburg hängen, sind nach Angaben des Landeskirchenamtes Hakenkreuze sowie ein Luftwaffenadler abgebildet.

Die evangelisch-lutherische Landeskirche hatte in den vergangenen Wochen alle ihre 1262 Gemeinden zwischen Hann. Münden und der Nordsee befragt, ob solche Glocken vor Ort noch existieren. Sie empfiehlt, die Glocken stillzulegen. Hintergrund ist der Fall der „Hitler-Glocke“ im pfälzischen Herxheim am Berg. Seit Monaten wird darüber diskutiert, ob die Glocke mit Hakenkreuz und der Inschrift „Alles fuer’s Vaterland Adolf Hitler“ abgehängt werden soll.

„Der Problematik bewusst“

„Die betroffenen Gemeinden sind sich der Problematik bewusst“, sagte Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover. Die Gemeinden beraten nun darüber, was mit den Glocken geschehen soll. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir nach der geschichtlichen Aufarbeitung mit diesen Glocken weiterhin zu Gottesdiensten oder zum Beispiel zu Friedensgebeten einladen“, erklärte de Vries.

In Faßberg-Müden hängt die Glocke in der Kirche, die nach der Schaffung des Fliegerhorstes 1934 entstand. Auf die besondere Glocke weist die Gemeinde seit Längerem hin, sie will sie als Mahnung verstanden wissen. „Die Gemeinde hat sich im Laufe der Jahre entschieden, mit diesem Erbe offen umzugehen“, sagt Pastor Rudolf Blümcke. Wegen Reparaturarbeiten wird die Bronzeglocke zurzeit nicht geläutet. Die Gemeinde schildere die Geschichte der 1938 eingeweihten ehemaligen Garnisonkirche und der Glocke in einer Broschüre, im Internet und bei Führungen, erläuterte Vizepräsident de Vries: „Sie gibt so Gelegenheit, das Erbe des Nationalsozialismus aufzuarbeiten.“

Kirchenvorstand distanziert sich

In Schweringen indes hatte man sich bisher nicht groß mit der Glocke auseinandergesetzt, das soll nun folgen. Die dortige Kapellengemeinde hat inzwischen als Eigentümerin der Kirche beschlossen, die Glocke erst einmal stillzulegen, ihre Geschichte aufzuarbeiten und dann über eine endgültige Lösung zu beraten. Der Kirchenvorstand distanzierte sich in einer Erklärung von den Symbolen auf der Glocke: „Wir werden uns fragen, wie es damals dazu kommen konnte, dass eine protestantische Gemeinde ein nationalsozialistisches Symbol in ihrer Kirche aufgehängt hat.“

In den anderen evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen sowie in den beiden katholischen Bistümern sind keine Glocken mit entsprechenden Prägungen aus der Nazi-Zeit bekannt.

Michael Evers

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