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Der Norden Minister Lies gibt Insekten eine Chance
Nachrichten Der Norden Minister Lies gibt Insekten eine Chance
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00:35 25.05.2018
Gelten als bedrohte Art, die Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies schützen will: Die Biene, hier im Anflug auf eine Rapsblüte. Quelle: picture alliance / Michael Reich
Hannover

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat kurz nach Pfingsten einen Werbefeldzug zum Schutz der Biene gestartet. Lies warb am Dienstag dafür, möglichst auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten. „Wir dürfen nicht länger die Augen verschließen: Insekten verlieren Lebensraum und Nahrungsquellen. Deshalb muss der Einsatz von Pestiziden verringert werden“, sagte Lies. Sein Appell richte sich auch an die Landwirtschaft. Es sei aber gut, dass die EU-Kommission erst kürzlich die Verwendung von drei besonders umstrittenen Insektiziden im Freiland verboten habe.

33,5 Millionen für Naturschutz

Das Land Niedersachsen hat in diesem Jahr 750.000 Euro in einem Programm zum Erhalt der biologischen Vielfalt reserviert, ebenso viel wie im vergangenen Jahr. Lies kündigte an, hier noch ausbauen zu wollen. Insgesamt gibt das Land im Jahr nach Angaben des Umweltministeriums 33,5 Millionen Euro für Naturschutzmaßnahmen aus: „Das werden wir unbedingt verstetigen.“

Minister gibt „Flower Power“

Lies’ Kampagne „Kein Sommer ohne Summen – Flower Power für Wildbiene, Hummel und Co.“ zielt vor allem auf einen Bewusstseinswandel von Konsumenten aber auch Agrarproduzenten ab. Kürzlich leerte Lies dafür auch die Regale eines Supermarktes, um zu veranschaulichen, was alles im Sortiment fehlen würde, wenn die Bienen nicht mehr „arbeiten“ könnten.

Nach seinen Worten benötigten 85 Prozent der Pflanzenarten für ihre Fortpflanzung und Vermehrung die Bestäubung von Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen. Doch allein in Deutschland gelten laut Lies mehr als die Hälfte der 600 Wildbienenarten mittlerweile als gefährdet. Die Auswirkungen auf das Ökosystem seien gravierend, da die Insekten eine Schlüsselfunktion in den natürlichen Nahrungsketten hätten.

Bienen brauchen Randstreifen

Besonderes Augenmerk will der Umweltminister auf intakte und blühende Wegstreifen und Feldränder richten, die Schutz- und Lebensraum nicht nur für Insekten böten. Zähle man die zahlreichen Randstreifen zusammen, käme man auf eine Fläche, die größer sei als die der ausgewiesenen Schutzgebiete, heißt es im hannoverschen Umweltministerium.

In einem Brief will der Minister an alle Kommunen appellieren, die blühenden Wegstreifen zu erhalten und möglichst noch auszubauen. Gleichzeitig kündigte Lies eine umfangreiche Datenerhebung zu dem Thema an, ein sogenanntes Insektenmonitoring. Aus dieser Datensammlung will er dann ein niedersächsisches Handlungskonzept gegen das Insektensterben entwickeln – „in enger Abstimmung mit dem Bund, der eine Art Leitfaden vorgeben muss“.

Von Michael B. Berger

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