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Der Norden So kommt der Ausbau der Ganztagsschule voran
Nachrichten Der Norden So kommt der Ausbau der Ganztagsschule voran
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00:15 20.10.2017
Von Saskia Döhner
Mittagessen für die Kinder gehört an den Ganztagsschulen dazu. Derzeit besuchen in Niedersachsen knapp die Hälfte der Schüler eine Ganztagsschule. Quelle: Roland Weihrauch
Hannover

Dazu seien rund 31.400 zusätzliche Lehrer und 16.200 pädagogische Fachkräfte wie Erzieher und Sozialpädagogen nötig. Jährlich fielen dafür rund 2,6 Milliarden Euro mehr Personalkosten an, und die kommunalen Schulträger müssten insgesamt rund 15 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die Klaus Klemm und Dirk Zorn für die Bertelsmann-Stiftung erstellt haben. Sie wird heute in Gütersloh vorgestellt.

In Niedersachsen gab es im Schuljahr 2015/16 für rund 49 Prozent der Schüler Ganztagsangebot, damit liegt das Land deutlich über dem Bundesschnitt von 39 Prozent. Im Ranking der Länder kommt es hinter Spitzenreiter Hamburg (91,5 Prozent), Sachsen (77,5), Berlin (65,8) und Thüringen (51,5) an fünfter Stelle. 

Von der neuen Bundesregierung fordert Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, dass der Ganztagsaussbau Priorität haben müsse: "Gute Ganztagsschulen sind ein Motor für die Chancen von Kindern."

Zwar gibt es heute viermal so viele Ganztagsschulen wie 2000. Aber nach dem Ende des Bundesinvestitionsprogramms 2009 habe der Ausbau an Tempo verloren, bemängelt Dräger. Wenn es weiter so schleppend laufe, werde es noch 40 Jahre dauern, bis 80 Prozent der Kinder Ganztagsangebote nutzen könnten. Er fordert den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz, schließlich werde dies von drei Vierteln der Eltern gewünscht. Auch der Krippenausbau habe erst durch die Einführung des Rechtsanspruchs an Fahrt gewonnen.  

Massiver Ausbau in Niedersachsen

An Ganztagsschulen bestehen nach Ansicht des niedersächsischen Kultusministeriums gute Lernchancen für alle Schüler. Mit Lehrkräften, die auch am Nachmittag in der Schule präsent seien, werde umfassende pädagogische Förderung möglich. Gute Ganztagsschulen erhöhten nicht nur die Bildungschancen für Kinder, sondern leisteten auch einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sagte am Dienstag: „Deshalb hat das Land Niedersachsen die Ganztagsschulen in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut  Die Bertelsmann-Studie bestätigt die positive Entwicklung in Niedersachsen: Wir sind in der Spitzengruppe im Ländervergleich. Das gilt für die reine Anzahl an Ganztagsschulplätzen, aber auch für die Qualität der Angebote. Dies nicht zuletzt, weil wir sehr bewusst auch Lehrerstunden in großer Anzahl für den Ganztag bereitstellen. Nach Ansicht der Landesregierung muss diese Qualität auch zukünftig abgesichert bleiben.“

 Derzeit besuchen mehr als die Hälfte aller niedersächsischen Schülerinnen und Schüler eine Ganztagsschule. Rund 70 Prozent aller öffentlichen allgemein bildenden Schulen sind Ganztagsschulen (rund 1.800). In diesem Schuljahr waren 74 neue Ganztagsschulen gegründet worden. Zwischen 2017 und 2021 investiert die Landesregierung insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro in den Ausbau des Ganztags. „Wir haben die Weichen gestellt, damit sich unsere Ganztagsschulen auch qualitativ weiterentwickeln und den Schülern sowie den Eltern ein attraktives Bildungsangebot machen können. Hieran sollte in den kommenden Jahre angeknüpft werden", sagte Heiligenstadt. „Der weitere Ausbau sowie die erforderliche Sicherung der Qualität in Ganztagsschulen bedürfen gleichwohl einer gemeinsamen Anstrengung von Bund, Ländern und Kommunen.“

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