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Der Norden Bei Steinobst in Niedersachsen droht der Totalausfall
Nachrichten Der Norden Bei Steinobst in Niedersachsen droht der Totalausfall
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21:10 18.08.2017
„Auch bei Äpfeln nur 65 Prozent der Durchschnittsernte in Norddeutschland“: Im Frühjahr konnten einige Bestände durch Frostschutzberegnung gerettet werden. Quelle: Patrick Seeger
Hannover

 Niedersachsens Landwirtschaftsminister Chrstian Meyer (Grüne) spricht von einer „nationalen Katastrophe“ und erwägt finanzielle Hilfe für die betroffenen Landwirte.

„Das bringt eh nichts“

„Bei den Zwetschgen brauche ich keine Leiter an den Baum stellen, das bringt eh nichts“, meint Jan Hauschild. Er ist in der Fachgruppe Obstbau beim Landesbauernverband Niedersachsen aktiv und weiß daher, dass er mit seiner Sorge nicht allein ist: Steinobst wie Zwetschgen, Pflaumen oder Kirschen sind im Frühling in Massen erfroren.

Die Schäden beim Steinobst seien erheblich, sagt Jörg Hilbers, Leiter des Beratungsteams beim Obstbauzentrum Jork. „Wir hatten Frostereignisse im April und Mai von unter null Grad“, so der Experte. Da seien viele Blüten erfroren.

Bei den Äpfeln konnte man einige Bestände durch die sogenannte Frostschutzberegnung retten. Die Bäume werden mit Wassernebel eingesprüht, der dann zu einer dünnen Eisschicht um die Blüten gefriert. Die Temperatur dieser Schicht bleibt durch Kristallisationswärme bei null Grad und schützt damit die Blüten vor stärkerem Frost.

Doch es gab weitere Probleme: Wegen des nasskalten Frühlingswetters flogen die Bienen nicht so stark wie in den vergangenen Jahren. Viele Blüten, die den Frost überlebt hatten, wurden nicht bestäubt. „Dazu kam, dass unsere Bäume noch von den Belastungen des vergangenen Jahres ausgelaugt waren“, so Hilbers.

Im Ergebnis fällt auch die Apfelernte deutlich geringer aus. Nur 65 Prozent der Durchschnittsmenge werden norddeutsche Apfelbauern in diesem Jahr von den Bäumen holen können, meint Hilbers.

Finanzielle Hilfe geplant

„Ich nehme die erheblichen Schäden im Obstbau sehr ernst“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) der HAZ. Die Landesregierung sehe die Ernteausfälle als „außergewöhnliches Naturereignis“ an, teilte das Landwirtschaftsministerium auf eine Anfrage von CDU-Abgeordneten mit. Man habe sich auf Bundesebene dafür eingesetzt, die Frostschäden als „nationale Katastrophe“ einstufen zu lassen. Wenn das geschehe, wären Hilfszahlungen an die Bauern vonseiten des Landes oder Bundes möglich. „Frostschäden können bis zu 80 Prozent entschädigt werden, wenn mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung des betroffenen Unternehmens zerstört wurden“, heißt es in der Antwort im Landtag.

Wie hoch diese Summe ausfallen werde, könne man derzeit nicht sagen. Nach Abschluss der Ernte sollen die Frostschäden genauer beziffert werden. Das werde im Herbst geschehen, kündigt das Ministerium an.

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