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Der Norden Bauern versprechen Kampf gegen Abgase aus dem Stall
Nachrichten Der Norden Bauern versprechen Kampf gegen Abgase aus dem Stall
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21:07 09.01.2018
„Wir können den Kühen das Rülpsen nicht verbieten.“ Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Die deutschen Bauern wollen den Klimaschutz in der Landwirtschaft vorantreiben. „Die Landwirtschaft hat ihre Treibhausgas-Emissionen seit 1990 um 16  Prozent reduziert. Diesen Pfad müssen wir weiter beschreiten“, sagte Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernver­bandes, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Allerdings machte er auch deutlich, dass sich die Ziele nur durch Zuschüsse erreichen ließen.

Landwirtschaft und Umweltschutz seien zwei Seiten einer Medaille, sagte Rukwied. Zumal die Bauern vom Klimawandel direkt betroffen seien: „Wir spüren die Veränderung jedes Jahr aufs Neue. Wetterschwankungen und Starkregenereignisse nehmen zu.“ Erst im Herbst hatte Dauerregen in Niedersachsen etliche Felder unter Wasser gesetzt und Böden so aufgeweicht, dass viele Bauern sie mit ihren Maschinen nicht befahren konnten. Nun haben sich durch das jüngste Hochwasser erneut etliche Ackerflächen in Seenplatten verwandelt.

Weniger Methan und Lachgas

Rukwied hat bei der Klimastrategie, die der Verband heute in Berlin vorstellen will, vor allem zwei Aspekte im Auge. „Es geht darum, dass weniger Methan von unseren Wiederkäuern und weniger Lachgas aus der Düngung in die Atmosphäre gelangen“, sagte er. Das sei durch eine bessere Fütterung und eine stärkere Verwendung von Gülle in Biogasanlagen zu erreichen.

Die Landwirtschaft ist für den Großteil der Methan- und Lachgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Beide Gase sind klimaschädlicher als CO2. Methan entsteht während des Verdauungsvorgangs von Rindern sowie beim Lagern und Verteilen von Gülle und Mist. Lachgas gelangt ebenfalls beim Düngen in die Atmosphäre.

Klimaschutz erfordert teure Investitionen

„Herr Rukwied hat ehrgeizige Ziele im Visier“, sagt Gabi von der Brelie, Sprecherin des niedersächsischen Landvolks. Ein Teil der Emissionen sei unvermeidbar. „Wir können den Kühen nicht das Rülpsen verbieten.“ Die Verwendung von Gülle in Biogasanlagen rechne sich zudem nur für Landwirte mit mindestens 250 Milchkühen. „Der Verbraucher wünscht sich kleine Betriebe, aber Klimaschutz erfordert teure Investitionen. Das ist ein Dilemma“, sagte sie. Die Bauern bräuchten daher Zuschüsse. 

Auch Rukwied fordert Hilfe von der Politik, zum Beispiel einen Bonus für die Gülleverwertung in Biogasanlagen. Forderungen nach schärferen Regeln für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wies er zurück. Die Bauern setzten es verantwortungsvoll und sparsam ein, weitere Beschränkungen seien „nicht zielführend“.

„Verheerendes Signal“

Der Vorstoß des Bauernverbandes kommt kurz nachdem sich Union und SPD in ihren Sondierungsgesprächen geeinigt hatten, die Klimaziele für das Jahr 2020 aufzugeben. Dafür gab es gestern heftige Kritik von Grünen und Naturschützern. „Wer kämpft in der Großen Koalition für den Kohleausstieg oder für eine wirkliche Verringerung des CO2-Ausstoßes, auch im Verkehr?“, fragte der Grünen-Politiker Robert Habeck. Seine Parteifreundin Ulrike Höfken sprach von einem „verheerenden Signal“. Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu, bezeichnete die Aufgabe der Klimaziele als „Skandal“.

Von Rasmus Buchsteiner und Christian Wölbert

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