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Der Norden AfD-Mitglieder demonstrieren gegen Parteitagabsage
Nachrichten Der Norden AfD-Mitglieder demonstrieren gegen Parteitagabsage
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00:30 17.01.2018
Hannover, der AfD-Landesparteitag im Bürgerhaus Misburg wurde "abgesagt", als "Ersatz" gab es eine Kundgebung neben dem Bürgerhaus. Als Redner waren u.a. Jörn König, Wilhelm von Gottberg, Oliver Westphal und Dana Guth dabei ; (Foto: Christian Behrens)  Quelle: Christian Behrens
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Hannover

 Sie hatten sich das anders vorgestellt. Sie hatten gedacht, sie kommen nach Hannover und hebeln auf einem Sonderparteitag ihren ungeliebten Vorsitzenden aus. Dann hat der Vorsitzende den Parteitag aber kurzerhand abgesagt. Und deswegen standen sie da, die parteiinternen Gegner des niedersächsischen AfD-Chefs Armin-Paul Hampel, standen bei gerade mal zwei Grad über null unter freiem Himmel vor dem verschlossenen Bürgerhaus Misburg und sprachen sich gegenseitig Mut zu.

Die AfD Niedersachsen macht seit Langem vor allem durch interne Querelen von sich reden. Dem Vorsitzenden Hampel werden ein rüder Umgangston, laxer Umgang mit den Parteifinanzen und politisches Agieren hinter dem Rücken seiner Vorstandskollegen vorgeworfen. Für den Parteitag am Wochenende stand die Abwahl Hampels im Raum – seine Konkurrenten wie der hannoversche AfD-Mann Jörn König, Vizevorsitzender, und Dana Guth, Landtagsfraktions­chefin, hatten bereits verkündet, sie stünden zur Ablösung bereit.

Neuer Anlauf im März

Am späten Donnerstag aber befand Armin-Paul Hampel, der Parteitag stehe rechtlich auf tönernen Füßen, hatte es doch unterschiedliche Einladungen zu dem Treffen gegeben, noch dazu für unterschiedliche Orte, das sei anfechtbar. Deswegen die Absage. Auch die Versammlungsstätte, das Bürgerhaus, stand nun nicht mehr zur Verfügung, weswegen die gut 100 AfD-ler, die trotzdem nach Misburg gekommen waren, frieren mussten.

Sie waren sich einig, dass Hampel den Parteitag aus ganz anderen Gründen gekippt habe – nämlich um seinen Kopf zu retten. Jörn König sagte bei der improvisierten Kundgebung mit blauem Werbeaufsteller („Mut zur Wahrheit“) und mobiler Lautsprecheranlage: „Die Absage ist eine Zumutung.“ Dana Guth setzte eins drauf: „Unglaubliche Unverschämtheit".  Vorstandsmitglied Wilhelm von Gottberg schlussfolgerte: „Riesensauerei.“

Die niedersächsischen Vorstandsmitglieder, berichtete von Gottberg, hätten sich inzwischen – ohne Hampel – mit Vertretern des Bundesvorstands zusammengesetzt, und nun solle es im März einen neuen Parteitag geben, auf dem dann endlich ein neuer Landesvorstand gewählt werden könne. Abschließend ging ein Reigen von Einigkeitsbeschwörungen los: „Wir sind ein Haufen“, sagte Vorstandsmitglied Oliver Westphal (man muss dazusagen: Betonung auf „ein“). „Es muss endlich aufhören, dass wir uns in Lagern aufreiben“, rief Guth. Was Hampel selbst von all dem hält, war nicht zu erfahren: Er war am Sonntag nicht erreichbar.

Begleitet wurde das Treffen der Frierenden von gut 30 Gegendemonstranten eines Bündnisses „Jugend gegen Rassismus“. Sie standen ein Stück die Straße runter auf einem Grünstreifen und spielten mit ihrem Verstärker hämmernde Rockmusik, und was sie verkündeten – „Wir wollen nicht weiter schweigen und den Rechten das Feld überlassen“ – kam nur wortfetzenweise bei den Adressaten an. Manche AfD-ler winkten grinsend zu den jungen Leuten hinüber. Auf deren Transparent stand: „Unsere Alternative heißt Solidarität.“

 Die Bedeutung dieses Begriffs ist in der AfD wohl nicht allen bekannt. Nach den Ansprachen der Funktionäre durften einzelne Mitglieder, bemützt und behandschuht, ihre Meinungen kundtun. Unter anderem beschwor ein AfD-Mann aus dem Weserbergland die Geschlossenheit der Partei, woraufhin seine Stellvertreterin ans Mikro trat und verkündte, sie müsse jetzt aber doch mal eines sagen: Ihr Vorredner tue Dinge ohne Absprache mit ihr!

Noch eine Gruppe war stark vertreten: die Polizei. Rund 60 Beamte waren im Einsatz. Man wusste eben nicht, was kommen würde. Zudem hatten Unbekannte zuvor Scheiben des Misburger Bürgerhauses eingeschlagen und Anti-AfD-Parolen an die Fassade geschmiert. 

Nach einer knappen Stunde war weitgehend die Luft raus. Die AfD-Revoluzzer versammelten sich zum Gruppenfoto und sangen dann die Nationalhymne, mit etwas Mühe, weil das unrhythmische Stampfen mit den kalten Füßen sie offenbar immer wieder aus dem Takt brachte.  

Von Bert Strebe und Peer Hellerling

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