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Der Norden Einbruch in Schule: Abi-Aufgaben in Mathe landesweit ausgetauscht
Nachrichten Der Norden Einbruch in Schule: Abi-Aufgaben in Mathe landesweit ausgetauscht
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17:42 02.05.2018
Nach einem Einbruch in Goslar mussten alle Abi-Prüfungen in Mathe in Niedersachsen ausgetauscht werden. Quelle: Thomas Warnack
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Hannover/Goslar

 Riesenschreck für Schulen in Niedersachsen: Nach einem Einbruch ins Ratsgymnasium in Goslar musste das Kultusministerium am heutigen Mittwoch alle Prüfungsaufgaben für das schriftliche Mathe-Abitur austauschen. An einigen Schulen begannen daher die fünfstündigen Klausuren leicht verspätet, teilte das Kultusministerium in Hannover mit. Betroffen waren knapp 20.000 Schüler an 400 Schulen. Laut Ministerium haben aber alle Schulen die neuen Aufgaben rechtzeitig abgerufen.

 Der Einbruch war am Montagmittag entdeckt worden. „Wir sind umgehend von der Polizei informiert worden“, sagte Andreas Stein vom Kultusministerium. Danach seien in einem mehrstufigen, verschlüsselten Verfahren die Alternativaufgaben versandt worden. „Wir sind auf diesen Notfall eingerichtet“, sagte Stein. Da sich die Länder aus einem gemeinsamen Pool aus Prüfungsaufgaben bedienen, waren auch Schulen in sieben weiteren Bundesländer betroffen – in Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg, dem Saarland, Bremen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. 

Erster Warnhinweis am Montagabend

Am Schiller-Gymnasium in Hannover kam ein erster Warnhinweis, dass die Direktoren möglichst schnell in ihre Mails auf dem Schulrechner gucken und am Mittwoch früh in die Schule kommen sollen, schon am Montagabend an. Die Niedersächsische Direktorenvereinigung habe sie an alle Mitglieder verschickt, um sicherzustellen, dass die Schulleiter die neuen Abituraufgaben am Mittwoch rechtzeitig vor Schulbeginn kopieren  und den betroffenen Lehrern aushändigen können, sagt Schulleiterin Beate Günther. Das Problem sei der Feiertag gewesen. Günther fuhr am Dienstagmorgen in die Schule, fand dort eine entsprechende  Mail des Kultusministeriums vor und versuchte – wie viele andere Kollegen auch – , so viele Schulleiter wie möglich am schulfreien 1. Mai unter ihrer Privatadresse zu erreichen.  

Denn am Mittwoch hieß es früh aufstehen, die Aufgaben neu herunterladen und im Eiltempo kopieren: „Wir wollten möglichst pünktlich mit den Klausuren anfangen“, sagte Günther. „Die Schüler sollten nicht merken, dass irgendetwas vorgefallen ist.“ Am Mittwoch war die hannoversche Schulleiterin um 6.30 Uhr vor Ort, um die neuen Mathe-Aufgaben für vier Abiturkurse zu kopieren. Eine gute Stunde später überreichte sie diese den Mathematikkollegen – mit der Bitte, den Schülern nichts von dem Zwischenfall zu sagen, damit die Klausur ganz normal ablaufen konnte. „Bei uns hat das gut geklappt“, sagte Günther, die zugleich Sprecherin der Schulleiter in Hannover ist: „Ich habe den Eindruck, dass es an vielen Schulen so war.“

Lob vom Landesschülerrat

Das bestätigte auch André Brinkmann vom Landesschülerrat. „Das Kultusministerium und die Lehrkräfte haben sehr, sehr gut reagiert, sodass die Klausur nicht um Tage verschoben werden musste“, sagte der niedersächsische Verbandsvorsitzende. Allenfalls habe die leichte Verspätung den einen oder anderen Schüler wegen der allgemeinen Abituranspannung „ein bisschen durcheinandergebracht“. Der Schülerrat gehe davon aus, dass es sich bei der Ersatzprüfung um gleichwertige Aufgaben handelte. Eine hundertprozentige Sicherheit bei der Aufbewahrung der Klausurvorgaben könne es wohl nicht geben: „Auch auf einem Server wäre sie nicht gewährleistet.“

Nach ersten Erkenntnissen waren die Aufgaben nicht das Ziel der Safe-Knacker. Da aber nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die bereits am Freitag übermittelten Prüfungsaufgaben kopiert worden sind, wurde der Notfallplan aktiviert. Es war nach Angaben des Ministeriums bereits der zweite derartige Fall – der erste hatte sich 2017 in einem Gymnasium im Heidekreis ereignet. Damals war in ein Gymnasium in Munster eingebrochen worden, daraufhin mussten die Politik-Aufgaben ausgetauscht werden.

Die landesweit einheitlichen schriftlichen Abitur-Prüfungen haben am 9. April mit dem Fach Geschichte begonnen, die letzte Klausur wird an diesem Freitag in Musik geschrieben. Rund 36 000 Schülerinnen und Schüler nehmen an etwa 420 Schulen landesweit teil: Gymnasien, Berufliche Gymnasien, Kooperative Gesamtschulen, Integrierte Gesamtschulen, Freie Waldorfschulen sowie Abendgymnasien und Kollegs. Jeder Schüler absolviert schriftliche Prüfungen in vier Fächern (davon drei in einem Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau).

Seit 2006 gibt es in Niedersachsen das Zentralabitur. Zum 13. Mal werden daher in diesem Jahr den Abiturienten landesweit einheitliche schriftliche Prüfungsaufgaben gestellt.

Von Marco Seng, Jutta Rinas und Gabriele Schulte

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