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Der Norden 43 Pferde in Niedersachsen verschwunden
Nachrichten Der Norden 43 Pferde in Niedersachsen verschwunden
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00:42 18.03.2018
Diese Pferde sind verschwunden, Quelle: privat
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Beverstedt

Es ist ein schrecklicher Verdacht, den Beate L. aus dem Raum Hannover und inzwischen mehr als 40 weitere Reiterinnen aus ganz Deutschland hegen. Sie wollten ihre alten Sportpferde bei einer Frau im Kreis Cuxhaven unterbringen und sind offenbar auf eine Betrügerin hereingefallen – die Tiere sind spurlos verschwunden, einige wurden sogar geschlachtet.

Den Tieren sollte es gut gehen   

Dabei war den Frauen eines besonders wichtig: Ihre geliebten Tiere sollten als sogenannte Beistellpferde gut versorgt sein und anderen Pferden auf der Weide Gesellschaft leisten. Stattdessen sind die Reiterinnen offenbar an eine fragwürdige Händlerin geraten. Die Frau aus Beverstedt hat die Pferde für einen symbolischen Euro gekauft, und soll sie entgegen der Absprachen dann gewinnbringend weiterverkauft haben. Und zwar häufiger als bisher vermutet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. 

Die Schicksale der Pferde ähneln sich. „Einige Wochen, nachdem ich meinen Wallach abgegeben hatte, bekam ich einen Anruf“, erzählt eine der Reiterinnen. „Die Frau habe bei einem Pferdehändler in Damme mein Pferd geritten. Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Erst bei einem weiteren Händler aus Visselhövede (Kreis Rotenburg) kann sie ihr Pferd zurückkaufen – für 4000  Euro. Am Amtsgericht Geestland hat sie die Beverstedterin auf Schadensersatz verklagt.  

Für zwei weitere Halterinnen gibt es außerdem grausige Gewissheit: Im Emsland sind zwei der Beistellpferde geschlachtet worden. Der Landkreis geht dem Fall jetzt nach, denn die Stuten hätten niemals beim Metzger landen dürfen – die kranken ehemaligen Sportpferde waren mit starken Medikamenten behandelt worden. Es ist davon auszugehen, dass ihr Fleisch in der Wurst gelandet ist. Wann, ist unklar. „Die Käuferin hatte uns erzählt, dass unsere Stute im Stall gestorben sei – jetzt finde ich heraus, dass sie geschlachtet wurde“, sagt die frühere Halterin aus Nordrhein-Westfalen.

Sie hat sich einen Anwalt genommen, denn das hätte nie passieren dürfen. Ihr Pferd war nach einer Behandlung in der Tierklinik ausdrücklich als nicht schlachttauglich deklariert worden. Das wird in einer Art Personalausweis für Pferde festgehalten, in dem unter anderem Herkunft, Besitzer, Verwendung und medizinische Behandlungen notiert sind.  

Doch den Schlachter trifft möglicherweise gar keine Schuld. „Der Verdacht liegt nahe, dass die Pässe manipuliert wurden“, erklärt Anja Rohde vom Landkreis Emsland. Vielleicht hat die Beverstedterin die Pferde an jemanden verkauft, der die Tiere arglos zum Schlachter gebracht hat. „Die Anlieferung erfolgte über Dritte“, bestätigt Rohde.

Wer drängt, wird bedroht

„Das ist ein Skandal“, findet Beate L., die seit Monaten auf der Suche nach ihrem alten Pferd Wim Bob Walton ist. Ihren Wallach hatte sie ebenfalls an die mutmaßliche Betrügerin aus Beverstedt abgegeben. Wim Bob Walton sollte nicht mehr geritten werden, stattdessen den Lebensabend als Beistellpferd genießen. So war es mit der Pferdehofbetreiberin abgesprochen.

Auch Beate L. befürchtet inzwischen, dass ihr Pferd geschlachtet wurde. Ginge alles mit rechten Dingen zu, hätte sie das aber erfahren müssen. Metzger oder Amtstierarzt hätten den Pferdepass an den ausstellenden Verband zurückschicken müssen. „Die Pferde werden dann aus bis zu drei Datenbanken ausgetragen“, erklärt Herbert Freye von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Passiert ist das nicht, der Wallach ist verschollen.  

Beate L. will wissen, was Wim Bob Walton zugestoßen ist. Doch die Frau aus Beverstedt reagiert nicht mehr auf Anrufe und Nachrichten. So ging es auch anderen. „Bei Facebook hat der Partner der Käuferin mich bedroht“, sagt Reiterin Franziska Pade – sie habe den Mann angezeigt. Mehr als 20 Anzeigen wollen die Frauen insgesamt erstattet haben. Die Staatsanwaltschaft Verden bestätigt, dass Anzeigen eingegangen seien. „Bislang wurde keine Verfahre eingestellt“, sagt der Erste Staatsanwalt Markus Heusler.

Kein Pferd wurde umgemeldet

Nur bei Facebook äußert sich die Beverstedterin zu den Vorwürfen und bestreitet, dass sie die früheren Halterinnen hintergangen haben soll. Die Pferde seien rechtmäßig verkauft worden. Sie sieht sich einer Hetzkampagne ausgesetzt.  

Die Reiterinnen hoffen nun, dass neue Vorschriften von den Veterinärbehörden streng angewendet werden. Darin ist die Registrierung der Pferde besser geregelt – und dadurch sei mittlerweile aufgefallen, dass die Beverstedterin seit Jahren keines der von ihr gekauften Tiere auf sich umgemeldet hat.

Von Tomma Petersen

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