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Hochschule Präsentieren an der Uni leicht gemacht
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04:47 06.08.2018
Olaf Kramer ist Professor für Rhetorik und Wissenskommunikation am Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Quelle: Katja Brandt
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Tübingen/Hamburg

Es gibt sie in jedem Seminar: die ganz großen Redenschwinger und jene, die in der Öffentlichkeit kaum ein Wort herausbringen. Doch wie so oft kommt es auch beim Uni-Vortrag auf das richtige Maß an. Sechs Tipps für eine gute Präsentation:

1. Weniger ist mehr

Einfliegende Texte, umhertanzende Grafiken oder bunt leuchtende Schriften - in einer professionellen Präsentation sollte in der Regel keines dieser Elemente vorkommen. "Häufig werden zu viele Effekte eingebaut, die dann eher vom Inhalt ablenken und verwirren", sagt Olaf Kramer, Professor für Rhetorik und Leiter der Forschungsstelle Präsentationskompetenz an der Universität Tübingen.

Statt sich in Visualisierungen zu verlieren, sollten Studierende Illustrationen höchstens unterstützend einsetzen, rät Nadia Blüthmann von der Arbeitsstelle Studium und Beruf der Universität Hamburg. "Das gelingt, indem man sich erst überlegt, was man sagt." Und dann darüber nachdenkt, was davon so wichtig ist, dass man es noch mal visualisieren will. Das sei in der Regel nicht viel.

Powerpoint-Präsentationen sollten zudem mit möglichst wenig Text auskommen. "Jede Folie sollte eine Botschaft haben, die sich schon im Titel widerspiegelt - ähnlich den Headlines im Journalismus", rät Brigitte Teuchert, Leiterin des Masterstudiengangs mündliche Kommunikation an der Uni Regensburg.

2. Üben, üben, üben

Kaum jemand wird als Profi-Redner geboren. Auf dem Weg zum Meister hilft nur eines: Übung. Egal, ob vor Kuscheltieren oder Freunden, mit Stoppuhr oder sogar Videokamera - die Rede zu proben hilft, ein Gefühl für den Ablauf der Präsentation sowie die eigenen Stärken und Schwächen zu entwickeln. "Dann bekommt man die innere Ruhe, auch auf Feinheiten zu achten", sagt Blüthmann.

3. Lampenfieber reduzieren

Die Angst, vor anderen zu sprechen, kann zum echten Problem werden, wenn der Termin für die nächste Präsentation näher rückt. Viele kennen Lampenfieber. Doch was hilft dagegen? Zunächst sollten Studierende sich mit den Gegebenheiten vertraut machen, den Raum prüfen, sich vorbereiten, rät Blüthmann. Auch Übungen zur Entspannung können der Angst entgegenwirken, ebenso wie die bewusste Kontrolle negativer Gedanken: "Sich zu fragen, wovor habe ich eigentlich Angst, und sich davon zu lösen."

4. Authentisch sein

Bei einer guten Präsentation geht es um einen Menschen, der zu anderen Menschen spricht. Der Redner steht also im Mittelpunkt, erklärt Kramer. Er habe eine Brückenfunktion zwischen den Inhalten und den Zuhörern. "Man sollte deshalb von den Adressaten her denken, sich überlegen, für wen die Präsentation eigentlich ist, und die Inhalte dementsprechend aufbereiten." Statt sich hinter der Technik zu verstecken, empfiehlt Kramer, Blickkontakt und das Gespräch mit den Zuhörern aufnehmen. Kommunikativer wird der Vortrag, wenn der Redner mit Stichpunkten statt vorgefertigten Texten arbeitet. Auch die Gestik und eine aufrechte Körperhaltung können laut Teuchert dabei helfen, den Zuhörer in den Vortrag einzubeziehen.

5. Die Form wahren

Anfang, Mitte, Schluss. Das ist der Aufbau einer Präsentation. Was einfach klingt, fällt Studierenden in der Praxis manchmal schwer. Der Anfang soll das Interesse für das Thema wecken. Im Hauptteil sollten Redner den roten Faden immer wieder aufnehmen. Der Schluss einer Präsentation rundet das Thema ab. Geschickt sei es am Ende, die zentralen Ergebnisse des Vortrags noch mal aufzunehmen, rät Kramer. Von Schlussfolien à la "Vielen Dank fürs Zuhören" hält er wenig: "In der Regel wird ja im Anschluss über die Präsentation diskutiert. Wenn die wichtigen Ergebnisse am Ende an der Wand stehen, kann man viel besser daran anknüpfen."

Auch die einzelnen Folien der Präsentation sollten gut strukturiert sein: Informationen besser schrittweise statt auf einmal einblenden. Das hilft Zuhörern dabei, dem Vortrag besser zu folgen, sagt Kramer.

6. Stimme senken

Wer am Ende eines Satzes mit der Stimme heruntergeht, erreicht damit Folgendes: "Der Zuhörende muss nicht selbst mühsam entscheiden, wann ein Gedanken zu Ende ist oder der nächste beginnt", sagt Teuchert. Empirische Studien hätten gezeigt, diese "terminale Intonation" habe eine besondere Wirkung auf die Einschätzung der Fachkompetenz sowie Glaubwürdigkeit des Sprechenden.

Übrigens: Wer Probleme damit hat, laut zu sprechen oder schnell heiser wird, rede vielleicht zu hoch, sagt Blüthmann. In diesem Fall lohne sich oftmals ein Stimmtraining.

dpa

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