Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Aktuelles Zum Kugeln: Flippermuseum pflegt alte Spielkultur
Mehr Lifestyle Aktuelles Zum Kugeln: Flippermuseum pflegt alte Spielkultur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 26.03.2015
Die Automaten sind störanfällig. Deshalb muss Arne Hennes, Chef des Flippermuseums in Schwerin, sie immer wieder reparieren. Quelle: Jens Büttner
Anzeige
Schwerin

Konzentriert lässt der 49-jährige Diplom-Informatiker Stahlmurmeln über schiefe Ebenen rasen, Rampen hochrollen, Karussells umrunden und in Löchern verschwinden. Er jagt Drachen, Wikinger, Ungeheuer, löscht Brände oder trifft Basketballkörbe. Zu gewinnen gibt es Punkte, Freirunden, Extrabälle, jedoch niemals Geld. Historische Spieltische aus aller Welt hat Hennes - gebürtiger Rheinländer - im ersten norddeutschen

Zur Galerie
Wer ein begeisterter Flipperer ist oder sich für die alte Spielkultur interessiert, kann das Flippermuseum in Schwerin besuchen.

Flippermuseum in Schwerinzusammengetragen.

Computerspiele drängten ab den 1990er Jahren die einst heiß geliebten und massenhaft gespielten Flipper ins Abseits, wie Hennes berichtet. Auch die Automatenhersteller gingen pleite, bis auf die Firma Stern in Chicago (USA). Die ausgedienten Maschinen verschwanden aus der Öffentlichkeit - aus Kinos, Kneipen, Bars und Cafés, Waschsalons, Supermärkten, Sport- und Schwimmhallen.

Fans retteten die letzten "Pinball"-Maschinen vor dem Schrott, stellten sie in Keller, Garagen oder auch kleine private Museen. In Deutschland gibt es mittlerweile zwei Flippermuseen - eins in Neuwied bei Koblenz in Rheinland-Pfalz und seit 2008 ein weiteres in Deutschlands kleinster Landeshauptstadt, in Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Obwohl die Sammlung nur an Wochenenden oder für angemeldete Schulklassen und Touristengruppen geöffnet hat, kämen jährlich bis zu 4000 Besucher in die umgestalteten Räume einer ausgedienten Berufsschule, erzählt Hennes. "Wir haben erwachsenes Stammpublikum aus Hamburg oder Berlin, Fans, Fachleute, Manager, Nostalgiker, Familienväter, die hier ausgelassen ihrer Jugendkultur frönen." Denn alle Exponate könnten ohne Münzeinwurf gespielt werden. An dem amerikanischen Game-Oldtimer "Fire!" hatte sich ein Besucherpaar einst kennengelernt, wie es erzählt, und Jahre später dann "ihren" Flipper in Schwerin wiedergefunden.

"Solche privaten Exoten-Sammlungen sind keine Museen im klassischen Sinne", sagt Steffen Stuth, Vorsitzender des Landesmuseumsverbandes. "Derartige Ausstellungen gehören aber zum Erbe eines Landes und machen die Kulturlandschaft reicher, und alles was Mecklenburg-Vorpommern spannend macht, ist wichtig." Immerhin konnte Schwerins Flippermuseum, das ausschließlich ehrenamtlich betreut wird, in den letzten Jahren rasant wachsen, wie Gründer Hennes erklärt.

Am Anfang liefen nur zwei der kultigen Klassiker. Nach der Übernahme einer größeren Privatsammlung machen jetzt gut 90 Flipper, allesamt funktionstüchtig, die Ausstellung zu einem Hort für begeisterte Spieler der alten Schule. In unzähligen Stunden ihrer Freizeit kümmert sich eine Handvoll Enthusiasten des Museumsvereins um kaputte Federn und Lämpchen, abblätternde Farben, verrostete Relais, defekte Knöpfe, Kabel, Kondensatoren, Klappen, Kugeln. Da wird laufend gebastelt, repariert und restauriert, denn die jahrzehntealte Mechanik ist sehr störanfällig, wie Hennes schildert. 

Der Schweriner Fundus reicht von hundert Jahre alten, hölzernen Murmelbrettchen, den Vorläufern der gewaltigen Kugelspiellandschaften, bis hin zu glitzernden, blinkenden Hightech-Wundern mit fantasievoller Bemalung, diversen Spielebenen, ausgeklügelten Funktionen und Effekten. "Flipper erzählen Geschichten, von Reisen, Traumwelten, der Tiefsee und dem Weltall, von Sportevents, Autorennen, Action, Fantasy und Filmen", schwärmt Hennes. In jedem Fall viel Platz brauchten die schwergewichtigen Maschinen, die locker bis zu 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

Die Boomjahre der Spielriesen begannen in den 30ern und erreichten in den 1970er Jahren ihren Höhepunkt, bis schließlich in den späten 80ern digitale Spielkonsolen das Sterben der Flipperindustrie einläuteten. Die vor allem in den USA produzierten Geräte waren einst massenhaft - jährlich mehrere Zehntausend Stück - nach Westdeutschland eingeführt worden. 1979, im Jahr der weltweit höchsten Flipperdichte, gab es allein in der Bundesrepublik 200 000 Geräte.

Einige wenige Flipper kamen damals sogar in die DDR. Im Osten standen amerikanische Spielgeräte aber allenfalls als exotische Angebote auf Rummelplätzen oder in ausgewählten Ferienheimen zum Freizeitvergnügen bereit. Eine regelrechte Flipperkultur, wie sie die Jugend weltweit von Amerika bis Australien über Jahrzehnte hinweg begleitete und begeisterte, konnte aus Mangel an Devisen östlich der Elbe indes gar nicht entstehen, meint Hennes.

Kurioserweise entwickelte die DDR noch kurz vor ihrem Ende in den 80er Jahren den eigenen Spielautomaten "Poly Play", an dem sich "Hase und Wolf" jagen oder das Agieren bei einem "Wasserrohrbruch" simuliert wird. Von den damals rund 2000 Geräten, die im VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt zusammengelötet wurden, findet sich in Schwerin die Baunummer 1545. Auch dieser letzte ostdeutsche Spielautomat fordert dem Nutzer Geschick und Konzentration ab - bis zum unwiderruflichen: "Game over!"

dpa

Der Trend zu exakten Scheiteln und ausrasierten Seiten führt Männer wieder häufiger zum Friseur. "Das kann die Frau oder Freundin nicht selbst machen", beschreibt Branchenexpertin Rebecca Kandler die Motive für den Gang zum Profi.

26.03.2015

Ein Kleid aus Sweatstoff ist bequem. Mit dem richtigen Schnitt sieht taugt es auch zum Rausgehen. Das Schöne: Man kann es zu Hause selbst nähen. Mit einem asymmetrischen Schnitt wirkt das Sweatkleid lässig und sportlich, so die Initiative Handarbeit in Salach in Baden-Württemberg.

25.03.2015

Wer seine Gesichtshaut reinigt macht sie aufnahmefähiger für die Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten. Sie können leichter in die Haut eindringen und so ihre Wirkung besser entfalten.

24.03.2015
Anzeige