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Weihnachtspulli-Trend kommt nach Deutschland

Brauchtum Weihnachtspulli-Trend kommt nach Deutschland

Elegant und festlich sind sie nicht, trotzdem tragen auch in Deutschland immer mehr Menschen Weihnachtspullover. In den USA ist der "Ugly Christmas Sweater" nicht nur Kult - er dient auch einem wohltätigen Zweck.

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Diesen «Ugly Christmas Sweater» («hässlichen Weihnachtspulli»), hat die US-Schauspielerin Whoopi Goldberg für die nordamerikanische Kaufhauskette Lord & Taylor entworfen.

Quelle: Lord & Taylor

Berlin. Weihnachtsmänner, Tannenbäume und Rentiere auf weißer, grüner oder roter Wolle: Modisch fragwürdige Weihnachtspullis sind in Großbritannien und den USA längst Kult. US-Schauspielerin Whoopi Goldberg bringt sogar ihre eigene Kollektion heraus.

"Ich mochte so etwas schon immer", sagte die 60-Jährige der "New York Times". "Sie machen mich glücklich." Sogenannte "Ugly Christmas Sweaters", also "hässliche Weihnachtspullover", sind in Amerika fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Mittlerweile ist der Trend in Deutschland angekommen.

"Man sieht es jetzt immer mehr", sagt Axel Augustin vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Gerade Firmen, die international aufgestellt und auch in Großbritannien und den USA aktiv seien, hätten die Pullover nun auch in Deutschland im Sortiment. Dass sich Menschen hierzulande zunehmend an die "sehr geschmacksabhängigen" Pullover herantrauen, sei kein Zufall: "Ich glaube, was Mode und was Outfit anbelangt, werden die Deutschen durchaus mutiger und das kann natürlich auch zu solchen Sachen führen. Dass die dann mehr solche Pullover kaufen."

Eine Sprecherin des schwedischen Textilunternehmens H&M formuliert das etwas anders: "Weihnachtspullover transportieren die Vorfreude auf das anstehende Weihnachtsfest und stehen für den Spaß an der Mode." Auch Gerd Müller-Thomkins sieht bei Weihnachtspullis den Spaß im Vordergrund. Für den Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts seien die Pullis "irgendwo zwischen Kunst und Kitsch" angesiedelt.

Den Pullovertrend haben auch einige Fußballvereine erkannt. Als sportliche Trendsetter sind unter anderem

Bayern München, Schalke 04 und der

1. FC Köln hierzulande dabei. Die Bundesliga-Clubs haben ihre eigenen Weihnachtspullover herausgebracht. Statt Rentier oder Weihnachtsmann schmückt bei den Kölnern das Vereinswappentier, der Geißbock Hennes, den roten Pulli. Mit den Worten "Schäbbisch aber Oho" preisen die Rheinländer ihren Fanartikel an.

Für die Fußballer in der englischen Premier League sind Weihnachtspullover nichts Neues mehr. So präsentieren sich die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Shkodran Mustafi mit ihren Teamkollegen vom FC Arsenal auf einem Mannschaftsfoto der "Gunners" auf

Twitter in hässlich-weihnachtlicher Kluft: Ein großes Rentier mit Mütze und roter Nase prangt auf der Brust der Arsenal-Spieler.

Dieses Jahr sind sogar besonders viele Prominente in Weihnachtspullis zu sehen. Denn das Wachsfigurenhaus Madame Tussaud's in Los Angeles hat zahlreichen seiner Nachbildungen die Sweater übergezogen - zu sehen sind in der Ausstellung etwa Ed Sheeran, Rihanna, Justin Timberlake und Snoop Dogg.

Der Siegeszug der Pullis begann in den USA und Großbritannien spätestens 2001, als Colin Firth im Film "Bridget Jones" in einem schaurig-schönen Weihnachtspullover auftauchte. Seit einigen Jahren ist dem Pulli in Großbritannien im Dezember sogar ein eigener Tag gewidmet: Der "Christmas Jumper Day". Was sich nach Klamauk anhört, hat durchaus einen ernsten Hintergrund - die Organisation "Save the Children" sammelt am Tag der Weihnachtspullover Spenden für notleidende Kinder. Auch der FC Arsenal spendet 20 Prozent seines Erlöses aus dem Weihnachtspulli-Verkauf.

Einen Weihnachtspullovertag gibt es in Deutschland noch nicht. Müller-Thomkins vom Mode-Institut sieht den Pulli-Trend hierzulande allerdings erst am Anfang und kann sich vorstellen, dass der "Ugly Christmas Sweater" in den nächsten Jahren noch beliebter wird. "Für den Weihnachtspullover ist im festtäglichen Sortiment noch viel Platz", meint er. Derzeit werde "Weihnachten vielleicht noch viel zu ernst genommen".

dpa

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