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Aktuelles Lebensmittelmotten Schritt für Schritt loswerden
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04:17 11.12.2017
Bei solchen Funden in der Küche sollte man handeln: Das ist eine leere Puppenhülle einer Dörrobstmotte. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Greven

Flattern beim Öffnen des Küchenschranks kleine rotbraune Falter auf, ist es passiert. Lebensmittelmotten haben sich in den Vorräten eingenistet. Was Betroffene gegen die Schädlinge tun können:

1. Lebensmittel kontrollieren: Lebensmittelmotten befallen nicht alle Nahrungsmittel. "An Öl, Fett, Zucker, Salz und stark geräucherten Lebensmitteln haben sie kein Interesse", sagt Gerlinde Nachtigall vom Julius Kühn-Institut (JKI) - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Quedlinburg. Auch Kaffee und schwarzen Tee lassen sie in der Regel außer Acht. "Sie lieben Mehl und Grieß, auch Müsli, Tierfutter, Nüsse, Trockenobst, Hülsenfrüchte, Gewürze, Kräuter- und Früchtetee."

2. Auf Warnzeichen achten: Nur selten findet man ausgewachsene Tiere in den Lebensmitteln. Meist handelt es sich um ihre Eier, aus denen Larven schlüpfen. "Der Befall zeigt sich durch kleine Klümpchen und feine Gespinste", erklärt Markus Puschmann vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband in Greven. "Die Larven werden maximal 14 bis 17 Millimeter lang." Das Problem: "Sie legen ihre Eier in Ritzen oder an Stellen, von denen die schlüpfenden winzigen Larven selbst in kleinste Löcher an der Schweißnaht oder der Perforation direkt die Verpackung einwandern können", erläutert Nachtigall. Lebensmittel können also schon beim Kauf befallen sein.

3. Vorräte dicht verschließen: Die Vorräte sollte man aus den Verkaufspackungen nehmen und insektendicht verschließen, empfiehlt Nachtigall. Das gilt insbesondere, wenn Verbraucher sie längere Zeit bei Temperaturen über 15 Grad aufbewahren. Gar nicht so einfach, denn viele Gläser und Blechdosen sind für die Insekten keine Hindernisse. Behälter müssen fest schließende Deckel mit Schraubgewinde oder einer speziellen Dichtung haben. Außerdem gilt: "Halbvolle Gefäße sollten nicht mit neu eingekauften Produkten aufgefüllt werden", ergänzt Frank Wickert-Meuser, Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft in Weinstadt. "Sonst gehen eventuell vorhandene Eier und Larven in den gesamten Bestand über."

4. Befallene Lebensmittel vollständig entsorgen: Wer Larven oder Gespinste in Lebensmitteln entdeckt, muss diese umgehend entsorgen. Durch den Kot und die Gespinste kann eine Gesundheitsgefährdung bestehen - bei Mehlmotten kommt ein allergenes Potenzial durch Flügelschuppen hinzu, erklärt Puschmann. Er rät, die Lebensmittel in fest zugeknoteten Tüten in den Müll zu werfen. "Sonst fliegen die Insekten heraus und kommen wieder ins Haus."

5. Alles gründlich reinigen: Betroffene Behälter sollte man mit Spülmittel auswaschen oder in die Spülmaschine stecken. Bei Schränken rät Puschmann: "Am besten benutzt man einen Staubsauger mit einer kleinen Düse, denn die verpuppten Larven sitzen oft in Ritzen von Vorratsschränken, hinter Schränken oder an der Decke." Erst nach dem Saugen die Schränke und Regale feucht auswischen. "Aber bitte nicht mit Essig", betont Wickert-Meuser. "Das ist ein Naturprodukt, in dem sich schnell Bakterien bilden, die Insekten anziehen. Besser ist ein Universalreiniger."

6. Nachkontrollieren: Wer nicht alle Larven erwischt, sieht schnell die Folgen. Schnell schlüpfen neue Falter. Sie paaren sich und legen erneut Eier ab. Will man prüfen, ob der Befall restlos beseitigt wurde, helfen Mottenfallen. Sie locken mit einem Sexualwirkstoff männliche Tiere an. Diese Fallen kann man auf Kärtchen in der Nähe der Vorräte anbringen. "Bleibt keine Motte daran hängen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung wieder frei ist", sagt Nachtigall.

dpa

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