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Grenze zum Plagiat lässt sich nicht klar ziehen

Hochschulen Grenze zum Plagiat lässt sich nicht klar ziehen

Wo fängt Abschreiben an? Angesichts neuer Plagiatsvorwürfe hat mancher Student Sorge, selbst falsch zu zitieren. Doch wer das Thema ernst nimmt, muss sich in der Regel keine Sorgen machen.

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Versehentliche Plagiate können vermieden werden, wenn sich Studierende oder Doktoranden die Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten einhalten.

Quelle: Stephan Jansen

Berlin. Wo fängt ein Plagiat an? Und was ist nur schlampig zitiert? Angesichts neuer Plagiatsvorwürfe bezüglich Arbeiten unter anderem von der Berliner Charité fragt sich mancher, ob er in seiner Abschluss- oder Doktorarbeit richtig zitiert. "Es ist immer eine Einzelfallprüfung" sagt Debora Weber-Wulff, Professorin für Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und an der Rechercheplattform VroniPlag Wiki beteiligt. Rund 50 000 Doktorarbeiten von Hochschulen sollen dort nach und nach überprüft werden - überwiegend aus der Human- und Zahnmedizin. "Man kann nicht sagen, ab so vielen Sätzen ist es ein Plagiat."

Entscheidend ist, dass Studenten es deutlich machen, wenn sie Fakten, Folgerungen oder Formulierungen von anderen übernehmen. Wer sich gewissenhaft darum bemüht, richtig zu zitieren, laufe in der Regel nicht Gefahr zu plagiieren. Kritisch wird es häufig, wenn Studierende das Thema wissenschaftliches Arbeiten nicht ernst nehmen.

Werden Seminare zu Beginn des Studiums zum Thema Wissenschaftliches Arbeiten angeboten, sollten Studenten unbedingt daran teilnehmen. Gibt es diese nicht, lohnt es sich, im Vorlesungsverzeichnis nachzusehen, ob sie bei anderen Fachbereichen ein entsprechendes Seminar besuchen können.

Bleibt noch ein anderes Problem: Was machen jene, die vor langer Zeit eine Doktorarbeit geschrieben und nun unsicher sind, ob sie wissenschaftliche Standards eingehalten haben? Im Zweifel müssen sie sich an ihre Hochschule wenden. Stellen sich dann im Nachhinein große Verfehlungen heraus, gibt es die Möglichkeit, die Hochschule von sich aus zu bitten, einem den Doktor wieder abzuerkennen. An einigen Universitäten gebe es dann die Chance, erneut zu promovieren, sagt Prof. Weber-Wulff. Andere schließen das aus. Vereinzelt sei es auch möglich, die Arbeit nachzubessern. Ob das geht, entscheidet die Hochschule.

dpa

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