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Leckeres Unkraut - Haute Cuisine in Ostwestfalen-Lippe

Tourismus Leckeres Unkraut - Haute Cuisine in Ostwestfalen-Lippe

Jeder Hobbygärtner bekommt eine Krise, wenn er größere Mengen Giersch, Vogelmiere oder Franzosenkraut entdeckt. Ernst-Heiner Hüser freut sich, wenn das vermeintliche Unkraut in seinen Beeten wuchert.

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Bei der Statue von Hermann dem Etrusker startet der gleichnamige Lauf, der einst als rein Spaßveranstaltung begonnen hat.

Quelle: Verena Wolff

Bielefeld. "Man kann das alles verarbeiten", erklärt der Sternekoch aus Ostwestfalen seinen Besuchern und eilt ins Beet, um ein paar Blätter der verschiedenen Sauerampfer-Sorten zu pflücken.

Hüser hat im

Museumshof Senne in

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Seit 1890 ist das Gasthaus Spieker im Familienbesitz. Heute interpretiert Franz Spieker die eher schwere westfälische Küche auf moderne Weise neu.

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Bielefeld zwei Restaurants: die "Auberge le Concarneau" und das "Historische Gasthaus Buschkamp". Für das erste kredenzt er französische Spezialitäten, im zweiten serviert er klassische Gerichte aus der ostwestfälischen Küche, angepasst an die heutige Zeit. Kastenpickert mit Leberwurst und Pflaumenmus gibt es da, Sülze mit zwei pikanten Soßen und Bratkartoffeln - und natürlich Hüsers Ernte aus dem Garten. Löwenzahn-Tiramisu zum Beispiel. Dazu werden die Blätter des Löwenzahn in Milch eingelegt. "Diese aromatisierte Milch wird dann unter den Mascarpone gerührt, dadurch ergibt sich der einzigartige Geschmack", sagt Hüser.

 

Er ist nicht der einzige hervorragende Küchenchef zwischen Bielefeld und Detmold, der sich der heimischen Küche verschrieben hat - und sie so aufpeppt, dass auch verwöhnte Gaumen ihren Spaß daran haben. Die Köche haben sich zum

Verein Westfälisch Genießen zusammengeschlossen, um die regionale Küche von ihrem angestaubten Image zu befreien. Innereien finden sich selbstverständlich auf den Speisekarten, ebenso wie Gemüse, die lange vergessen waren: Stielmus zum Beispiel.

 

Das bereitet Bernhard Kampmann in seinem "Schlichte Hof" in Quelle zu, einem Stadtteil von Bielefeld. "Das kocht man hier traditionell durcheinander, mit kleinen Kartoffelwürfeln und einer Bechamelsauce", erläutert der Koch. Er kocht gerne außergewöhnlich und serviert seine westfälischen Spezialitäten in einem Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert. Die Gäste sitzen im alten Pferdestall oder auf dem Heuschober.

Auch

Franz Spieker in Hövelhof-Riege interpretiert die eher schwere Küche auf seine Weise: So gibt es in seinem Gasthof Westfälische Tapas. Ein Holzbrett, darauf verschiedene herzhafte Kleinigkeiten. Vom lokalen Ziegenkäse im Brickteig über Lachsforelle auf Ingwerspitzkohl bis zum Pfifferlingcremesüppchen. Gekrönt wird das Ganze von einer Leberwurstpraline. Haute Cuisine à la OWL.

 

Und damit die zahlreichen Köstlichkeiten sich nicht auf die Hüften legen, gibt es in der Umgebung jede Menge Möglichkeiten, Kalorien zu verbrauchen. Auf den vielen

Radwegen, auf den Höhen des

Teutoburger Waldes, hinauf zum Hermannsdenkmal, bei Ausflügen nach

Bielefeld,

Paderborn,

Bad Lippspringe oder in die alte Residenzstadt

Detmold.

 

Wer es richtig anstrengend mag, muss schnell sein - und das in vielerlei Hinsicht. Am letzten Sonntag im April starten 7000 Läufer zum Hermannslauf. 31 Kilometer, über Höhen und Tiefen des Teutos, wie die Einheimischen sagen. Peter Rüther ist einer von ihnen. Er hat den Lauf, der am weithin sichtbaren

Denkmal für Hermann den Etrusker hoch über Detmold startet und in der Nähe von Bielefeld endet, 2014 in weniger als drei Stunden geschafft. Wer es etwas langsamer angehen will, kann auf Wanderwegen im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge klein und im eigenen Tempo anfangen - und dabei so manche Besonderheit entdecken: die Externsteine, eine steil aus dem Boden ragende Felsgruppe, oder den Vulkan Desenberg zum Beispiel.

dpa

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