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Umgeben von Vulkanen: Quito hütet sein Erbe

Tourismus Umgeben von Vulkanen: Quito hütet sein Erbe

Quito, die Hauptstadt Ecuadors ist eine Art koloniales Freilichtmuseum für Kulturtouristen, Partyzone für Backpacker, Spielplatz für Familien und raue Andenstadt, ständig bedroht durch Vulkane. Eine Annäherung in vier Szenen.

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Quito ist wie ein koloniales Freilichtmuseum für Kulturtouristen. Die raue Andenstadt liegt zudem in einer brisanten Zone und wird ständig durch Vulkane bedroht. Karte: dpa-infografik Foto:

Quito. Die Mitteilung klang etwas exzentrisch: Quito feiert 38 Jahre Unesco-Weltkulturerbe. Ein seltsam krummes Jubiläum. Doch weil die Altstadt der ecuadorianischen Hauptstadt 1978 als erste überhaupt mit dem Unesco-Titel geadelt wurde, relativiert sich der Eindruck.

Jedes Jahr bedeutet einen neuen Rekord. Das verpflichtet zum Feiern. Unabhängig von krummen oder weniger krummen Jubiläen ist die Metropole in den Anden für Ecuador-Reisende auf jeden Fall mehr als einen Tagesbesuch wert. An diesen vier Orten können Besucher dem zugleich rauen und sonnigen Quito besonders gut nahekommen:

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Ausblick auf Vulkane: Wer mit der Teleferiquo hinauf zum Rucu Pichincha gefahren ist, hat einen großartigen Blick auf den Cotopaxi. Foto: Philipp Laage

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Centro histórico: Stolzes Freilichtmuseum mit Welterbe-Titel

Die Plaza de la Independencia ist das Herz der historischen Altstadt. Springbrunnen plätschern, umringt von stolzer Kolonialarchitektur: der Präsidentenpalast, die blütenweiße Kathedrale, das Luxushotel "Plaza Grande".

Lange war Quito für seine Kriminalität verrufen. Doch heute ist ein Spaziergang durch die Gassen des Centro Histórico eine sichere Sache - zumindest am Tag. Wenn die Touristenpolizei auf Segways an den hübsch renovierten Häusern vorbeirollt, ist das fast ein bisschen niedlich.

Einen guten Blick über die Altstadt hat man von den mächtigen Türmen der Basilica del Voto Nacional. Neugotischer Stil, wenngleich aus Beton, wie man beim Aufstieg zum höchsten Aussichtspunkt sieht. Die Altstadt ist ein Ort für klassisches Kultur-Sightseeing, etwa bei der Iglesia de San Francisco und dem Jesuitenkloster La Compania. Belesene Besucher ermitteln, welche architektonischen Einflüsse wo in die Kolonialbauten eingeflossen sind. Oder man spaziert bloß, trinkt einen "jugo" in dem Café im alten Teatro Bolivar und beobachtet das Treiben

Mariscal sucre: Party in "Gringolandia"

Nur einen ausgedehnten Spaziergang von der Altstadt entfernt liegt La Mariscal, quasi die Neustadt. In Mariscal trifft der Besucher aus Europa vor allem auf seinesgleichen. Das Viertel hat sich zu einer festen Station auf dem "Gringo Trail" entwickelt, der Route der zumeist weißen Backpacker durch Südamerika. Es gibt ungezählte Bars, Restaurants und Hostels. Keine Frage, von Subkultur ist Mariscal weit entfernt, nicht umsonst heißt es "Gringolandia".

Doch in das Viertel kommen auch die jungen Frauen und Männer der Hauptstadt, die selbstbewusst die globalen Modetrends übernehmen, sobald diese Quito erreichen. Und zu hören gibt es abends nicht nur Lady Gaga und 50 Cent, sondern auch Livemusik, etwa auf der zentralen Plaza Foch.

Parque la Carolina: Wo die Quiteños entspannen

Quito ist nicht New York. Und doch sieht der Parque la Carolina auf der Karte ein wenig aus wie der Central Park: Lang gestreckt liegt er mitten in der Stadt an der Avenida Amazonas zwischen schmucklosen Bürotürmen. In einer künstlichen Lagune fahren Tretbötchen im Kreis wie in einem Freizeitpark. Es werden Fußball, Basketball und eine ecuadorianische Variante des Volleyballs gespielt. Die Menschen joggen und turnen - oder essen Eis und passen auf, dass ihre Kinder nicht ausbüchsen.

Im Parque La Carolina präsentiert sich Quito als die moderne Großstadt, die sie tatsächlich ist. Der Park ist kein abgeschirmter Ort für die elitäre Oberschicht, hier kommen ganz normale Leute zusammen, wenngleich auch keine Armen. Die ausgelassene Stimmung färbt ab, am besten setzt man sich unter einen Baum in den Schatten und beobachtet einfach eine Weile das Geschehen.

Teleférico: Vergletscherte Vulkane am Horizont

Der Rucu Pichincha sieht von vielen Plätzen Quitos mehr wie ein Hügel als wie ein ernstzunehmender Berg aus. Doch die Perspektive täuscht. Das liegt vor allem daran, dass Quito selbst bereits auf 2850 Metern Höhe über dem Meer liegt - die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Wer dann bequem mit der Telefériqo den Berg hinauffährt, steigt schon auf fast 4000 Meter aus. Der Ausflug mit der Seilbahn bietet eine spektakuläre Sicht auf Quito und mehrere vergletscherte Vulkane.

Von der Seilbahnstation brechen einige Besucher zum Gipfel des Rucu Pichincha auf, eine kleine bis ausgedehnte Tageswanderung, je nach Kondition. Wenn die Sonne untergeht, wird es schnell kalt in dieser Höhe. Jetzt sind die T-Shirt-Touristen gekniffen. Doch einige wenige halten durch und beobachten, wie der langgezogene Streifen Großstadt langsam im schwindenden Licht zu leuchten beginnt.

dpa

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