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Komfort oder Wetterschutz - Outdoor-Typen und ihre Trends

Tourismus Komfort oder Wetterschutz - Outdoor-Typen und ihre Trends

Die Ausrüstung wird leichter, die Kleidung wasser- und hitzebeständiger und das Zubehör gewiefter: Um Sportfans in die Natur zu locken, lässt sich die Outdoor-Branche ständig neue Trends einfallen.

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Für Outdoor-Abenteurer, denen es nachts schnell zu klamm wird: Die englische Firma Nikwax hat einen Schlafsack mit wasserfeste Daune entwickelt.

Quelle: Felix Kästle

Friedrichshafen. Auf einer Fachmesse in Friedrichshafen am Bodensee werden in diesem Jahr 230 Weltpremieren gezeigt. Manche könnten einen durchaus vom Sofa herunterlocken. Gründe für vier Outdoor-Typen, mal wieder nach draußen zu gehen - gerade jetzt, wenn es wieder heißer wird:

 

Für Komfortbewusste: Das Schlafen im Zelt ist zu ungemütlich? Der Aufenthalt auf dem Campingplatz nicht schick genug? Wenn es nach den Zeltherstellern geht, gelten diese Ausreden längst nicht mehr. Denn der Trend geht vom Camping zum "Glamping" - also dem glamourösen Camping. Übernachtet wird in gut ausgestatteten Zelten, in die sogar richtige Möbel passen. Einen Nachteil gibt es allerdings: Die luxuriösen Schlafgelegenheiten wiegen so einiges. Das "Vanaheim" der Firma Nordisk bringt zum Beispiel 58,5 Kilogramm auf die Waage.

 

Manche Campingplätze bieten daher Luxuszelte mit Möbeln und kompletter Küche zum Vermieten an, wie Franziska Köglmeier vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland sagt. "Die Gäste wollen Komfort, aber auch das ursprüngliche Gefühl des Campings und mieten dann große, gut ausgestattete Safarizelte." Generell liege Campen wieder im Trend: 2014 sei mit fast 28 Millionen Übernachtungen ein Rekord verzeichnet worden.

 

Für Ängstliche:  Wer befürchtet, beim Wandern, Baden oder Bergsteigen verloren zu gehen, sollte sich vorher mit einem Rettungssystem ausstatten. Die schwedische Sicherheitsfirma Recco hat beispielsweise einen Detektor entwickelt, mit dem man vermisste Personen suchen kann. Mehrere Outdoor-Marken haben dazu Kupferdioden in Kleidung oder Rucksäcke eingebaut. Auf diese Reflektoren reagiert der Detektor, wenn etwa die Bergwacht damit ein Gebiet absucht.

 

Der Vorteil sei, dass man dieses Rettungssystem im Gegensatz zu einer Sonde nicht bewusst einpacken müsse, sagt Adrian Probst von der Bergwacht Schwarzwald. "In Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald macht das keiner, weil niemand an Gefahr denkt. Systeme, die gleich mit der Kleidung gekauft werden, sind für uns dagegen ganz interessant." Allerdings seien solche Systeme keine Einladung dazu, höhere Risiken zu wagen, sagt Probst. "Sie verleiten die Leute manchmal auch, eine Gefahr einzugehen, die weniger kalkulierbar ist. Das ist eine Entwicklung, die wir auch beobachten."

 

Für Hypochonder: Kennt man ja: Man geht wandern, dann regnet es, alles ist nass und man friert. Die Folge: ein dicker Schnupfen. Um Profi- und Freizeitsportler wetterunabhängiger zu machen, haben die Hersteller von Kleidung und Zubehör in den vergangenen Jahren viel Geld und Energie in Forschung gesteckt. Herausgekommen sind etwa atmungsaktive Kleidung, die der Hitze trotzen. Oder Textilien, die Wasser abweisen. Die englische Firma Nikwax beispielsweise hat eine wasserfeste Daune entwickelt, mit der man sogar Schlafsäcke schwimmen lassen kann. Mindestens 1000 Minuten soll die Daune Nässe und Schütteln stand halten, verspricht das Unternehmen.

 

 

Für noch nicht fitte:  Wer sich auf die nächste Wander- oder Klettertour vorbereiten will, muss nicht einmal das Haus verlassen: Programme für Tablets oder Smartphones bringen das Fitnessstudio direkt ins Wohnzimmer. Mit der App der amerikanischen Outdoor-Marke North Face etwa kann man sich schon auf dem Sofa zwischen verschiedenen Sportarten entscheiden und dann entsprechende Übungen nachmachen. Andere Unternehmen bieten zum Beispiel Fitnessarmbänder, die einen faulen Träger daran erinnern, mal wieder aktiv zu werden.

 

Aber macht so etwas wirklich fit? "Sie bringen Menschen, die sonst eher keinen Zugang zum Sport haben, eine gewisse Motivation", sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Für Fortgeschrittene stehe bei der Technik-Sporthilfe dagegen etwas anderes im Vordergrund: "Sie ermöglichen mir, mich mit anderen zu messen und mein Training zu dokumentieren", sagt Froböse. Allerdings müsse man aufpassen, sich beim Sport nicht von Geräten abhängig zu machen. "Die Leute geben sonst wenig Acht auf sich selbst und können ihre Belastung nicht richtig steuern."

dpa

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