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DTV: Mauerfall-Jubiläum sorgt für weiteren Tourismus-Schub

Tourismus DTV: Mauerfall-Jubiläum sorgt für weiteren Tourismus-Schub

Vom Mauerfall-Jubiläum erwartet der Deutsche Tourismusverband einen weiteren Schub für den Deutschland-Tourismus. Im Interview erklärt Präsident Reinhard Meyer, warum ohne die Wende Deutschland heute nicht die touristische Nummer eins in Europa wäre.

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Symbol der Teilung: Der Checkpoint Charlie ist heute einer der Besuchermagnete in Berlin.

Quelle: Visit Berlin/Wolfgang Scholvien

Berlin. Deutschland feiert in diesem Herbst den 25. Jahrestag des Mauerfalls im November 1989. Die historischen Ereignisse haben zu einem enormen Tourismusboom in Deutschland geführt. "Ohne den Mauerfall wären wir nicht die Nummer eins in Europa", sagt Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).

 

Inwiefern spielt der Mauerfall noch heute touristisch eine Rolle?

 

Reinhard Meyer: Mauerfall und deutsche Einheit sind in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten. Ohne die deutsche Wiedervereinigung hätten wir nicht die nun insgesamt 16 Bundesländer in Deutschland, und unser touristisches Produkt wäre damit deutlich kleiner. Zugute kommt dem Tourismus sicherlich außerdem eine der wichtigsten Errungenschaften, die der Mauerfall den Ostdeutschen verschafft hat: ihre neue Reisefreiheit. Diese führte nach der Wende zu insgesamt mehr Reisen, eben nicht nur in die neuen Länder, sondern auch umgekehrt in die Regionen der alten Bundesländer. Hieraus folgt: Ohne den Mauerfall wären wir, was die Übernachtungen in deutschen Beherbergungsbetrieben anbelangt, nicht die Nummer eins in Europa, und wir hätten auch nicht mit knapp 412 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr das vierte Rekordjahr in Folge verzeichnet. All dies sind positive Auswirkungen, die uns im Tourismus den Mauerfall vor 25 Jahren noch heute sehr deutlich spüren lassen.

 

Kommen Touristen eigens nach Deutschland, um zum Beispiel Teile der Berliner Mauer zu sehen?

 

Meyer: Ganz ohne Zweifel lockt die Berliner Historie jedes Jahr zahlreiche Reisende aus dem Ausland. Und natürlich stellen die verbleibenden Teile der Berliner Mauer hierbei eine wichtige Sehenswürdigkeit dar. So sehen wir am Checkpoint Charlie jeden Tag internationale Besuchergruppen, aber ebenso strömen sie natürlich zum Brandenburger Tor. Diese historischen Stätten sind zumeist nicht der alleinige Reiseanlass für Besucher aus dem Ausland, denn Berlin hat einiges mehr zu bieten, aber sie gehören heute zu einem echten Berlin-Programm.

 

Inwiefern wird der Mauerfall in diesem Jahr touristisch vermarktet?

 

Meyer: Das ist auf das Ausland bezogen vornehmlich Aufgabe der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt. Sie wirbt sehr intensiv mit dem Mauerfall und nutzt die Strahlkraft dieses denkwürdigen Ereignisses insbesondere im Ausland, jedoch immer in enger Verbindung mit der deutschen Einheit. Dieses Ereignis nicht zu vermarkten, wäre töricht. Immerhin handelt es sich um das aus meiner Sicht wichtigste historische Ereignis für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, das das touristische Interesse weckt.

 

Werden die Feierlichkeiten rund um das Mauerfall-Jubiläum noch einmal für einen Schub im Tourismus 2014 sorgen?

 

Meyer: Davon gehen wir aus. Aber vieles konzentriert sich dabei auf Berlin und natürlich auch auf die neuen Bundesländer. Insgesamt verzeichnen wir aktuell für die ersten acht Monate im Jahr 2014 drei Prozent Zuwachs bei den Übernachtungen in Deutschland im Vergleich zum vergangenen Jahr. Grundsätzlich ist der Mauerfall noch immer ein Ereignis, das viele Menschen in Deutschland, die diesen Tag miterlebt haben, bewegt. Man denkt zurück und fragt sich: "Was habe ich an diesem Tag gemacht? Wo war ich damals, als die Mauer fiel?" Natürlich stellen dieser Tag und die zahlreichen Feierlichkeiten rund um das Jubiläum auch einen großen Reiz für ausländische Besucher dar.

dpa

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