Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Aus Feuer geboren: Jugendstil im norwegischen Ålesund

Tourismus Aus Feuer geboren: Jugendstil im norwegischen Ålesund

Im Hinterzimmer der Schwanenapotheke betreten Besucher die Zeitmaschine. Die Tür schließt sich hinter ihnen, Jahre rattern rückwärts, bis die Anzeige auf 1904 steht.

Voriger Artikel
Aida und Hapag Lloyd meiden Färöer-Inseln wegen Walfang
Nächster Artikel
Neues aus der Kreuzfahrt-Welt: Flussreisen und Adria-Tour

Leiterin des Jugendstilzentrums von Ålesund: Kunsthistorikerin Ingvil Grimstad.

Quelle: Jugendstilsenteret

Ålesund. Dann öffnet sich die Tür auf der anderen Seite, und man geht hinein in die Nacht des 23. Januar.

Glocken läuten, ein Sturm heult aus Lautsprechern. Der Orkan blies aus Südwesten in jener Schicksalsnacht. Aus der Richtung, in der das Feuer in einer Konservenfabrik begann. Bald war die ganze Stadt ein Flammenmeer. Trotzdem starb nur ein Mensch. Und die Katastrophe von damals ist der Grund dafür, dass die Stadt am Fjord heute eine der schönsten in Norwegen ist. "Das Besondere an Ålesund ist, dass die ganze Stadt im Jugendstil gebaut wurde", sagt Ingvil Grimstad vom Jugendstilzentrum in der Schwanenapotheke.

../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-150625-99-06383_large_4_3.jpg

Das alte Esszimmer der ehemaligen Schwanenapotheke sieht heute immer noch sehr herrschaftlich aus.

Zur Bildergalerie

Deren Neubau plante Hagbarth Schytte-Berg. Der Stararchitekt hatte in Deutschland studiert, ebenso wie einige seiner Kollegen, die für den Wiederaufbau aus ganz Norwegen nach Ålesund kamen. Nach drei Jahren waren bereits 400 Häuser im Stadtzentrum vollendet. Daran hatte auch der deutsche Kaiser seinen Anteil, denn Wilhelm II. liebte Norwegen. Als er von der Katastrophe hörte, schickte er Essen, Kleidung, Medikamente.

So zynisch es klingt, für das Stadtbild Ålesunds war die Katastrophe eine Chance. "Die Stadt wurde besser und schöner wieder aufgebaut", sagt Grimstad. Die neuen Straßen wurden breiter angelegt. Und nach dem Feuer schrieb die Regierung vor, dass in ganz Norwegen die Häuser in den Stadtzentren aus Stein gebaut werden müssen.

Die hübsch renovierten Gebäude am Kanal waren früher allesamt Fischfabriken. Man sieht noch die Öffnungen der Kräne zum Verladen des Fangs. Heute haben Agenturen, Restaurants und Hotels die alten Speicherhäuser übernommen.

Den besten Blick auf die Stadt hat man vom Berg Aksla, auf den 418 Stufen führen. Von hier öffnet sich ein wunderbarer Ausblick über die Stadt mit ihren Kanälen, Inseln, Häfen, über den Fjord und die weißen Gipfel der Sunnmørsalpen dahinter.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles