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Alles Käse? Niederlande mit Rekordzahlen und Imageproblemen

Tourismus Alles Käse? Niederlande mit Rekordzahlen und Imageproblemen

Die Zahlen sehen gut aus: Mehr als 3,9 Millionen Deutsche sind 2014 in die Niederlande gereist, Tagesbesucher nicht mitgezählt. Bereits 1955 zählte die Statistik 275 000 deutsche Gäste - seitdem hat sich die Zahl mehr als vervierzehnfacht.

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Von September 2015 bis Januar 2016 zeigt das Van Gogh Museum in Amsterdam die Werke Vincent van Goghs und Edvard Munchs.

Quelle: Van Gogh Museum/Jan Kees Steenman

Berlin. Und so wird es wohl weitergehen. Anouk Susan vom Niederländischen Büro für Tourismus (NBTC) hält es für realistisch, bald die 4-Millionen-Marke zu knacken. Trotzdem: Die Niederlande haben ein Imageproblem.

Viele Deutschen verbinden mit dem Nachbarland "Tulpen, Windmühlen und Holzpantinen", sagte Anouk zum Auftakt der

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Wie Holland aus dem Bilderbuch - Käse und Frau Antje gehören einfach dazu.

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Reisemesse ITB in Berlin (4. bis 8. März). Das ist so realistisch wie die Vorstellung mancher Amerikaner, die glauben, Deutsche liefen mit Lederhose und Sepplhut herum. Das eindimensionale Bild, das viele Deutsche von den Niederlanden haben, hat aber Auswirkungen aufs Urlaubsverhalten.

 

Eine Image-Studie vom NBTC ergab, dass die Deutschen mit ihrem Nachbarn vor allem Käse, Küste, Meer und Fahrradfreundlichkeit assoziieren und besonders Urlaub an der Nordsee schätzen. Das ist aus Sicht der niederländischen Tourismusexperten ein bisschen wenig. Schließlich habe Holland noch andere Seiten, wie Anouk Susan betont. Tiere in freier Wildbahn zum Beispiel und kaum berührte Natur.

Das weiß in Deutschland bloß kaum jemand - und deswegen ist Susan froh über den Dokumentarfilm

"Die neue Wildnis", der am 9. April in Deutschland ins Kino kommt. In den Niederlanden war er mit 750 000 Zuschauern ein riesiger Erfolg.

 

Der Film zeigt Bilder aus den Niederlanden, die die meisten Deutschen nicht erwartet hätten: Eine riesige Herde wilder, galoppierender Pferde, spielende Füchse und kreisende Seeadler. Zwei Jahre lang hat das Filmteam dafür vor allem in den Oostvaarderplassen in der Provinz Flevoland östlich von Amsterdam gedreht, wo alle diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen sind. Für Anouk Susan der beste Beweis dafür, dass es in den Niederlanden noch viel zu entdecken gibt.

Das sieht Axel Rüger ähnlich. Das Herzensanliegen vom Direktor des

Van Gogh Museums in Amsterdam ist es aber weniger, den Deutschen die wilden Seiten der Niederlande nahezubringen. Ihm geht es um die Kunst. Schließlich gebe es wie bei den Wildtieren auch in den Museen die "Big Five" - "Rembrandt, Vermeer, Van Gogh, Mondrian und Escher", zählt er auf. Sein Museum zeigt vom 25. September bis 17. Januar 2016 eine Ausstellung zum Van-Gogh-Jahr aus Anlass von dessen 125. Todestag. Noch bis zum 17. Mai ist im

Rijksmuseum in Amsterdam eine große Rembrandt-Ausstellung zu sehen.

 

Das

Gemeentemuseum in Den Haag zeigt bis zum 6. September eine Ausstellung mit Werken der Den Haager Schule. Das

Museum Escher im Palast in Den Haag widmet sich bis zum 31. Dezember den Bezügen zwischen realen Orten im Leben Eschers und seinen Werken.

 

Die Niederlande unter Kunst- und Kulturtouristen bekannter machen will auch die

Initiative "Kunst Holland", zu der sich die vier genannten Museen des Landes zusammengeschlossen haben. Bei der ITB hat sie mehrfach die Trommel für ihr Anliegen gerührt. Das Ziel ist klar: Wenn deutsche Urlauber über die Niederlande nachdenken, soll ihnen künftig mehr einfallen als Windmühlen und Holzpantinen.

dpa

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