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Advent an der Havel - Potsdam weihnachtet sehr

Tourismus Advent an der Havel - Potsdam weihnachtet sehr

Im Holländischen Viertel leuchten Sterne über den Türen. Auf dem Kutschstallhof ist Polnischer Weihnachtsmarkt. In der Brandenburger Straße wird Glühwein mit Rumkirsche serviert.

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Ein Stand am anderen - in der Potsdamer Innenstadt lohnt sich ein Weihnachtsbummel zwischen Brandenburger Straße und Luisenplatz.

Quelle: Andreas Heimann

Potsdam. Potsdam ist immer eine Reise wert - auch in der Adventszeit.

Ein Brandenburger Tor hat

Potsdam auch. Es ist sogar etwas älter als das in Berlin. Zu Fuß höchstens zwei Minuten entfernt steht Birgit Ritschel vor der Tourist-Info in der Brandenburger Straße. Die Stadtführerin zeigt Besuchern in der Adventszeit die weihnachtlichen Seiten Potsdams. Einen

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«Frohes Fest!» - Weihnachtswünsche in Stiefelform aus Lebkuchen sind längst nicht die ausgefallensten kulinarischen Leckerbissen auf Potsdams Weihnachtsmärkten.

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böhmischen Weihnachtsmarkt gibt es, genau wie einen

polnischen und in diesem Jahr auch wieder einen im Holländischen Viertel. Nicht weit von Schloss Sanssouci entfernt erstreckt sich das Weihnachtsdorf auf dem

Krongut Bornstedt. Und die

Brandenburger Straße wird zusammen mit dem benachbarten Luisenplatz ebenfalls zum Weihnachtsmarkt, der schon am 25. November eröffnet.

 

In der katholischen Propsteikirche

St. Peter und Paul wird gerade der Weihnachtsbaum aufgestellt, obwohl es bis Heiligabend noch ein paar Wochen hin sind. Der Tannenbaum wirkt riesig, mehrere Männer ziehen ihn durch das Kirchenschiff in den Altarraum. Auch die Krippe steht dort vorne schon - Potsdam ist in Weihnachtsstimmung, und das spätestens ab dem ersten Advent.

 

Direkt neben der Kirche liegt der Bassinplatz, wo die Händler auf dem Wochenmarkt sich ebenfalls längst auf Weihnachten eingestellt haben. Wer noch etwas länger bummeln will, hat auf dem Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße eine Riesenauswahl an Ständen. Handgestrickte Wollmützen sind hier gleich neben bunten großformatigen Kunstwerken oder Christbaumschmuck aus dem thüringischen Lauscha zu haben. Glühwein mit Rumkirsche gibt es genauso wie heißen Caipirinha. An einem Stand werden polnische Spezialitäten verkauft: Bigos zum Beispiel und Krakauer - für alle, die am Nikolauswochenende keine Zeit für den Polnischen Weihnachtsmarkt auf dem Kutschstallhof haben.

Birgit Ritschel zeigt auf ihrer Tour durchs vorweihnachtliche Potsdam aber auch die klassischen Touristenattraktionen der Stadt: die Fachwerkhäuser zum Beispiel, die der Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I. bauen und sein Sohn Friedrich der Große mit schicken Schaufassaden verkleiden ließ. Zu Zeiten der beiden Preußenkönige war es in der Vorweihnachtszeit allerdings sehr viel unauffälliger und ungemütlicher als heute. "Weihnachtsbäume gab es damals noch nicht", sagt Ritschel. Die kamen erst gegen Anfang des 19. Jahrhunderts in die Stadt. Und der Soldatenkönig, notorisch knauserig und furchtbar streng, war auch nicht gerade ein Weihnachtsfan - Gottesdienste an den Weihnachtstagen hielt er für Schnickschnack und ließ die Kirchen dann kurzerhand schließen.

Das

Holländische Viertel, das schon am Bassinplatz beginnt, gehört zu Potsdams nettesten Ecken, und im Advent wird es hier noch mal stimmungsvoller. Vor allem am 13. und 14. Dezember, wenn das Sinterklaasfest gefeiert wird und dazu auch zahlreiche Händler und Künstler aus den Niederlanden anreisen.

 

In der Vorweihnachtszeit wird es schon um halb fünf schwummrig. Laternen und Lichtgirlanden oder hier und da ein leuchtender Herrnhuter Stern an den Giebeln wirken dann umso gemütlicher. Und wer anfängt zu frieren: Im Holländischen Viertel reihen sich Galerien an Kunst- und Antiquitätengeschäfte, Restaurants und Cafés, in denen auch Holländischer Kaffee serviert wird: mit Eierlikör und Sahne.

An den heiligen Nikolaus erinnert die

St. Nikolai-Kirche am Alten Markt, einem weiteren touristischen Hotspot der Stadt. Ritschel öffnet die Tür und geht schon einmal vor. Potsdams evangelische Hauptkirche wurde nach Plänen von Karl-Friedrich Schinkel erbaut, Preußens wichtigstem Architekten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Jede weihnachtliche Stadtführung endet mit einer "Nascherei". Zu probieren gibt es dann eine der Spezialitäten, die in Potsdam Tradition haben. Rabiens Baumkuchen zum Beispiel. Rabien war ehemals die Potsdamer Hofkonditorei. Serviert wird der weiß glasierte "König der Kuchen" zum Beispiel im 1878 gegründeten "Café Heider" in der Friedrich-Ebert-Straße.

Für seinen Stollen und seine Dominosteine hat dagegen die "Konditorei Schröter" einen Namen, seit 60 Jahren in der Dortustraße zu Hause. Vater Erich überlässt das Geschäft inzwischen weitgehend seinen beiden Söhnen: Bäckermeister Andreas ist der Experte für Butter-, Mandel- Marzipan- oder Mohnstollen. "Butterstollen ist am beliebtesten", sagt er. Das Familienrezept ist schon mehrere Generationen alt. "Details sind geheim." Probieren kann man ihn aber - oder gleich einen ganzen kaufen, falls man ein Stück weihnachtliches Potsdam mit nach Hause nehmen möchte.

 

Service:

 

- Einen Weihnachtlichen Altstadtrundgang gibt es an den Adventswochenenden an jedem Samstag um 14.00 Uhr. Treffpunkt ist die Tourist-Information an der Brandenburger Straße 3. Er dauert 2,5 Stunden, endet im Holländischen Viertel und kostet neun Euro. Tickets sind in der genannten Tourist-Information erhältlich und auch in der am Hauptbahnhof.

- Die

Nikolaikirche ist in den Wintermonaten täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

 

- Das Sinterklaasfest, das im vergangenen Jahr ausfiel, ist nun für den 13. und 14. Dezember im Holländischen Viertel geplant. Es wird vom Förderverein zur Pflege der Niederländischen Kultur in Potsdam e.V. organisiert.

- Der

Böhmische Weihnachtsmarkt auf dem Weberplatz in Potsdam-Babelsberg ist für das Nikolauswochenende vom 5. bis 7. Dezember geplant. Handwerker, Händler, Künstler und Gastwirte lassen dann zwischen den Weberhäusern aus dem 18. Jahrhundert böhmische Traditionen aufleben. Die Kolonie böhmischer Weber war eine Initiative Friedrich des Großen. Der Böhmische Weihnachtsmarkt startet am Freitag um 17.00 bis 22.00 Uhr mit einer Glühweinnacht. Samstag und Sonntag ist er von 11.00 bis 22.00 und von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

 

- Eine Potsdamer Besonderheit ist auch der

Polnische Weihnachtsmarkt, der parallel zum böhmischen stattfindet: am Freitag, 5. Dezember, von 16.00 bis 20.00, am Samstag und Sonntag von 11.00 bis 20.00 und von 11.00 bis 19.00 Uhr auf dem Kutschstallhof. Dabei stehen Weihnachtstraditionen aus Polen im Mittelpunkt. Es gibt polnisches Kunsthandwerk und polnische kulinarische Spezialitäten. Außerdem stellen sich deutsch-polnische Vereine aus Berlin und Brandenburg vor. Der Eintritt kostet 2,00 Euro, Kinder, die kleiner als 1,40 Meter sind, zahlen nichts.

 

- Tourist-Info Potsdam, Brandenburger Straße 3, 14467 Potsdam, Tel.: 0331/27 55 88 99, E-Mail: tourismus-service@potsdam.de

dpa

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