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Von Neon bis Quaste - Moderne Hippies kleiden sich bewusster

Mode Von Neon bis Quaste - Moderne Hippies kleiden sich bewusster

Hippies gibt es schon seit mehr als 40 Jahren. Das bedeutet aber nicht, dass sie heute noch genauso aussehen wie damals. Neonfarben und Metallcharms sind nun ebenfalls Teil des Stils - neben manch einem modischen Klassiker.

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Fransig: Tasche im Hippie-Look von Michael Kors (225 Euro).

Quelle: Michael Kors

Stuttgart. Blumen, Batik, Blusen - der moderne Hippie sieht in seinen Grundzügen immer noch ähnlich aus wie sein Vorfahre aus den späten 60er und 70er Jahren. Aber er hat sich weiterentwickelt. Und: Der Stil wird neuerdings wieder konsequenter durchgezogen, sagt Sylvia Ebner vom Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater (ifs). Wenn vor einigen Jahren noch die Hose mit Schlag als einzige Hippie-Komponente getragen wurde, sei der Stil nun wieder näher am Original.

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Wohl das Hippie-Symbol schlechthin: Peace. Diese Kette ist von Wenz (12,95 Euro).

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Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut (DMI) sieht den aktuellen Hippie-Look wie damals als eine Art Gegenbewegung - und zwar auch zum Hipster, der sich auf eine vermeintliche Bürgerlichkeit konzentriert habe. Der Hippie ist eine Art Befreiung vom Konventionalismus der Hipster und vom "Bekleidungsterror". So nennt Müller-Thomkins es, dass häufig wechselnde Kollektionen in Schaufenstern dazu aufrufen, sich ständig neu einzukleiden. Allerdings sei der Hippie-Look heute eine stilistische Reaktion, nicht so sehr politisch motiviert wie in den Ursprüngen.

Die Kleidungsstücke bleiben traditionell sehr farbenfroh. "Hier wird mit kalifornischen Farben gespielt", so Müller-Thomkins. Aktuell angesagt seien Gelb- und Grüntöne. Neu sei nun, dass Neonfarben den Hippie-Stil anreichern, erklärt Chiara Howald vom Netzwerk deutscher Mode- und Textildesigner. In aktuellen Kollektionen werden erdige Töne zum Teil von neonfarbenen Highlights durchdrungen.

Wichtiger Bestandteil des Looks sind Röcke und Kleider. Sie werden lang und weit getragen, erklärt Howald. Die Bewegung hin zur Highwaist - also zum Tragen auf Taillenhöhe - spiegle sich nun auch bei den Röcken im Hippie-Stil wider. In Sachen Hosen gehe es zu einer Art Mischung aus Marlene- und Haremshose. Letztere fällt durch den tiefen Schnitt auf, die Marlene-Hose hat von oben bis unten die gleiche Weite. Auch die zu weite Boyfriend-Jeans passe zum Stil, sagt Müller-Thomkins.

Bei den Oberteilen nehmen Hippies Blusen und Tuniken, häufig mit Batik-, Blümchen- oder Ethno-Muster, beschreibt Ebner. Dazu sind Strick- und Häkelstoffe im Trend und solche, die mit Spitze durchbrochen werden. Modern seien bauchfreie Oberteile und Cut-outs, sagt Howald. Dort würden vor allem grafische Muster wie Dreiecke in die Kleidungsstücke hineingeschnitten.

Obwohl der Hippie-Look wegen der häufig leichten und transparenten Stoffe eher in den Sommer passt, gibt es genug Varianten für Herbst und Winter. Da sind zum einen die eher kräftigen Boots, teils mit Lederriemen oder Schnallen, sagt Ebner. Wildlederstiefel seien zum Teil mit Ethno-Mustern dekoriert, berichtet Howald. Hinzu kommen Cardigans, die bis zum Boden reichen, und Wollmäntel, die einen längeren Flor haben und manchmal mit Mustern dekoriert sind.

Laut Ebner greifen die Hippies im Winter außerdem zu Fellwesten - meist mit sogenanntem Funfur, einem etwas franseligen Fellimitat. Nicht zuletzt passt dazu die Layering-Technik gut, bei der mehrere Schichten übereinander getragen werden, so Müller-Thomkins. Auch viele Accessoires, die den modernen Hippie ausmachen, gehören eigentlich in die kalte Jahreszeit, zum Beispiel Schlabbermützen oder Schlapphüte. "Am besten passt der Schlapphut zu langem Haar, offen getragen", sagt Ebner. Zu kurzen Haaren lässt sich statt Hut gut ein Tuch um den Kopf binden.

Als Schmuck sind die als Charms bekannten metallischen Gliederketten angesagt, laut Howald gerne in einer Kombination mit Perlen, Federn oder Quasten. Auch mehrere Ketten übereinander passten sehr gut zum Look. Dazu gehört etwa eine Ledertasche mit Fransen. Insgesamt werden die Accessoires nicht mehr so zufällig zusammengestellt wie in den 60er und 70er Jahren, sagt Müller-Thomkins.

dpa

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