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Weltweite Werbung für Frankreichs Küche

Ernährung Weltweite Werbung für Frankreichs Küche

Als Vorspeise Jakobsmuschel mit Banyuls-Süßwein und Banane oder lieber Gänseleber mit Rhabarber? Im Anschluss eher Bresse-Huhn mit Sellerie und Blaubeeren oder aber Wolfsbarsch aus der Bretagne mit Artischocke? Die beschriebenen Gänge sind beispielhaft aus einem 135-Euro-Menü, das der Koch Patrick Bittner vom Restaurant "Français" am Donnerstag (19. März) anbietet.

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Hinter der kulinarischen Werbeaktion stecken Starköche wie Alain Ducasse.

Quelle: Christian Volbracht

Paris. Der Koch aus dem Hotel Frankfurter Hof nimmt teil an einer gigantischen

Gastronomie- und Werbeaktion von Frankreich. Natürlich hält das Menü auch Käse und schließlich ein Dessert bereit: eine edle Schokoladenkreation mit Himbeere und Malz.

 

Am 19. März sollen weltweit in rund 1300 Bistros und Restaurants ebenso viele Chefköche nach französischer Art Menüs auftischen. Ziel der kulinarischen Kraftanstrengung, zu deren Köpfen Starköche wie Alain Ducasse oder Guy Savoy gehören, ist es, ein Schlaglicht auf die "cuisine française" zu werfen, die mancherorts ein Image-Problem hat.

Aus Deutschland macht etwa ein Dutzend Restaurant-Chefs mit - zum Beispiel Volker Reich in Hamburg ("Ticino"), Florian Ohlmann in Düsseldorf ("Lido 1960") oder Patrick Geay in München ("Le Cézanne").

Der Werbefeldzug für Frankreichs Kochkunst und Top-Produkte ist keine Erfindung von Spitzen-Köchen. Die Gastronomie wurde vielmehr zur Staatssache erhoben: Die Aktion geht wesentlich auf Außenminister Laurent Fabius zurück. "Das Erbe Frankreichs, das ist die Küche, das sind die Weine", sagt der Chefdiplomat zur Kampagne. "Das ist dann auch ein Hebel, um das Reiseziel Frankreich attraktiver zu machen."

Vor etwa fünf Jahren wurde französisches Essen von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Das soll werbewirksam gezeigt werden, in einer Zeit, in der Frankreichs frühere Sonderstellung in Sachen Gastronomie von vielen Seiten angegriffen wird. Viele Länder etwa in Europa haben bei der Qualität aufgeholt. Und die Einflüsse Asiens auf die Spitzenküche machen es Franzosen ebenfalls schwerer.

Wie organisiert man ein solches Riesen-Event? Ein internationaler Ausschuss von Top-Köchen unter der Leitung von Ducasse (58) hat die Auswahl getroffen - zunächst war man von nicht mehr als 1000 Menüs ausgegangen, dann trudelten allerdings viel mehr Anmeldungen ein. Nun kann also auf allen Kontinenten für Zehntausende "à la française" gekocht werden. Einen Tag "so frisch wie der Frühling" verspricht sich Savoy (61), wenn allerorten das "dîner français" serviert wird.

Der deutsche Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt (59) lobt die Aktion, auch wenn seine "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn nicht mit von der Partie ist: "Grundsätzlich bin ich bei dem, was Alain Ducasse da anstößt, ein ganz großer Fan", sagt der Koch der Deutschen Presse-Agentur. Wohlfahrt schwärmt von der enormen "Abstrahlung" der französischen Spitzengastronomie auf die deutsche Kochkunst. "Ich kenne französische Adressen, die auf absoluter Höhe der Gastronomie sind." Das ist Balsam für die Seele der "haute cuisine", bei der manche Kritiker in den vergangenen Jahren einen Niveauverlust sahen.

Und was soll in den mehr als 1000 Lokalen gezaubert werden? Nach dem Apéritif eine warme oder kalte Vorspeise wie etwa Foie gras (die Stopfleber von Gans oder Ente ist jedoch aus Tierschutzgründen höchst umstritten). Danach folgen als Hauptgericht Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte. Als unabdingbar gilt vielen danach im französischen Menü der Käseteller vor dem Dessert - Frankreich gilt als das Land der wohl größten Käsevielfalt der Welt.

"Im Zeichen der zeitgenössischen Gastronomie wird dieses Essen aus frischen und lokalen Produkten komponiert, mit weniger Fett, Zucker und Salz", geben die Organisatoren vor. Am gleichen Tag laden übrigens auch französische Botschaften auf der ganzen Welt zum Essen ein. Guy Savoy meint zur Begründung des ganzen Aufwands: "Der französischen Gastronomie geht es sehr gut, wir sind nach wie vor spitze, viele andere Länder sind aber besser in der Kommunikation."

dpa

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