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Foodwatch findet Spuren von Mineralöl in Schokohasen

Ernährung Foodwatch findet Spuren von Mineralöl in Schokohasen

Hasen, Lämmer und Eier aus Schokolade landen millionenfach in Osterkörbchen der Deutschen - und in ihren Mägen. Wie andere Lebensmittel enthalten auch diese Leckereien bedenkliche Stoffe. Darüber berichtet Foodwatch nun.

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Foodwatch hat Schokohasen getestet.

Quelle: Lukas Schulze

Berlin (dpa) - Nach Reis, Cornflakes und Adventskalendern war es fast zu erwarten: Auch in Osterhasen aus Schokolade sind nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch Spuren von Mineralölen nachweisbar.

Rückstände potenziell krebserregender aromatischer Mineralöle fanden sich bei Tests in geringen Konzentrationen in 8 von 20 Hasen verschiedener Hersteller, wie die Organisation mitteilte.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat seit Jahren Kenntnis von der Problematik, dass Mineralöle aus bestimmten Verpackungen auf Lebensmittel übergehen können. Es erklärte bisher, dass solche Belastungen unerwünscht seien. Nach einer ähnlichen Untersuchung mit Adventskalendern 2015 sah das BfR angesichts geringer Aufnahmemengen pro Tag keine neue Gesundheitsgefahr für Verbraucher. Es kündigte für den Nachmittag eine Einschätzung zu Schokohasen an.

"Die aktuell getesteten Schokoladenosterhasen entsprechen dem strengen Lebensmittelrecht. Sie können unbedenklich gegessen werden", erklärte der Chef des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), Klaus Reingen. Ein Forschungsprojekt solle demnach helfen, die Ursachen der Spuren in Lebensmitteln aufzuklären, zu verringern oder ganz zu vermeiden.

Foodwatch berichtet weiter, dass neben aromatischen Mineralölen auch alle der getesteten Hasen mit sogenannten gesättigten Mineralölen (MOSH) belastet waren, die sich in Organen anreichern können. Die Konzentrationen schwankten - von geringen Belastungen bis zu relativ hohen Werten bei zwei Discounter-Produkten.

Als Quelle für die Verunreinigung bei Schokolade gilt laut Foodwatch etwa der Transport von Kakao in belasteten Jutesäcken und der Kontakt mit ölenden Maschinen. Auch von Druckfarben auf Kartons aus Altpapier könne eine Belastung ausgehen.

Angesichts verschiedener möglicher Ursachen verweist der BDSI auf die Verantwortung aller an der Lebensmittelkette Beteiligten: vom Anbau über den Rohstoffhandel bis hin zu Transportwesen, Verpackungs- und Druckfarbenindustrie.

Foodwatch fordert nun erneut, dass umgehend Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln festgelegt werden. Für potenziell krebserregende aromatischen Mineralöle wird eine Null-Toleranz-Regel vorgeschlagen.

Bislang gibt es für solche Rückstände keine gesetzlichen Grenzwerte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) plant eine Verordnung, die schon seit mehreren Jahren im Entwurf vorliegt. Die Diskussion über die am besten geeigneten Regelungen zur "Problemlösung" dauere an, erklärte eine BMEL-Sprecherin auf Anfrage. "Weitere Prüfungen und Gespräche mit den betroffenen Kreisen sind erforderlich."

Nach Angaben der Deutschen Süßwarenindustrie wurden für den deutschen Markt zu Ostern 111 Millionen Schokohasen produziert.

dpa

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