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Gehobene Ansprüche

Ford Gehobene Ansprüche

Mit dem neuen Mondeo startet Ford den nächsten Angriff auf die arrivierte Dienstwagenklasse um VW Passat und Co..

Barcelona. Mit einem lauten Knall entfaltet sich der Gurt-Airbag auf der Rücksitzbank des neuen Ford Mondeo. Mit diesem einfachen Knopfdruck gibt Ford-Chefingenieur Rolf Deges den Startschuss für die Einführung der vierten Generation des Mittelklassewagens und verweist damit zugleich auf die gehobenen Ansprüche des Herstellers. Auch im Premiumbereich will Ford die Konkurrenz fortan aufmischen. So einen Gurt-Airbag, wie er für 300 Euro Aufpreis im Mondeo zu haben ist, gibt es laut Hersteller bislang nur in der Mercedes S-Klasse.

Bereits mit der ersten Mondeo-Generation, die 1993 auf den Markt kam, wollte sich Ford „neu definieren“, erklärt Wolfgang Kopplin, Marketingdirektor Ford Deutschland. Seitdem wurden weltweit 4,5 Millionen Modelle verkauft. Eine Erfolgsgeschichte, die Ford nur allzu gerne fortsetzen möchte, auch wenn die Markteinführung zeitgleich zum Hauptkonkurrenten erfolgt: dem neuen VW Passat.

Der laute Knall zu Beginn sollte nicht das einzige Showelement einer im James-Bond-Stil gehaltenen Präsentation bleiben. Der britische Geheimagent ist schließlich bekannt für seine mit zahlreichen Extras ausgestatteten Dienstwagen. Und genau in jener Dienstwagenklasse will auch Ford angreifen. Bisher hat der Wolfsburger Konkurrent in diesem Segment die Nase vorn. „Wir erwarten 80 Prozent Kombiverkäufe“, sagt Wolfgang Kopplin. Volumenmodell wird der 150-PS-Diesel in der Kombiversion. Leider war dieses Modell als Testfahrzeug nicht verfügbar. Stattdessen stellte Ford den 180-PS-Selbstzünder als Limousine bereit, der in der hochwertigen Titanium-Ausführung mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Start-Stopp-System bei 34 450 Euro beginnt, die Trend-Variante kostet ab 31 450 Euro.

Optisch soll der neue Mondeo zeitlos wirken. Der große Trapezkühlergrill passt zu den Proportionen des Mondeo deutlich besser als beim kleinen Fiesta. Die schmalen LED-Scheinwerfer und die Powerdomes auf der Motorhaube, die Dynamik und Sportlichkeit vermitteln sollen, machen ebenfalls einiges her. Das Fahrwerk reagierte auf den unebenen Landstraßen der Teststrecke äußerst ausgewogen.

Auch das Interieur mit seinen hochwertigen Materialien konnte überzeugen, wenngleich ein sichtbarer Streifen Schaumstoff zwischen Armaturenbrett und Frontscheibe für Irritationen bei den Testkollegen sorgte. Das sei nur bei den Vorserienmodellen sichtbar, versicherte der Hersteller umgehend, dass diese „optische Störung“ noch behoben werde. Positiv fiel auf, dass deutlich weniger Knöpfe als beim Vorgänger im Cockpit sitzen. Weniger ist manchmal eben mehr. „Wir haben auf die Kritik unserer Kunden reagiert und mehr Funktionen im Bordsystem untergebracht“, sagt Wolfgang Kopplin. Darunter fällt auch das Multimedia-Konnektivitätssystem Sync2 mit seinem acht Zoll großen Touchscreen-Monitor. Mit der Sprachsteuerung lässt sich von der Klimaanlage über das Navigationssystem bis hin zum angeschlossenen Smartphone vieles auf Zuruf steuern. Insgesamt 10 000 Sprachbefehle soll das System verstehen. Auf den Satz „ich habe Hunger“ zeigt das Navi sogar das nächstgelegene Restaurant an.

Mit dem umfangreichsten Motorenangebot in der 21-jährigen Mondeo-Historie will Ford einen breiten Interessentenkreis ansprechen. Zur Markteinführung stehen zunächst allerdings nur je drei Vierzylinder-Diesel (85-132 kW/ 115-180 PS) und -Benziner (118- 176 kW/160-240 PS) sowie ein Hybridmodell (Systemleistung 138 kW/187 PS) zur Verfügung. Ab Mitte 2015 sind dann weitere Motoren sowie auch Allradversionen erhältlich. Insbesondere der sparsame 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder mit 88 kW/125 PS für den großen Mondeo wird mit Spannung erwartet.

Der neue Mondeo ist zwar ab sofort bestellbar und steht jetzt auch schon bei den Händlern, „das offizielle Einführungswochenende ist jedoch erst der 7. und 8. Februar 2015“, erklären die Verantwortlichen. In der Weihnachtszeit hätten die Menschen ohnehin andere Interessen, als sich in Autohäusern umzuschauen. Nun denn.

Wer nach den Weihnachtseinkäufen noch genug Geld übrig hat, kann die Limousine zu einem, wie Kopplin es formuliert, „volkstümlichen Einstiegspreis“ von 27 150 Euro erstehen. Die Kombiversion des Mondeo wird 1000 Euro mehr kosten, der Hybrid, für den ein Marktanteil von zwei Prozent erwartet wird, kostet ab 34 950 Euro. Einfach wird es der Mondeo gegen den Hauptkonkurrenten VW Passat nicht haben, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis kann durchaus überzeugen. Ginge es nach den Wünschen des Marketingdirektors, so würde der neue Mondeo für einen ähnlichen Knalleffekt sorgen wie der neue Gurt-Airbag bei der Präsentation.

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