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Opel lässt die Katze aus dem Sack

Opel Opel lässt die Katze aus dem Sack

Mit der fünften Generation des Corsa wollen die Rüsselsheimer noch erfolgreicher im Kleinwagensegment unterwegs sein. Der Wagen im Test von Gerd Piper.

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Gehobene Ansprüche

Der neue Opel Corsa soll den Erfolg der Vorgängermodell fortsetzen.

Quelle: dpa

Frankfurt/Main. Opel hat eine lange Durststrecke hinter sich. 14 Jahre lang ging es abwärts, jetzt gewinnen die Rüsselsheimer erstmals wieder Marktanteile dazu. Mehr noch: Opel hat einen Lauf. Ursächlich dafür dürften die Erfolge des kleinen SUV Mokka und des Adam sein, die gut am Markt ankommen. Daneben aber gibt es ein Auto im Angebot von Opel, das nahezu ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmacht. Das ist der Corsa. Nach 32 Jahren, vier Generationen und weltweit 12,4 Millionen verkaufter Fahrzeuge kommt die fünfte Generation im Dezember zu Preisen ab 11.980 Euro in den Handel.

Es ist schon erstaunlich, wie ein paar Sicken, neue Rücklichter und tiefer angelegte Designelemente wie beispielsweise der Kühlergrill ein Auto verändern können: Auch wenn die Silhouette typisch Corsa ist, sieht der Neue sowohl von vorne als auch von hinten breiter und erwachsener aus. Und das, obwohl er auf der Plattform des Vorgängers aufbaut und auch noch dessen Radstand hat. Ansonsten aber ist alles neu oder gründlich überarbeitet worden.

Denn auch die Opelianer gehen mit der Zeit. Und die fordert mehr Wertigkeit, mehr Technik und mehr Möglichkeiten zur Individualisierung im Kleinwagensegment. Wie das geht, macht gerade dieser Hersteller par excellence mit dem Adam vor. Und Opel hat Großes vor: Bis 2018 sollen 27 neue Modelle und 17 neue Antriebe auf den Markt gebracht werden. Jürgen Keller, Opel-Vertriebschef für Deutschland: „Da ist der Corsa ein zentraler Baustein in unserer Produktoffensive.“ Nun ist es nicht so, dass ein neues Modell automatisch zum Selbstläufer wird. Denn die Konkurrenten heißen VW Polo, Ford Fiesta, Toyota Yaris oder Renault Clio, und die sind bärenstark. Wie also geht Opel das Unternehmen Corsa an?

Da ist zum einen das völlig neu gestaltete Interieur. Weg mit den vielen billigen Schalterchen, rein mit neuen Blenden, Bedienelementen und einem besseren Materialmix. Die Klimaanlage mit den präzise einrastenden Drehschaltern kennt man schon aus dem Adam, und auch die schwarzen Kunststoffblenden sehen in dem kleinen Opel bereits prima aus. Ein paar Chromeinfassungen tun ein Übriges, um das Interieur in neuem Licht erscheinen zu lassen. Und gerade im Komfortbereich kann der neue Corsa punkten, wenn auch bei vielem nur gegen Aufpreis: Beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad, Bi-Xenon-Licht (einmalig im Segment), ein Verkehrsschild-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Abstandsanzeige, Frontkollisionswarner, Rückfahrkamera oder der automatisch lenkende Park- assistent - der neue Corsa bietet jetzt eine ganze Reihe von Assistenzsystemen, die in dieser Klasse längst nicht selbstverständlich sind.

Ein weiterer Clou ist das IntelliLink-Infotainmentsystem, das über diverse Smartphone-Apps eine ganze Reihe von Internetdiensten auf einen Sieben-Zoll-Touchscreen-Monitor ins Fahrzeug bringt. Und das für gerade einmal 300 Euro. Dass das Navigationssystem BrinGo manchmal etwas schwächelt und auch schneller sein könnte - egal, auch vielfach teurere Systeme sind nicht immer im Bilde. Weil die eigentliche Aufgabe eines Autos aber nach wie vor im Fahren besteht, wurde das Fahrwerk neu entwickelt mit einem um fünf Millimeter tieferen Schwerpunkt, einer neu abgestimmten hinteren Radaufhängung und einer neuen Frontgeometrie. Und auch die geschwindigkeitsabhängige Lenkung überzeugt mit ihrer hohen Präzision. Für den Antrieb stehen fünf Benziner und zwei Diesel zur Verfügung, die ein Leistungsspektrum von 51 kW/70 PS bis 85 kW/115 PS abdecken. Neu im Corsa-Programm ist dabei der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 66 kW/90 PS bzw. 85 kW/115 PS in der zweiten Leistungsstufe.

Das Maschinchen ist zwar kein Leisetreter, dank der Ausgleichswelle aber ein laufruhiger Geselle. Und auch den 1,4-Liter-Vierzylinderturbo (74 kW/100 PS) hat es bislang nicht gegeben. Gekoppelt werden die Maschinen an Sechs-Gang-Handschaltgetriebe bzw. automatisierte Getriebe.

Die Motoren machen aus dem Corsa, den es auch wieder als 5-Türer geben wird, zwar keinen Brandstifter, denn dafür ist die OPC-Version zuständig. Aber man kommt ziemlich komfortabel und sicher vorwärts. Marketingmann Keller geht davon aus, dass sich rund die Hälfte der künftigen Käufer für die mittlere Ausstattungslinie „Edition“ entscheiden werden und bereit sind, durchschnittlich 15.500 Euro für ihr Auto hinzublättern. Wer sein Auto klug konfiguriert, erhält einen gut bis sehr gut ausgestatteten Kleinwagen zu einem fairen Preis.

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