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Zweiter Blick lohnt: Opel Insignia anfällig für Pannen

Verkehr Zweiter Blick lohnt: Opel Insignia anfällig für Pannen

Beim Opel Insignia sollte für Gebrauchtwagenfreunde alles klar sein - eine gute Bewertung im "TÜV Report 2016" und eine unauffällige Performance bei der Hauptuntersuchung scheinen den Wagen zu einem guten Deal zu machen. Doch der Blick in die Pannenstatistik lohnt sich.

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Der Opel Insignia zeigt sich bei der Hauptuntersuchung als richtig zuverlässig, ist laut ADAC aber auf der Straße pannenanfällig. Foto: GM Company

Berlin. Mit dem Opel-Flaggschiff Insignia von 2008 sollte vieles anders werden - auch das Markenimage. Vielen galt Opel als leicht angestaubt und bieder. Dem Mittelklassemodell gelang es durch sein Äußeres, deutliche Lifestyle-Akzente zu setzen.

Bei den inneren Werten blieb es der Linie seines Vorgängers treu - mit einigen Abstrichen bei der Pannenanfälligkeit. "Der Insignia verkörpert alte Opel-Werte: Er ist zuverlässig und seinen Preis wert", bilanziert der "TÜV Report 2016". Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) falle das Modell nicht weiter auf und erziele "richtig gute Ergebnisse". Fahrwerkseitig machen Achsaufhängung und Antriebswellen fast nie Probleme. Auch die Rostvorsorge ist gut. Einzig die Bremsscheiben und -schläuche fallen schon bei der ersten HU nach drei Jahren mit erhöhtem Mängelaufkommen auf. Auch Ölverlust an Motor und Getriebe kommen vor.

Wie sehr HU und das Abschneiden am Straßenrand voneinander abweichen können, zeigt die ADAC-Pannenstatistik: "Der Insignia gehört in der Mittelklasse zu den pannenanfälligsten Modellen", schreibt der Club. Auffällig sind vor allem Dieselmodelle von 2009 bis 2011. Sie weisen häufig Defekte an der Ladedruckregelung oder dem Motor auf. Auch abgerutschte Turboschläuche sind ein Problem. Störungen im Motormanagement fielen bei Dieselmodellen von 2013 und 2014 auf, ebenso wie fehlerhafte Zündspulen bei Benzinern (2009 bis 2010).

Rückrufe gab es mehrere: Die bei den Kunden beliebten Zweiliter-Diesel fahren teils problembehaftet. Die jüngste Aktion betraf 2013 insgesamt 61 000 Fahrzeuge der Bauzeit 2009 bis 2012 wegen eines Softwarefehlers im Motorsteuergerät. Der konnte zu Motorschäden führen. Auch wegen Störungen der elektrischen Parkbremse musste das Modell schon zurück in die Werkstätten.

Opel brachte zunächst das Stufen- und Fließheck auf den Markt, die sich gegenüber dem im Folgejahr eingeführten Kombi schlecht verkaufen. Um den Lifestyle-Anspruch des Lademeisters zu betonen, entschied sich Opel für einen neuen Beinamen: Die Kombis hießen statt Caravan (wie in den 55 Jahren davor) fortan Sports Tourer. Neben dem Vectra löste der Insignia auch den Signum ab. 2013 gab es eine Modellpflege mit optischen Änderungen an Front und Heck. Auch Fahrwerk, Motoren und Innenraum wurden überarbeitet. Im gleichen Jahr legte Opel die höhergelegte Kombiversion, den Country Tourer nach.

Das Motorenangebot ist groß. Leistungsspeerspitze sind die OPC-Modelle, die auf maximal 239 kW/325 PS kommen. Die schwächsten Benziner geben 85 kW/115 PS ab. Die seit Beginn der Baureihe installierten Dieselmotoren leisten 81 kW/110 PS bis 143 kW/195 PS. Bei den alternativen Antrieben ersetzte Mitte 2012 eine LPG-Variante mit 103 kW/140 PS die Bio-Ethanol-Variante mit 162 kW/220 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt kostet ein 2.8 V6 Turbo Sport Tourer 4x4 Sport mit 191 kW/260 PS aus dem Baujahr 2008 laut Schwacke noch durchschnittlich 10 900 Euro - bei etwa 112 800 Kilometern auf dem Tachometer. Im Mittel mit noch 14 250 Euro wird ein 2.0 CDTi Sports Tourer Ecoflex Start/Stop Sport mit 96 kW/130 PS von 2012 gehandelt (78 000 Kilometer). Mit 250 Euro mehr steht der Fließheck 1.4 Turbo LPG Ecoflex Innovation von 2013 in der Statistik (43 200 Kilometer).

dpa

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