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Fahren und gefahren werden - Alternativen zum eigenen Auto

Verkehr Fahren und gefahren werden - Alternativen zum eigenen Auto

Wer selbst fahren will, kauft sich ein Auto. Wer gefahren werden will, ruft ein Taxi. So einfach war Mobilität bis vor ein paar Jahren. Durch Car-Sharing und alternative Fahrdienste wie Uber & Co hat sich der Markt im Zeitraffer gewandelt.

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Abschied vom eigenen Auto: Die Flotten von Car-Sharing-Unternehmen werden vielerorts immer größer. Und auch den alternativen Fahrdiensten wird ein Boom vorausgesagt.

Quelle: Roland Weihrauch

München. Die Abkehr vom eigenen Auto sorgt bei Car-Sharing-Anbietern und Chauffeur-Diensten in Deutschland für Goldgräberstimmung. Deutschlands größter Autovermieter Sixt freut sich früher als gedacht über erste Gewinne bei seinem Car-Sharing-Unternehmen "DriveNow" und will das Erfolgsmodell am liebsten gemeinsam mit BMW nun auch in die USA exportieren. Das eigene Auto verliere als Statussymbol immer mehr an Bedeutung, sagte jüngst Konzernchef Erich Sixt. "Weil der Wunsch nach Besitz nicht mehr so da ist."

Auch auf dem Taxi-Markt bleibt durch neue Fahrdienste wie Uber nichts mehr wie es war - was aus Sicht des Kartellamts nicht nur Nachteile haben muss. "Uber hat Bewegung in den Markt gebracht. Mehr Wettbewerb kann dem Taxigeschäft nicht schaden", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt vor wenigen Wochen der "Rheinischen Post" und sprach damit aus, was wohl viele Fahrgäste manchmal denken. Allerdings profitiere Uber auch davon, nicht den strengen Regularien des Taxi-Gewerbes ausgesetzt zu sein. "Diese Schieflage ist kein Zukunftsmodell, das sind unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen."

Der umstrittene Fahrdienst feilt nach juristischen Auseinandersetzungen an einem wasserdichten Geschäftsmodell, um dauerhaft auf dem deutschen Markt mitzuspielen. "Es geht uns nicht darum, das traditionelle Taxigewerbe zu verdrängen. Was wir wollen, sind mehr Wahlmöglichkeiten für alle", verteidigte Uber-Deutschlandchef Fabien Nestmann das Geschäftsmodell.

Berichte aus den USA, wonach Uber seine Kriegskasse derzeit mit einer Milliardensumme von Investoren füllt, klingen aber nicht nach einem friedlichen Nebeneinander mit der Taxi-Branche und sorgen auch in Deutschland für Unruhe. Anders als traditionelle Taxi-Betriebe vermittelt Uber über seinen Smartphone-Dienst UberPop Fahrten unter Privatleuten - und kassiert dafür Provision. Der Dienst ist inzwischen weltweit in über 200 Städten aktiv und bringt als direkte Konkurrenz die Taxi-Branche gegen sich auf. Sie werfen Uber unfairen Wettbewerb vor, weil der Dienst gesetzliche Vorschriften aushebele. Mehrere Taxi-Unternehmer zogen vor Gericht.

Durch die Einführung der Mindestlöhne stehen viele Taxifahrer zusätzlich unter Druck: Die Kosten für eine Fahrt dürften dadurch im kommenden Jahr deutlich steigen. Auch in dem Markt mischt Sixt seit dem vergangenen Jahr mit der Tochter MyDriver mit, die Autos mit Chauffeur vermittelt und von steigenden Preisen bei Taxen zehrt. "Wir profitieren davon", sagt Geschäftsführer Carl Schuster. Das Unternehmen bezahle seine Chauffeure bereits jetzt über dem Mindestlohn und habe keine steigenden Kosten zu befürchten.

Noch ist der Markt für alternative Fahrdienste winzig klein: My Driver-Chef Schuster geht derzeit von weniger als einem Prozent Marktanteil aus. In sechs Jahren könnten es aus seiner Sicht aber schon 20 Prozent sein - und davon will er mindestens die Hälfte haben. Vor allem der tagelange Bahn-Streik gab dem jungen Unternehmen einen Schub - und brachte viele Pendler zum Umsteigen. "Das war die mit Abstand beste Woche, die MyDriver je hatte." Rund 150 000 Fahrten hat die Sixt-Tochter inzwischen hinter sich.

Auch der Autokonzern Daimler hat den Taxi-Markt als interessantes Geschäftsfeld entdeckt und vor wenigen Wochen über ein Tochterunternehmen den Betreiber der Taxivermittlungs-App MyTaxi übernommen. MyTaxi sieht sich mit über zehn Millionen Downloads als weltweiter Spitzenreiter unter den Taxivermittlungs-Apps. Daimler drückt aber auch beim Car-Sharing aufs Tempo und will künftig auch mit städteübergreifenden Angeboten wachsen.

dpa

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