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CES und NAIAS: Autobauer zwischen Zukunft und Gegenwart

Auto CES und NAIAS: Autobauer zwischen Zukunft und Gegenwart

In Las Vegas konnten die Autobauer von der Zukunft des Fahrens schwärmen. Jetzt müssen sie im eisigen Detroit wieder auf ihr Brot- und Buttergeschäft umschwenken: Autos verkaufen.

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Die CES endet, die NAIAS beginnt: Die North American International Auto Show ist die erste bedeutende Auto Messe des Jahres.

Quelle: Uli Deck

Detroit. Und das dürfte 2015 ziemliche Kärrnerarbeit werden.

Zum Start ins neue Jahr greifen die Autobauer regelmäßig tief in die Trickkiste. Um Fachwelt und Kunden zu begeistern, ließ Audi einen selbstständig fahrenden A7 rund 900 Kilometer weit durch Kalifornien bis zur CES-Messe nach Las Vegas pflügen. Dort rollte Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Entwurf für das Fortbewegungsmittel von morgen - mehr Lounge als Auto - auf die Bühne. Touchscreens und technische Spielereien schmückten die Wagen auf den Ständen der großen Hersteller. Dabei ist die

CES (6. bis 9. Januar) eigentlich gar keine Messe der PS-Branche.

 

Deren erste Schau beginnt am Montag (12. Januar) mit der

North American International Auto Show (12. bis 25. Januar) in der US-Autohochburg Detroit. Doch während die einstige Millionenmetropole in der Finanzkrise zur Geisterstadt verkam und ein Symbol für den zeitweisen Niedergang der US-Autoindustrie wurde, verschob sich auch das Gleichgewicht der Messen: Die vermeintlich goldene Zukunft mit Elektroantrieb und Autopilot wird im frühlingshaften Las Vegas präsentiert - die Gegenwart ist im verschneiten Detroit bei Minusgraden zu sehen.

 

Dort müssen die Konzernchefs erklären, wie sie heute das Geld für die Technologien von morgen verdienen wollen. Und ein Blick auf die weltweite Konjunktur zeigt: Das wird dieses Jahr kein Selbstläufer. Wichtige Märkte wie Deutschland oder Brasilien dürften sich nur im Schneckentempo erholen. In Russland weiß niemand, wie sehr der Konflikt zwischen Moskau und dem Westen die Wirtschaft im größten Flächenstaat der Erde noch ausbremst. Insgesamt könnte der Weltmarkt nach Zahlen der Wirtschaftsprüfer und Berater von KPMG 2015 nur um rund drei Prozent wachsen.

Wer kräftiger zulegen will, muss der Konkurrenz Kunden abjagen - und vor allem in China sowie den USA gut aufgestellt sein. Die beiden weltgrößten Märkte dürften nach Berechnungen von Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer 2015 etwa 70 Prozent des gesamten Wachstums ausmachen. Zusammen stehen die größten Wirtschaftsnationen für fast die Hälfte aller verkauften Autos.

Dabei müssen sich selbst erfolgsverwöhnte Hersteller in China von den astronomischen Wachstumsraten der letzten Jahr verabschieden. Volkswagens Hausmarke erlebt dort zum Jahresende Stagnation bei den Verkaufszahlen und der weltgrößte Oberklassehersteller BMW stritt mit chinesischen Händlern um Bonuszahlungen von Hunderten Millionen Euro.

In den USA läuft es für die deutschen Hersteller hingegen rund - außer für Volkswagen: Die Hausmarke des Branchenriesen verkaufte 2014 nur noch knapp 367 000 Autos in dem Mega-Markt, zehn Prozent weniger als 2013. Hingegen blicken Daimler, BMW, Porsche und Audi auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Zusammen verkauften sie 925 000 Neuwagen in den USA und steigerten ihren Marktanteil von 5,4 auf 5,6 Prozent, rechnet Dudenhöffer vor. Er ist überzeugt, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird: "Die Premiumhersteller gewinnen auch im Jahr 2015 in den USA Marktanteile und Verkäufe."

Der US-Automarkt insgesamt dürfte 2015 jedenfalls erneut zulegen. Die Experten des Onlineportals TrueCar erwarten ein Plus von mindestens 2,6 Prozent auf 17 Millionen verkaufte Neuwagen. Damit wäre 2015 das beste Jahr seit 2005. Denn die US-Wirtschaft brummt und die Zinsen sind im Keller. Das erleichtert die Finanzierung des Neuwagens. Noch stärker wird nach der Prognose mit plus zehn Prozent die Nachfrage nach Premiummarken steigen.

Dass TrueCar-Chef John Krafcik neben Premium-Crossover-Modellen wie dem Mercedes GLA gerade Dickschiffen wie den Pick-Ups von Ford besonders große Sprünge zutraut, hat einen weiteren Grund: Auch in den USA sind Kraftstoffe infolge des Ölpreis-Absturzes günstig wie lange nicht. Schon 2014 kletterte die Nachfrage nach Spritschluckern wie Pickup-Trucks oder SUVs um zehn Prozent, während die Verkaufszahlen insgesamt um sechs Prozent stiegen.

dpa

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