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Großeinsatz bei Konzert von Neonazi-Band in Stadthagen

Polizeiaufgebot Großeinsatz bei Konzert von Neonazi-Band in Stadthagen

Das Konzert einer Neonazi-Band bei den Rockern der Red Devils in Stadthagen hat am Sonnabend zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. Für den Auftakt ihrer Deutschland-Tournee hatte sich die bei Rechtsradikalen und Hooligans gleichermaßen beliebte Gruppe „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ das Klubhaus der „roten Teufel“ ausgesucht.

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Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)

Weder die Band noch die Motorradgang, die wie alle Red Devils in Niedersachsen zu den Unterstützern der hannoverschen Hells Angels zählen, hatte das Konzert offiziell angemeldet.

Als die Polizei gegen 18 Uhr bemerkte, dass immer mehr Menschen, die aus ganz Norddeutschland in die Kreisstadt gereist waren, das Klubhaus der Rocker ansteuerten, zogen die Beamten eigenen Angaben zufolge „alle verfügbaren Kräfte aus Hannover, Hildesheim, Göttingen und Osnabrück“ in Stadthagen zusammen. Sie kontrollierten bereits weit vor den Toren der Stadt alle Autos mit fremden Kennzeichen. Stießen sie dabei auf Fans der Neonazi-Band, die das Konzert besuchen wollten, schickten sie diese umgehend zurück. Gleichzeitig überprüften sie etwa 100 Konzertbesucher, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Klubhaus der Red Devils aufhielten.

Der Einsatzleiter erklärte dem Veranstalter, das Konzert könne nur dann über die Bühne gehen, wenn nicht noch mehr Fans eingelassen würden. Obwohl der Organisator dieser Vereinbarung zustimmte, versuchten zahlreiche Fans weiterhin, dem Auftritt von „Kategorie C“ beizuwohnen. Die Polizei griff durch und erteilte 43 Personen Platzverweise. Außerdem leitete sie gegen den Konzertveranstalter ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Gaststättengesetz ein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Verbindungen zwischen den Rockern der Red Devils und der rechten Szene deutlich werden. Regelmäßig organisieren die Stadthäger Rocker sogenannte „Böhse-Onkelz-Partys“, auf denen Neonazis und Hooligans zu Gast sein sollen. Auch die Mitglieder der Charter in Braunschweig, Wolfenbüttel und Seesen verstehen sich offenbar sehr gut mit Rechtsextremisten. Bei den Teufels-Rockern aus Helmstedt, aber auch in anderen niedersächsischen Klubs, sollen Neonazis inzwischen sogar als „Fullmember“ (Vollmitglied) aufgenommen worden sein.

Dem Verfassungsschutz liegen nach Angaben der Landesregierung keine Erkenntnisse über eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremisten und Rockern vor. Wohl aber haben die Ermittler Hinweise auf punktuelle Überschneidungen der Szenen. Zwischen 1999 und 2007 ermittelte das Landeskriminalamt gegen sechs Mitglieder der Red Devils aus Niedersachsen wegen politisch motivierter Straftaten. Bei zwei davon liegen laut LKA konkrete Hinweise auf Verbindungen in die rechte Szene vor.

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