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Stromfresser oder Saubermann: Staubsauger bekommen Energielabel

Wohnen Stromfresser oder Saubermann: Staubsauger bekommen Energielabel

Bekommt er den Staub gut weg? Wie laut ist der Staubsauger? Wie viel Strom verbraucht er? All das sollten sich Käufer fragen. Oft bekommen sie diese Infos aber nicht so einfach.

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Was ein Staubsauger alles kann, lässt sich nicht an Wattzahlen ablesen. Für gute Reinigungsergebnisse muss die Energie auch direkt an der Düse ankommen.

Quelle: Silvia Marks

Dessau-Rosslau. Das ändert sich zum 1. September. Dann ist ein EU-Label Pflicht.

Staubsauger können viel Strom verbrauchen, laut sein und trotzdem schlecht saubermachen. "Es ist nicht einfach, einen guten Staubsauger im Geschäft zu erkennen", sagt Andreas Halatsch vom Umweltbundesamt in Dessau-Rosslau. "Die Verbraucher können sich im Grunde nur an der Wattzahl orientieren, in der Annahme, dass ein starker Motor auch einen guten Staubsauger ausmacht." Doch hohe Wattzahlen bedeuten nicht automatisch bessere Reinigungsergebnisse.

Die Energie muss dafür auch direkt an der Düse ankommen. Manche Hersteller machen zwar zusätzlich Angaben über die Saugleistung oder die Staubemission ihrer Produkte. Aber das war bisher nicht verpflichtend und damit nicht einheitlich. Das ändert sich.

Bis zum 1. September bekommen Käufer nun ein Instrument an die Hand, mit dem sich Staubsauger besser vergleichen lassen. Die erste Stufe der neuen EU-Label-Verordnung tritt dann in Kraft. "Wie Kühlschränke oder Waschmaschinen werden dann auch Staubsauger mit einem Energielabel versehen", erklärt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Es zeigt neben der Energieeffizienzklasse von A bis G den durchschnittlichen Stromverbrauch. Dieser ist entsprechend der neuen EU-Ökodesign-Verordnung für Staubsauger begrenzt. Ab 1. September muss die maximale Nennleistungsaufnahme unter 1600 Watt liegen, ab 2017 sogar unter 900 Watt.

"Ein Staubsauger, der ab September im EU-Raum in den Handel kommt, darf bei Standardnutzung nicht mehr als 62 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen", erklärt Annegret Agricola von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Diese Standardnutzung ist klar definiert: Sie umfasst jährlich 50 Reinigungsvorgänge auf einer 87 Quadratmeter großen Fläche. "Also etwa einmal pro Woche die Wohnung saugen."

Auf dieser Rechnung basieren auch die Anforderungen an das Energielabel. Demnach muss ein Staubsauger der Effizienzklasse A weniger als 28 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. "Das zur Zeit energieeffizienteste Gerät auf dem Markt benötigt weniger als sechs Kilowattstunden pro Jahr", sagt die Expertin.

"Neben den Angaben zur Energieeffizienz ist auf dem EU-Label die Staubaufnahme vermerkt", erläutert Werner Scholz. Auch sie umfasst die Klassen A bis G und ist getrennt für Teppiche und Hartböden angegeben. Ebenfalls von A bis G ist die Staubemission der Geräte klassifiziert. Dazu kommen Angaben über die Lautstärke in Dezibel.

Das neue EU-Label muss ab September auf jedem neu in den Handel gebrachten Gerät aufgebracht sein - nicht nur im stationären, sondern auch im Online-Handel. "Wer sich gründlich informiert, läuft dann kaum noch Gefahr, ein schlechtes Gerät zu kaufen", meint Scholz. Aber dann sind die alten Staubsauger noch nicht vom Markt verschwunden. Der Handel kann seine Bestände, ähnlich wie bei den Glühlampen, ohne Zeitbegrenzung weiter verkaufen.

dpa

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