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Das Sofa im Karohemd - Wie Mode das Möbeldesign beeinflusst

Immobilien Das Sofa im Karohemd - Wie Mode das Möbeldesign beeinflusst

Karomuster sind in Mode - an Kleidung und nun auch bei Möbeln. Denn das eine beeinflusst das andere, nach einiger Zeit finden sich Modetrends bei Anziehsachen auch am Sofa und Sessel.

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Der Modedesigner Raf Simons kreierte u.a. den Stoff Astor, dessen Textur an das Fell von Bibern erinnert.

Quelle: Kvadrat

Berlin/Wien. Mode und Möbel haben viele Berührungspunkte. Häufig gehen Trends von der Bekleidung auf die Einrichtung über - so werden aktuell gerne bei beiden Streifen- und Karomuster verwendet. Dazu haben Marken wie Armani, Fendi und Versace ihr Portfolio in den vergangenen Jahren um Stücke für die Einrichtung erweitert. Und das kommt an - denn: "Luxusmarken wie Hermès übertragen ihren hohen Qualitätsanspruch in der Mode auch auf ihr Möbeldesign", erklärt Christiane Varga, Expertin für Wohntrends vom Zukunftsinstitut Österreich. "So spiegelt sich die makellose Verarbeitung von hochwertigem Leder, beispielsweise bei der legendären Kelly Bag, auch in der Möbellinie des Traditionshauses wider."

Bestes Leder, hochwertige Verarbeitung und elegante Formen zeichnen alle Objekte von Hermès Maison aus, genauso wie ihr Zweck als Luxusgut: Es gibt etwa einen Schrank allein für Getränke, ein anderer nur für Schuhe. 2014 kamen die Leuchten Pantographe und Harnais von Michele de Lucchi hinzu, Philippe Nigro ergänzte seine Möbel- und Stoffentwürfe der Nécessaires d'Hermès-Kollektion. "Es sind kleine Objekte mit kleinen Funktionen", sagt der Designer, der sich während eines Aufenthaltes im jahrhundertealten Firmenarchiv inspirieren ließ. "Die Möbel sind sehr diskret, drängen sich nicht auf."

Die Idee, dass Möbel und Hermès zusammenpassen, ist aber nicht ganz neu: Die Möbelkollektion 2010 warf sogar einen weiten Blick zurück:  Der Art-déco-Designer Jean-Michel Frank, Star der 30er Jahre, hatte schon zu seinen Lebzeiten geschäftliche Verbindungen zum Hause Hermès, und so lag es nahe, seine Tische, Konsolen und Paravents zu reeditieren.

Der 100. Geburtstag von Möbeldesigner Hans J. Wegner brachte das Team von Carl Hansen & Søn auf die Idee, seine Möbel auf außergewöhnliche Art und Weise zu feiern: Der dänische Hersteller bezog einige seiner berühmtesten Entwürfe - den Wishbone Chair sowie den dreibeinigen Shell Chair, das Sofa CH163 - mit den Streifenstoffen von Modedesigner Paul Smith. "Wegner ist einer von Paul Smiths Lieblingsdesignern", erklärt Knud Erik Hansen, CEO von Carl Hansen & Søn. "Als wir ihn angesprochen haben, war er sofort bereit, mitzumachen und den Klassikern einen neuen Touch zu verleihen."

Natürlich ist so eine Kooperation für das Unternehmen eine Chance, größere Aufmerksamkeit zu gewinnen und allein durch die Verknüpfung mit dem Namen des Modedesigners neue Märkte zu erschließen. So werden die limitierten Stücke einerseits zu einer Hommage an Wegner, andererseits transferieren sie die Möbel mit den Smith-Streifen ins Hier und Jetzt.

Das gleiche gilt für den Sitzsack Sacco des Designtrios Gatti, Paolini und Teodoro für Zanotta. Neben dem aufblasbaren Sessel "Blow" ist dieses Sitzmöbel, gefüllt mit Tausenden von kleinen Polyesterkugeln, eine Ikone des 60er-Jahre-Designs. 2014 bezog es Zanotta mit einem - bei Kleidungsstücken topmodischen - Karomuster - und zwar passend zu dem neuen Sofa von Anna von Schewen. Unter dessen Bezug lugen die mit dem gleichen Karostoff bezogenen Polsterkissen hervor. Auch den Hocker Flow von Jean-Marie Massaud für MDF gibt es nun im Karomuster. Und Arflex präsentierte das Bett Suit des Designerinnen-Duos Bernhardt-Vella in schwarz-weißem Hahnentritt.

Stoffe sind in den vergangenen Jahren immer raffinierter geworden. Nicht allein die Farben setzen Akzente, vielmehr auch die unterschiedlichen materiellen oder haptischen Qualitäten. Ist der Stoff fein oder grob, mit oder ohne Flor, samtig, flauschig oder eher wie Filz? Einer, der das Spiel mit Farben und Stoffen bestens beherrscht, ist der belgische Designer Raf Simons, der zwischen 2005 und 2012 der Kopf hinter der Jil Sander-Kollektion war und inzwischen der Nachfolger von John Galliano bei Christian Dior ist.

Der 46-Jährige arbeitet seit vier Jahren mit dem Polsterstoff-Spezialisten Kvadrat zusammen. Und die Stoffe landeten nicht nur auf Sofa und Sessel, sondern sogar auf dem Catwalk.

Zu den auffälligsten Neu-Kreationen zählen Argo, ein fellähnlicher Stoff mit extra langem Flor aus schimmerndem Mohair, und Astor, dessen Textur an das glänzende Fell von Bibern erinnert. Pillar ist ein samtiger Velours, der durch die Brillanz von acht Farben besticht. Gerade jetzt, da Möbel und Einrichtungen insgesamt wieder bunter werden, sind solche farbenfrohen Bezugsstoffe gefragt.

dpa

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