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Zwangsarbeit: Russin auf den Spuren ihrer Oma

Wahrenholz Zwangsarbeit: Russin auf den Spuren ihrer Oma

Wahrenholz. Überraschender Besuch aus Moskau: Tamara Krupenikowa stand eines Morgens bei Stefan Luttmer und Reiner Meyer vom Heimatverein vor der Tür. Die junge Frau war unterwegs auf den Spuren ihrer Großmutter, die von 1942 bis 1945 in Wahrenholz als Zwangsarbeiterin lebte.

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Überraschender Besuch: Tamara Krupenikowa (l.) besuchte Familie Meyer auf dem Hof Kurrats, auf dem ihre Großmutter als Zwangsarbeiterin eingesetzt gewesen ist.

Quelle: privat

„Wir haben freitags eine E-Mail von einer Russin aus Melle bekommen, die auf der Suche nach einer Familie Meyer aus Wahrenholz war. Denn bei dieser Familie war ihre Großmutter damals untergebracht. Und am nächsten Morgen stand schon eine andere Enkelin bei uns vor der Tür, die direkt aus Moskau gekommen war“, erzählt Stefan Luttmer.

Tamara Krupenikowa erforscht die Lebensgeschichte ihrer Großmutter Ekatherina Selutchenko (geborene Osipenko), die im Oktober 2015 im Alter von 88 Jahren gestorben ist. 2013 hatten ihre Enkelinnen in einem Gespräch erstmals etwas über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin von Mai 1942 bis Mai 1945 erfahren. Als sie aus einem kleinen Dorf in der Ukraine nach Wahrenholz kam, war Selutchenko 14 Jahre alt.

Auf einem russischen Dokument, welches die Enkelin dabei hatte, fand Luttmer den Eintrag Wahrenholz 39 - und seine Vermutung bestätigte sich: Es handelte sich um die damalige Hofstelle 39, den Hof Kurrats. Die Enkelin fuhr mit Reiner Meyer zum Hof, wurde mit offenen Armen empfangen. Noch heute wird dort gut von ihrer Großmutter gesprochen, und auch diese hatte vor ihrem Tod über ihre Zeit in Wahrenholz Gutes zu berichten gehabt.

Der überraschende Besuch aus Moskau hat sich im Nachhinein auch für den Heimatverein als ergiebig erwiesen. Inzwischen hat Stefan Luttmer die Notizen aus dem Gespräch der ehemaligen Zwangsarbeiterin Ekatherina Selutchenko und ihren Enkelinnen übersetzt.

„Ich habe einige Ereignisse aus der Ortsgeschichte noch einmal bestätigt bekommen, beispielsweise einen Bombenabwurf, den Einmarsch der Amerikaner und einen Zug von Kriegsgefangenen durch Wahrenholz“, erzählt er. Besonders freue er sich darüber, erstmals das Thema Zwangsarbeit in Wahrenholz konkret durch ein Einzelschicksal mit vielen Details greifen zu können.

ba

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