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Trauergäste geben totem Säugling das letzte Geleit

Beerdigung in Knesebeck Trauergäste geben totem Säugling das letzte Geleit

Die Babyleiche, die Müllsammler am 4. März in der freien Landschaft in einer Mülltüte verpackt gefunden hatten, ist jetzt auf dem Knesebecker Friedhof beigesetzt. Mehr als 60 Menschen gaben dem Jungen am Miitwochmittag das letzte Geleit - es gab eine bewegende Feierstunde.

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Knesebeck: Die Babyleiche, die Müllsammler am 4. März gefunden hatten, wurde am Mittwoch beigesetzt.

Quelle: Cagla Canidar

Knesebeck. „Ich habe heute Nacht schon ohne Tabletten geschlafen.“ So langsam kommt Friedrich-Wilhelm Kirchhoff etwas zur Ruhe. Zusammen mit drei Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan hatte der 72-Jährige den toten Säugling entdeckt. Während die Flüchtlinge nicht dabei waren, war es für ihn ein Muss. „Ich musste einige Klimmzüge dafür machen, aber es war mir wichtig.“

Wie Kirchhoff hat auch Petra Grabowsky aus Bad Bodenteich eine Schaufel voll ins Grab gegeben. „Der Kleine hat ein bisschen Würde zurück bekommen. Man sollte kein Kind allein gehen lassen“, sagt die mehrfache Mutter. Das unbekannte Baby liegt direkt neben den Pastorengräbern. Teddys, Blumen und Kerzen schmücken das Grab, Trauergäste stellten während der Feier etwas dazu.

„Das Kleinkind hat eine kurze Geschichte gehabt. Darum ist es gut, dass Sie alle da sind“, bedankte sich Pastorin Christina vom Brocke bei den Trauergästen. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen“, sagte sie nach der Beerdigung. Auch die Ergriffenheit sei stärker gewesen als erwartet. „Es ist echte Betroffenheit bei den Menschen.“

Das sieht die Seelsorgerin auch an ihrem Alltag in den Tagen seit dem grausigen Fund, der das ganze Dorf und die Region erschüttert hat. Zahlreiche Menschen hätten das Gespräch mit ihr gesucht, etwa weil eigene alte Wunden wieder aufgebrochen seien. Für die Pastorin selbst ist der Fall „mental sehr anstrengend“. Nach der Beerdigung ging es für sie noch weiter: „Auch jetzt gleich habe ich wieder ein Seelsorge-Gespräch.“

rtm

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