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Wesendorf Rollstuhlfahrerin droht die Obdachlosigkeit
Gifhorn Wesendorf Rollstuhlfahrerin droht die Obdachlosigkeit
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16:09 24.04.2018
Wohnung gesucht: Anke Wiegand (v.l.) und Tochter Jessica Kuhnert beim Gespräch mit Sozialberaterin Christine Scholz vom SoVD. Quelle: privat
Wittingen

 Barrierefreies Wohnen ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben als Mensch mit Behinderung. Das geht allerdings nur, wenn die Betroffenen auch die erforderlichen finanziellen Mittel erhalten, die sich am real existierenden offenen Wohnungsmarkt des Landkreises orientieren. Im Landkreis Gifhorn ist das wegen der steigenden Mieten nicht der Fall. Die Auswirkungen dieser sozialen Ungerechtigkeit hat Anke Wiegand (52) aus Wittingen zu tragen.

„Mir stehen laut Sozialamt maximal 403 Euro Kaltmiete zu“

Sie ist schwerbehindert, außergewöhnlich gehbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen. Ihre knappe Erwerbsunfähigkeitsrente muss sie mit Sozialhilfe aufstocken, um über die Runden zu kommen. Seit Herbst 2017 sucht Anke Wiegand eine barrierefreie Wohnung im Umkreis Wittingen, bisher erfolglos. „Mir stehen laut Sozialamt 60 Quadratmeter mit maximal 403 Euro Kaltmiete monatlich zu. Eine rollstuhlgerechte Wohnung ist dafür im Landkreis Gifhorn aber nicht zu kriegen“, berichtet Wiegand von ihren Erfahrungen.

„Die Zuschüsse für Wohnraum müssen angepasst werden“

Dazu Christine Scholz, Sozialberaterin des SoVD-Kreisverbands Gifhorn: „Die Höhe der gewährten staatlichen Unterstützung für Wohnraum entspricht nicht den realen Bedingungen, die hier in unserer struktur-, wirtschafts- und einkommensstarken Region marktüblich gezahlt werden. Das führt dazu, dass sozial benachteiligte Menschen noch mehr ausgegrenzt werden, weil sie im Wettbewerb mit anderen Wohnungsbewerbern finanziell nicht mithalten können“. Der SoVD fordert jetzt die Verantwortlichen im Landkreis auf, für Chancengleichheit der Betroffenen zu sorgen. „Die Zuschüsse für Wohnraum müssen an die regionalen Verhältnisse angepasst werden“, fordert Scholz.

Anke Wiegand hofft darauf, bis September 2018 doch noch eine bezahlbare und Rollstuhl gerechte Bleibe in Wittingen oder näherer Umgebung zu finden. „Wenn das Sozialamt weiterhin hart bleibt, muss ich in eine Obdachlosenunterkunft“, sagt sie.

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