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Nach über 80 Jahren: Tagebuch kehrt zurück

Wahrenholz Nach über 80 Jahren: Tagebuch kehrt zurück

1933 schrieb Bernhard Manthey, später Rektor der Wahrenholzer Schule, in Wien seine Gedanken nieder. Eine Professorin aus Innsbruck ersteigerte sein Tagebuch und stellte es einem Studenten für dessen Masterarbeit zur Verfügung. Die Recherchen führten nach Wahrenholz.

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Nach mehr als 80 Jahren zurück in die Heimat: Über das Paket aus Österreich freuen sich Reiner Meyer (l.) und Stefan Luttmer vom Heimatverein Wahrenholz.

Quelle: Marion Schuckart

Wahrenholz. 1933 verbrachte Bernhard Manthey, später Rektor der Wahrenholzer Schule, ein Studiensemester in Wien. Während er in Göttingen eigentlich für die Fächer Erziehungs- und Kulturwissenschaften eingeschrieben war, gönnte er sich in Wien auch in dieser Hinsicht Abstand und belegte Philosophie und Psychologie.

Über die Zeit in der Kulturmetropole führte Manthey akribisch Buch. Während im großen Heimatland die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, erging sich Manthey in ausführlichen Schilderungen von Konzerten und Opernaufführungen, schwärmte insbesondere für Richard Wagner, schilderte detailreich die eigenen Lebensumstände und äußerte sich zeitgeistkonform fasziniert und ergriffen von Massenaufmärschen und Prunkbauten der NSDAP.

Welche verschlungenen Wege das 186 Seiten starke Tagebuch seitdem nahm, ist nicht mehr nachvollziehbar. Vor acht Jahren tauchte es auf einer Auktions-Plattform auf, wo es die Innsbrucker Professorin Dr. Margret Friedrich ersteigerte. Sie stellte es nun dem Studenten Philip Pollack (26) als Basismaterial für die Masterarbeit zur Verfügung. Der Titel der Arbeit lautet: Deutschtum als „die echte wahre deutsche Liebe“? Aspekte völkischer Ideologie im Tagebuch des Bernhard Manthey.

Bei den Recherchen zum Verfasser des Tagebuchs spielte dann der Zufall die entscheidende Rolle. Pollack richtete eine Anfrage nach Studienunterlagen Mantheys an das Niedersächsische Landesarchiv in Wolfenbüttel. Stefan Luttmer, Archivar in Wolfenbüttel und mit dem Heimatverein Wahrenholz seit Jahren mit der Dorfgeschichte befasst, erkannte den Namen sofort und lieferte dem Studenten in Innsbruck unerwartet schnell und unverhofft viele Fakten und Details zum Leben von Bernhard Manthey.

Zum Dank für die Unterstützung ging jetzt beim Heimatverein Wahrenholz ein dickes Päckchen ein. Darin befand sich neben der Masterarbeit Pollacks auch Bernhard Mantheys Tagebuch, das nach dem Willen der Professorin in den Heimatort Mantheys zurückkehren und beim Heimatverein verbleiben soll.

Von Marion Schuckart

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