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Wesendorf Für die Familie: Bassam Abouzidan kehrt freiwillig nach Syrien zurück
Gifhorn Wesendorf Für die Familie: Bassam Abouzidan kehrt freiwillig nach Syrien zurück
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00:16 09.09.2016
Eintrittskarte nach Syrien: Bassam Abouzidan hat noch seinen syrischen Pass als Voraussetzung, um ins Land zu kommen. Quelle: Thorsten Behrens
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Los ging es am Montag auf dem Berliner Flughafen, von dort reiste Abouzidan über Teheran nach Damaskus, die Hauptstadt Syriens. Doch seine Reise begann bereits vor rund einem Jahr im Süden seines Landes, in Alswiedaa, einem Ort nahe der Grenzen zum Libanon und zu Jordanien.

Von dort brach Abouzidan auf, ließ Frau und drei Töchter - heute 23, 18 und elf Jahre alt - zurück. Seine Familie würde er später auf sicherem Wege nachholen können, so hoffte er. Er selbst machte sich auf den Weg nach Jordanien, flog von da aus in die Türkei. Zweimal versuchte er, mit einem Schlauchboot nach Griechenland zu kommen. Sein Schlepper kassierte 1300 Dollar, umgerechnet rund 1160 Euro. „Das Schlauchboot haben wir bei der Ankunft in Griechenland zerstochen, damit wir nicht damit zurückgeschickt werden konnten“, erzählt er. 60 Leute saßen in dem Boot.

Von Griechenland aus ging es zu Fuß weiter, die Balkanroute entlang. Insgesamt war Abouzidan 17 Tage unterwegs. In Deutschland schließlich landete er erst im Camp Ehra, kam nach Schönewörde. Heimisch fühlte er sich dort nie so wirklich, auch wenn er betont, dass er zu schätzen weiß, wie gut er in Deutschland aufgenommen wurde. Doch er vermisste seine Sprache, das Großstadtleben, Syriens Landschaft. Und seine Familie.

Darüber half ihm auch nicht hinweg, dass der Kunstlehrer und Maler in Deutschland weiter malen und so nicht zuletzt seine Erlebnisse während des Bürgerkriegs in Syrien sowie auf der Flucht verarbeiten konnte. Viele Bilder entstanden, Abouzodan stellte unter anderem im Wesendorfer Rathaus aus. Und auch wenn seine Bilder maches Mal etwas düster wirken, sieht Abouzidan diese als „tanzende Blumen“, als Mischung aus Traurigkeit und Freude.

Eigentlich würde Abouzidan trotz aller Schwierigkeiten lieber bleiben. Doch er vermisst seine Familie. Und die kann er nicht so einfach nachholen. Seit überall die Grenzen geschlossen wurden, ist eine Flucht fast unmöglich geworden. Auf legalem Wege würde es mindestens zwei Jahre dauern, bis alle Papiere zusammen sind. Ein Zeitraum, in dem in Syrien viel passieren kann. Da möchte er lieber bei seiner Familie in Syrien sein, trotz der Bomben, sagt er.

Ihm ist bewusst, dass er sich damit in Gefahr begibt. Zwar war er bisher nicht politisch verfolgt, ist vor der Gesamtsituation in seiner Heimat geflohen, doch nach seiner Ankunft könnte der Deutschland-Flüchtling Probleme mit dem Regime bekommen - und zurück nach Deutschland kann er nach seiner freiwilligen Ausreise nicht.

ba

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