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Belle ist für Marcel eine große Hilfe

Familie benötigt Finanz-Hilfe für Assistenzhund-Ausbildung Belle ist für Marcel eine große Hilfe

Marcel (9) und Belle (18 Monate) sind ein gutes Team. Wenn Marcel ruft, kommt Belle, genießt die Kuscheleinheiten und nimmt ihm vorsichtig die Leckerli aus der Hand. Sie soll ihn als Assistenzhündin unterstützen – doch für ihre Ausbildung benötigt die Familie finanzielle Unterstützung.

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In Knesebeck: Marcel und Therapiehündin Belle mit Pflegemutter Bianca Ohlrogg.

Quelle: Christina Rudert

Knesebeck. Noch lebt die Australian-Shepherd-Hündin noch gar nicht bei dem Jungen mit fetalem Alkoholsyndrom in Knesebeck, bislang ist sie Azubine bei Ulrich Zander in Rostock.

Und das ist die große Hürde: Die komplette Ausbildung von Belle zur Therapie- und Assistenzhündin kostet 25.000 Euro. „Diese Kosten können wir nicht aufbringen“, sagt Bianca Ohlrogg, Pflegemutter von Marcel. Dabei setzt sie all ihre Hoffnungen auf die junge Hündin.

Zu Marcels Krankheitsbild gehört, dass er schnell aggressiv wird, wenn er sich überfordert fühlt. Sobald ein Hund in der Nähe ist, „bekommt er seine Aggressionen schneller in den Griff“, haben die Pflegeeltern herausgefunden, als ein Hund von Bianca Ohlroggs Schwester zu Besuch war. Alleine in den Garten traut sich der Junge aufgrund seiner Angststörung nicht, immer muss ein Elternteil dabei sein. „Mit dem Hund geht er in den Garten – das schafft so viel Selbstständigkeit“, sagt Bianca Ohlrogg.

Und womöglich reicht die Nähe des Tieres sogar, dass Marcel ohne ein Elternteil neben sich schlafen kann. Nicht zuletzt wäre Belle eine wichtige Hilfe im Straßenverkehr: „Marcel erkennt die Gefahren nicht.“ Und der Bewegungsdrang der jungen Hündin kommt demjenigen von Marcel ebenfalls zugute.

„Belle tut der Seele von Marcel gut“, fasst Bianca Ohlrogg mit leiser Stimme zusammen und sagt: „Wir sind auf Hilfe angewiesen.“ 6000 Euro sind schon angespart, aber der Rest fehlt noch. Spenden können überwiesen werden auf das Konto Servicehundzentrum e.V., IBAN: DE69 1305 0000 0201 0584 80, BIC: NOLADE21ROS, bei der Ostseesparkasse unter Angabe der Referenz „Assistenzhund für Marcel“, es gibt Spendenbescheinigungen.

AZ-Info: Das ist das fetale Alkoholsyndrom

FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder, fetales Alkoholsyndrom) ist eine schwere geistige Behinderung mit zahlreichen Symptomen. Bianca Ohlrogg, Pflegemutter des neunjährigen Marcel, zählt ein paar davon auf: „Marcel hat eine Lernbehinderung. Sprachlich ist er sehr gewandt, kann aber weder lesen noch schreiben oder rechnen.“ Sein Gedächtnis ist minimal ausgeprägt. Typisch für diese Behinderung ist außerdem, dass neue Situationen Marcel schnell überfordern. „Dann reagiert er aggressiv“, sagt Bianca Ohlrogg und nennt eine Folge davon: „Marcel hat nicht viele Freunde.“ Menschen mit FASD leiden unter Angst- und Schlafstörungen. „Marcel braucht Medikamente, um überhaupt schlafen zu können. Und er schläft nur, wenn jemand von uns neben ihm schläft.“ Erwachsene mit FASD leiden oft unter Depressionen.

Ursache ist Alkoholkonsum der leiblichen Mutter während der Schwangerschaft. Dabei ist laut der Internetseite www.fasd-deutschland.de nicht mal eine Alkoholerkrankung der Mutter erforderlich, auch kleinere Mengen Alkohol reichen aus, um den Fötus oder den Embryo zu schädigen. So heißt es auf der Homepage, dass nur zwei von zehn Frauen während der Schwangerschaft völlig auf Alkohol verzichten und in Deutschland immer noch etwa 10.000 Kinder jährlich mit FASD geboren werden. Ein Auszug von der Seite: „Der Alkohol, den die werdende Mutter aufnimmt, durchdringt ungehindert die Gebärmutterschranke, so dass der sich entwickelnde Fötus in kürzester Zeit denselben Blutalkoholspiegel hat wie die werdende Mutter.“ Und weiter: Das Ungeborene ist unfähig, „mit seiner unreifen Leber den Alkohol selbstständig abzubauen, und braucht so dafür die zehnfach längere Zeit als die Mutter. Eine sichere Alkoholgrenze, bei der keine Schädigungen auftreten, gibt es nicht!“

Von Christina Rudert

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