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Wesendorf Belasteter Bohrschlamm im Nordkreis?
Gifhorn Wesendorf Belasteter Bohrschlamm im Nordkreis?
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12:00 15.01.2016
Hinterlassenschaften müssen beseitigt werden: Auch bei Wesendorf gibt es Verdachtsflächen, wo Bohrschlämme von Erdöl- und Erdgasbohrungen liegen könnten. Quelle: Archiv
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An vielen Stellen, an denen früher gebohrt und gefördert wurde, wird heute mit Schadstoffen belasteter Bohrschlamm vermutet. So auch in der Gemeinde Wesendorf.

Rund 540 sogenannte Verdachtsflächen gibt es dem Niedersächsischen Umweltministerium zufolge derzeit, mehr als 480 davon sollen untersucht werden. Etwa jede zehnte soll im Landkreis Gifhorn liegen, am stärksten betroffen ist der Nordkreis. Allein in der Gemeinde Wesendorf sollen es 18 Punkte sein.

„Wir als Gemeinde wissen von der Problematik, sind aber nicht wirklich involviert. Das ist Sache der Bergbaubehörde und des Landkreises“, erklärt Wesendorfs Gemeindedirektor Holger Schulz auf AZ-Anfrage. Gleichwohl kennt die Gemeinde die Lage der Verdachtsflächen: drei entlang der K 7 zwischen Wesendorf und Wagenhoff, sechs südlich und zwei nördlich des Hasenbergs, sieben westlich von Westerholz. „Für uns spielt das beispielsweise bei einer möglichen Ausweisung von Baugebieten eine Rolle. Aber in Planungsverfahren werden solche Verdachtsflächen von Landkreis und Bergbaubehörde frühzeitig benannt.“

Einer Schätzung des Gifhorner Umweltamtes zufolge gibt es im Landkreis mehr als 1200 Bohrstellen. Von vielen ist nicht mal mehr die Lage bekannt, da sie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Üblich war es, gleich neben der Bohrstelle in Gruben den Bohrschlamm abzulagern. Der konnte neben Wasser und Erde auch Schmiermittel, Erdöl, Quecksilber enthalten. Ab den 1960er Jahren wurde der Bohrschlamm zentral in drei Gruben gesammelt, die behördlich überwacht werden. Sie laufen unter den Bezeichnungen Eldingen bei Steinhorst, Hankensbüttel und Hardesse bei Meinersen. Die jetzige Untersuchung soll klären, ob von den Bohrgruben eine Gefährdung, beispielsweise des Grundwassers, ausgeht. ba

Ob von diesen Flächen eine Gefährdung ausgeht, soll jetzt eine Untersuchung zeigen. Dafür haben die Erdöl und Erdgas fördernden Unternehmen fünf Millionen Euro zugesagt. Beantragen muss die Untersuchung einer Fläche der Landkreis Gifhorn - er entscheidet nach Untersuchungsergebnis auch über weitere Maßnahmen wie beispielsweise Abtragen des Erdreichs zur Entsorgung.

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