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Bürgermeisterwahl in der Sassenburg: Volker Arms, Andreas Kautzsch und Annette Merz kandidieren

Die politischen Ziele der Kandidaten Bürgermeisterwahl in der Sassenburg: Volker Arms, Andreas Kautzsch und Annette Merz kandidieren

Die AZ fragte die Kandidaten Volker Arms (SPD), Andreas Kautzsch (BIG) und Annette Merz (CDU), was ihre politischen Ziele als Bürgermeister der Sassenburg wären. Hier die Antworten dazu.

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Wahltag im Kreis Gifhorn

Bürgermeisterwahl in der Sassenburg: Volker Arms (v.l.), Andreas Kautzsch und Annette Merz kandidieren.

Die Kandidaten
Volker Arms (SPD) Andreas Kautzsch (BIG) Annette Merz (CDU)
     
Lebenslauf
     
Volker Arms ist 47 Jahre alt, verheiratet, hat 3 Kinder und wohnt mit seiner Familie in Neubokel.
Der Diplom-Verwaltungswirt war ab 1985 beim Landkreis Gifhorn beschäftigt, seit 1992 bei der Stadt Gifhorn und ist seit 2006 Bürgermeister der Gemeinde Sassenburg. Parallel dazu ist er seit 22 Jahre Mitglied der SPD und gehörte von 1991 bis 1998 auch dem Dannenbütteler Ortsrat an.
Seit 35 Jahren ist er aktives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, war dabei 4 Jahre Jugendgruppenleiter in der Jugendfeuerwehr in Dannenbüttel, über 5 Jahre Jugendfußballtrainer (dafür die bronzene Nadel des NFV erhalten). Seit 2013 gehört er der Gründungsinitiative der „Sassenburg-Stiftung“ an.
Hobbys: Zeit mit der Familie verbringen, Sport (insbesondere Fußball), Gartengestaltung, Lesen.
Andreas Kautzsch will für die BIG neuer Bürgermeister der Gemeinde Sassenburg werden. Kautzsch ist 46 Jahre alt, ledig und wohnt in Westerbeck. Er ist technischer Fachreferent und seit mehr als 30 Jahren in der Automobilbranche tätig.
Kautzsch ist seit der Kommunalwahl 2011 Mitglied im Sassenburger Gemeinderat und im Westerbecker Ortsrat. Zudem ist er Sprecher der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Sassenburg, Mitglied der Interessen-Gemeinschaft „Energiepreise-Runter-Gifhorn“ und der Kulturschmiede Sassenburg.
Als Hobbys gibt Kautzsch Web- und Grafikdesign, Rad fahren, Entspannung in Haus und Garten sowie seinen Hund an.
Annette Merz will für die CDU neue Bürgermeisterin der Gemeinde Sassenburg werden. Die Westerbeckerin ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Die Juristin, die zunächst als Rechtsanwältin tätig war, arbeitet seit Januar 1992 im Referat für Rats- und Rechts-Angelegenheiten der Stadt Wolfsburg. Zudem ist sie unter anderem Lehrbeauftragte an der Niedersächsischen Hochschule für Verwaltung in Hannover. Sie gehört keiner politischen Partei an.
In ihrer Freizeit hat sie begonnen, das Klavierspiel zu erlernen. Außerdem liest sie gerne Biografien und Krimis. Eine weitere Leidenschaft sind Flohmarkt-Besuche. Entspannung findet sie zudem, wenn sie für „ihre Lieben Zuhause“ anspruchsvoll kocht.
     
Die Finanzkraft der Sassenburg ist extrem niedrig. Was wollen Sie dagegen tun? Wie sieht es z.B. mit Wirtschaftsförderung in Triangel aus?
     
Volker Arms : Die größte Einnahmeposition der Gemeinde Sassenburg ist die Einkommensteuer. Durch  den Bevölkerungszuwachs und die positive wirtschaftliche  Entwicklung hat sich das Steueraufkommen in den letzten acht Jahren nahezu verdoppelt. Auch die Gewerbesteuereinnahmen sind stetig steigend. Durch die Entwicklung des  Gewerbegebiets „Rohrwiesen“ sollte es gelingen zusätzlich zu  den Sassenburger Unternehmen, die sich dort ansiedeln, auch auswärtige Gewerbetreibende in die Sassenburg zu holen. Erste erfolgversprechende Gespräche laufen. Das Gewerbegebiet ist äußerst interessant, da wir die Grundstücke kostengünstig anbieten, einen niedrigen Gewerbesteuer-Hebesatz haben und mit Glasfaseranbindung schnelle Verbindungen für moderne Unternehmen bieten. Auf dieser Basis wird die Steuereinnahmekraft und damit die Finanzkraft der Gemeinde weiter verbessert werden. Andreas Kautzsch : Die Gewerbebetriebe in der Gemeinde haben vom Boom der öffentlichen Bauaufträge kaum profitiert, da diese zu selten von den beauftragten Planungsbüros angefragt werden. Erfolgt dann doch eine Anfrage, sind die Vergabepakete so groß, dass diese oft die Leitungsfähigkeit der Betriebe übersteigen. Der erste Schritt einer fast kostenlosen Wirtschaftsförderung wäre, die Vergabepakete auf die Leistungsfähigkeit der lokalen Betriebe anzupassen, um Rückflüsse über die Gewerbesteuer zu erhalten.
Auch durch die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes „Rohrwiesen“ zwischen Westerbeck und Triangel wird sich an der Finanzkraft der Gemeinde nicht viel verändern. Oft wird nur eine Umsiedelung von Betrieben erfolgen, die bereits schon im Gemeindegebiet tätig sind und ihren Firmensitz beispielsweise in Wohngebieten haben. Bei Neuansiedlung ist nach meinem Kenntnisstand fast ausschließlich mit einer geringen Wertschöpfung, z.B. Lagerfläche, zu rechnen.
Um tatsächlich die Einnahmesituation zu verbessern, müssen Betriebe mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen und einer hohen Wertschöpfungskette angesiedelt werden, die sich aber in die sensible Umwelt problemlos einfügen.
Annette Merz: Zwar verfügt das neue Gewerbegebiet in Triangel über ausreichend Flächen. Jetzt gilt es aber, den zweiten Schritt zu machen und  die Grundstückskaufverträge mit den Bewerbern abzuschließen, um das Gewerbegebiet zügig zu beleben. Die Finanzsituation wird  sich auch durch neue Wohnbaugebiete verbessern, da sich durch Zuzug von Neubürgern die zugewiesenen Einkommenssteueranteile erhöhen.
     
An mehreren Straßen in der Gemeinde sind seit vielen Jahren Radwege im Gespräch (z.B. Sassenburgstraße in Stüde, Überlandweg von Westerbeck nach Grußendorf). Wie wollen Sie die Realisierung vorantreiben?
 
Volker Arms : Bei den Fuß-/Radwegen Sassenburgstraße in Stüde und der Verlängerung an der Bromer Straße bis zur Abzweigung „Zum Sportplatz“/“Auf der Heide“ in Grußendorf werden dieses Jahr gemeinsam mit den Ortsräten Anliegergespräche geführt werden, da die Anlieger an den Kosten beteiligt werden und daher auch ein Mitspracherecht haben.
Beim Radweg zwischen Westerbeck und Grußendorf an der Landesstraße wünschte ich mir, dass das Land Niedersachsen nach fast 20 Jahren Diskussion endlich seiner Aufgabe nachkommt und den Lückenschluss von Westerbeck bis Ehra-Lessien realisiert. Ich werde dazu Gespräche mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies führen.
Andreas Kautzsch : Da ich selbst ein begeisterter Fahrradfahrer bin, wünsche ich mir selbstverständlich auch einen Ausbau des Radwegnetzes. Warum die genannten Radwege in der Prioritätenliste des Landkreises/Landes erst rauf- und dann wieder runterrutschen wird mir ein unerklärliches Rätsel bleiben. Als Bürgermeister würde ich bei Landkreis und Land Planungssicherheit einfordern und mich intensiv für eine Umsetzung einsetzen. Ein gutes und umfassendes Radwegnetz kann ich für mich auch innerhalb eines professionellen touristischen Konzeptes vorstellen. Neben dem Neubau von Radwegen sind aber auch noch umfangreiche Instandsetzungsarbeiten zu realisieren, welche auch in dem Verantwortungsbereich der Gemeinde liegen. Annette Merz : Auf massives Betreiben der CDU wird nun der Ausbau der Ortsverbindung zwischen Westerbeck und Neudorf-Platendorf erfolgen. Der Radweg zwischen Grußendorf und Westerbeck ist nötig und wird seit Jahren von der Politik gefordert. Im Rahmen eines touristischen Konzepts ist die Herstellung dieser Radwegeverbindung unverzichtbar. Da es sich um eine Landesstraße handelt, ist das Land in der Pflicht, diesen Wunsch der Bevölkerung endlich umzusetzen. Hierfür werde ich mich beim Land stark machen.
     
Die Datenautobahn lässt in Stüde und Neudorf-Platendorf noch zu wünschen übrig. Wie geht’s mit dem DSL-Ausbau weiter?
 
Volker Arms : Die Gemeinde Sassenburg hat mit dem Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes in den Ortschaften Dannenbüttel, Triangel und Westerbeck neue Maßstäbe gesetzt. Nur dadurch wurde auch die Glasfaser-Anbindung für das Gewerbegebiet Rohrwiesen möglich. In den letzten Jahren ist es mir immer wieder gelungen, Fördermittel für diese Ausbaumaßnahmen einzuwerben, so dass sie sich wirtschaftlich tragen. Ich werde daher in den nächsten zwei Jahren auch für Stüde und Neudorf-Platendorf Lösungen entwickeln, dort die Internetgeschwindigkeiten deutlich zu verbessern. Schnelle Internetverbindungen gehören inzwischen zur Grundversorgung. Andreas Kautzsch : Die Verfügbarkeit von schnellem Internet ist heute sowohl im privaten als auch im gewerblichen Sektor ein entscheidender Standortfaktor. In Stüde gibt es wenigstens schon einen LTE-Ausbau (DSL per Funk) von zwei Netzbetreibern. Für Neudorf-Platendorf muss schnellstmöglich eine Ausbaulösung gefunden werden, da aktuell weder per Kabel oder Funk schnelle Übertragungsraten möglich sind. Über den Investitionsaufwand wird die Art der Technik entscheiden, wobei ich mir eine kombinierte Funk-/Kabellösung gut vorstellen kann, um kostengünstig die langen Entfernungen überbrücken zu können. Der Ausbau muss mit einem bekannten und finanzstarken Betreiber erfolgen, bei dem sich auch die großen Provider wie Telekom, Vodafone, 1&1 etc. einmieten. Nur so lässt sich ein Wettbewerb mit günstigen Preisen auslösen. Annette Merz : Dank Fördermitteln aus dem Bund wird es demnächst in Neudorf-Platendorf mit dem zügigen Ausbau des DSL-Netzes weitergehen. In Stüde bleiben diese Mittel aus unterschiedlichen Gründen aus. Hier werde ich mit den entsprechenden Anbietern Lösungen finden.
     
Thema Tourismus: Moorbahn, Moormuseum und Bernsteinsee sind Pfunde. Wie wollen Sie mit denen wuchern?
 
Volker Arms : Die touristische Entwicklung in der Gemeinde Sassenburg ist in den letzten Jahren mächtig ins Rollen gekommen.
Über 100 Fahrten fanden letztes Jahr mit der Moorbahn statt - über 3.000 Menschen haben dieses genutzt, um mehr über das „Große Moor“ zu erfahren. Noch in diesem Jahr werden wir gemeinsam mit dem Natur- und Kultur-Erlebnispfad Großes Moor Gifhorn e.V. die Streckenführung überarbeiten und einen Rundkurs aufbauen. Dort  werden neue Möglichkeiten geschaffen, mehr über die Moorlandschaft und den Torfabbau zu erfahren.
Der Förderverein Großes Moor hat in Neudorf-Platendorf begonnen, ein Areal herzurichten, um die Maschinen auszustellen, mit denen Torf gefördert wurde. Das Projekt ergänzt hervorragend die Moorbahnfahrten.
Die Entwicklung am Bernsteinsee in den letzten fünf Jahren ist herausragend. Es ist ein echtes touristisches Highlight geworden und weiterhin am Wachsen.
In der Kombination dieser drei tollen Entwicklungen mit den weiteren touristischen Dauerbrennern in der Umgebung wie Mühlenmuseum, Otterzentrum und Autostadt sollte es gelingen, noch mehr Mehrtagestouristen in die Gemeinde zu holen, die dann für entsprechende Umsätze sorgen in Hotel und Gastronomie. Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde Sassenburg wird weiter ausgebaut.
Andreas Kautzsch : Moorbahn und Moormuseum sind im Gegensatz zum Bernsteinsee in der ganzen Region wirklich einmalig. Daher hatte ich auch zu den Beratungen des Haushalts 2014 den Antrag gestellt, den von den Mehrheitsfraktionen völlig unverständlich stark gekürzten Förderbetrag wieder zu verdoppeln, was auch eine Mehrheit fand. Nach dem Ende der Diskussion um das Thema Windenergie besteht jetzt die Chance, die einzigartige und schützenswerte Moorlandschaft mit ihrer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt, dem wahren und einzigen „Kapital“ unserer Gemeinde, sanft und verantwortungsvoll zu nutzen. Es wäre längst an der Zeit gewesen, ein professionelles touristisches Konzept zu entwickeln.
Die Bemühungen der Betreibergesellschaft des Bernsteinsees sind anzuerkennen, jedoch sind meine Zweifel an dem nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aufgrund der fehlenden Einzigartigkeit noch nicht ausgeräumt.
Annette Merz : Unser Moor gibt uns ein Alleinstellungsmerkmal, das durch entsprechende touristische Vermarktung gut genutzt werden kann. Die zwischen der Moorbahn und dem Moormuseum bereits bestehende Kooperation ist unbedingt zu unterstützen. Dies geschah in der Vergangenheit jedoch nur stiefmütterlich. Die Betreiber des Bernsteinsees haben bereits ein vielfältiges Angebot, dass sich gut mit den übrigen Attraktionen der Sassenburg verbinden lässt. Vernünftig ausgebaute Rad- und Wanderwege ermöglichen es den Gästen unserer Gemeinde, die vielfältige Natur zu genießen und hier für ein paar Tage zu verweilen. Die Anbieter von Hotelzimmern, Gästezimmern und Ferienwohnungen in der Sassenburg werden in das Konzept eingebunden. Mit einer „Sassenburg-Card“ können die Gäste darüber hinaus vielfältige Angebote in der näheren und weiteren Umgebung preisgünstig wahrnehmen.
     
Soll die Sassenburg durch die Ausweisung weiterer Baugebiete weiter wachsen? Welche Orte haben Wachstumspotenzial, und warum?
 
Volker Arms : Weitere Baugebiete sollten in allen Ortschaften ausgewiesen werden, um junge Familien in der Gemeinde zu halten. Die Nachfrage nach Bauplätzen in der Gemeinde ist in allen Ortschaften gegeben, so dass alle Orte Wachstumspotential haben. Die Attraktivität der Gemeinde Sassenburg ist sehr hoch. Das hat man bei der Vermarktung der beiden letzten Baugebiete in Triangel und Westerbeck gesehen. Dies ist insbesondere durch das von mir umgesetzte „Drei-Säulen-Modell“, die Betrachtung von jeweils zwei Ortschaften gemeinsam (Dannenbüttel-Westerbeck, Grußendorf-Stüde, Neudorf-Platendorf-Triangel), gelungen. Sie haben für jede Säule eine Vollversorgung (Einkaufsmöglichkeiten, etc.) und alle Infrastruktureinrichtungen (Kindergarten, Schule, etc.) wohnortnah - dieses wird vom Zweckverband Braunschweig als vorbildlich in dieser Region herausgehoben. Aktuell soll in Grußendorf das Baugebiet „Am Walde II“ erschlossen und vermarktet werden. Auch hier besteht eine große Nachfrage. Das Ziel sollte auf Dauer sein, den Status quo bei der Bevölkerungszahl zu halten, um die Kosten für Infrastruktur im Griff zu behalten. Wichtig ist für die Zukunft aber auch die Innenentwicklung. Die Gebäude im Bestand müssen auch Nachnutzer finden, damit die Ortskerne weiterhin „mit Leben erfüllt“ bleiben. Andreas Kautzsch : Die Gemeinde Sassenburg kann weiter wachsen und hat auch das Potenzial dazu. Wachstumspotenzial haben alle Ortschaften gleichermaßen, wenn auch eine gerechtere Entwicklung ermöglicht werden sollte. Erheblicher Nachholbedarf besteht besonders bei der Ausweisung von Baugebieten in Neudorf-Platendorf. Mit dem Wachstum muss aber auch die Infrastruktur nachziehen und beispielsweise Kinder-Betreuungsplätze in ausreichender Zahl angeboten werden.
Weiteres erstklassiges Wachstumspotential sehe ich für altersgerechten Wohnraum und bei Zwei- bis Drei-Zimmer-Mietwohnungen.
Durch die Ausweisung von Baugebieten dürfen die alten Dorfkerne aber nicht an Attraktivität verlieren. Mit Investitionen muss gegengesteuert werden.
Annette Merz : Entwicklungspotenziale finden sich in allen Orten. Neudorf-Platendorf wartet seit Jahren auf die Umsetzung des Baugebiets auf dem Suhlschen Feld. Aber auch in den übrigen Gemeinden suchen junge Menschen, die hier aufgewachsen sind, nach geeignetem Bauland, um auch weiterhin im lebenswerten Sassenburg zu bleiben. Daneben liegt unsere Gemeinde im Speckgürtel von Wolfsburg. Aufgrund der guten Lage, Anbindung und Infrastruktur ist es für viele, die in Wolfsburg arbeiten, ein attraktiver Wohnstandort, den es auszubauen gilt.
     
In der Sassenburg sind einige Dorfgemeinschaftshäuser renovierungsbedürftig: Grußendorf, Dannenbüttel; in Westerbeck gibt es gar nichts. Welche Rolle spielen Dorfgemeinschaftshäuser in den Dörfern überhaupt noch?
 
Volker Arms : Dies ist eins meiner zentralen Themen der nächsten Jahre. Die Entwicklung erfordert ein Umdenken. Wir benötigen Bürgerbegegnungsstätten - Orte, an denen sich die Menschen jederzeit ohne Vorgaben treffen können. Dies gilt für junge Menschen, für Eltern mit Kindern und für ältere Mitbürger. Morgens geht die Tür auf und abends schließt sie wieder - dazwischen besteht eine offene Bandbreite von Möglichkeiten unter Einbringung der örtlichen Vereine. Dazu werden wir die DGHs in Grußendorf und Dannenbüttel neu gestalten. Auch hier werde ich Fördermittel akquirieren. Gemeinsam mit den örtlichen Vereinen und allen Interessierten werde ich in allen Ortschaften der Gemeinde dieses Projekt individuell angehen. Insbesondere in Westerbeck haben wir Nachholbedarf und werden Lösungsmöglichkeiten - auch räumliche - entwickeln. Andreas Kautzsch : Die Dorfgemeinschaftshäuser in Grußendorf und Dannenbüttel sind in einem grauenhaften Zustand! Selbst die notwendigsten Instand- und Werterhaltungsmaßnahmen wurden über viele Jahre nicht durchgeführt. Das Ergebnis ist, dass die Nutzung stark eingeschränkt ist bzw. kein Veranstaltungs-Equipment vorhanden ist. In Westerbeck ist der Fortbestand der Mehrzweckhalle als einziger Veranstaltungsort ebenfalls nicht gesichert.
In allen Ortschaften sollte ein zentraler Anlaufpunkt für kulturelle und familiäre Veranstaltungen mit moderner Technik zu Verfügung stehen, der ebenfalls von den Vereinen und sozialen Organisationen genutzt werden kann. Auch der neu gegründete Kulturverein „Kulturschmiede Sassenburg e.V.“ wäre über eine Vielzahl von Veranstaltungsräumen dankbar.
Annette Merz : Dorfgemeinschaftshäuser gibt es seit den 1920er Jahren in Deutschland. Ihre ursprüngliche Idee hat sich inzwischen überholt. Geblieben ist aber das Bedürfnis, Raum für unterschiedliche Aktivitäten zu haben. Da benötigt ein Verein einen Raum für seine Vorstandssitzungen, dort möchte vielleicht K.I.S.S. eine öffentliche Veranstaltung durchführen, vielleicht soll ein Reparaturcafé stattfinden oder ein Computerkurs von Jungen für Ältere. Diesem Gedanken ist Rechnung zu tragen, indem Bürgerhäuser – wie in Stüde – oder Mehrgenerationenhäuser einzurichten sind. Derzeit wird überlegt, welcher Nutzung die alte Schule in Neudorf-Platendorf zugeführt werden soll. Da die denkmalgerechte Sanierung viel Geld kosten wird, ist ein vernünftiges Nachnutzungskonzept unverzichtbar. Hier stelle ich mir ein gelebtes Mehrgenerationenhaus vor, in dem sich alle Bürger der Sassenburg wiederfinden.
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