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Bürgermeisterwahl in Isenbüttel: Hans-Friedrich Metzlaff und Bastian Till Nowak kandidieren

Die politischen Ziele der Kandidaten Bürgermeisterwahl in Isenbüttel: Hans-Friedrich Metzlaff und Bastian Till Nowak kandidieren

Die AZ fragte die Kandidaten Hans-Friedrich Metzlaff (parteilos) und Bastian Till Nowak (parteilos), was ihre politischen Ziele als Bürgermeister der Samtgemeinde Isenbüttel wären. Hier die Antworten dazu:

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Wahltag im Kreis Gifhorn

Bürgermeisterwahl in Isenbüttel: Hans-Friedrich Metzlaff (r.) und Bastian Till Nowak kandidieren.

 
     
Die Kandidaten Hans-Friedrich Metzlaff (parteilos) Bastian Till Nowak (parteilos)
     
Lebenslauf Der parteilose Hans-Friedrich Metzlaff ist 1949 in Meinersen geboren. Metzlaff ist verwitwet und hat einen erwachsenen Sohn. Seit 2006 ist er Samtgemeinde-Bürgermeister in Isenbüttel und kandidiert jetzt zum zweiten Mal für diesen Posten.
Metzlaffs berufliche Stationen nach der Verwaltungsausbildung beim Landkreis und der folgenden Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt bis 1973 befanden sich im Samtgemeinde-Rathaus Isenbüttel: 1974 begann er als Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes und übernahm 1978 die Leitung des Kämmerei-Amtes.
Auf die Frage nach seinen Hobbys antwortet Hans-Friedrich Metzlaff kurz und knapp: „So weit die ,Bürgermeisterei‘ Zeit für Hobbys lässt: Lesen und Fotografieren.“
Bastian Till Nowak , 1985 in Gifhorn geboren, ist ledig und Vater einer fünfjährigen Tochter.
Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium in Gifhorn hat er in Kiel mit dem Ziel Lehramt studiert, anschließend die Ausbildung zum Redakteur absolviert und war in den vergangenen Jahren journalistisch in der Samtgemeinde Isenbüttel tätig.
Als Hobbys nennt der 28-Jährige das Aufnehmen von Hörspielen und Hörbüchern sowie Bewegung an der frischen Luft und Schwimmen. Außerdem backt er leidenschaftlich gern Kuchen, gerne auch experimentell.
     
In der Samtgemeinde gibt es das eindeutige Zentrum Isenbüttel, was Infrastruktur z.B. in Form von Einkaufsmöglichkeiten angeht. Was wollen Sie tun, um die anderen drei Gemeinden so aufzuwerten, dass sie attraktive Wohnstandorte sind? Hans-Friedrich Metzlaff: Die Attraktivität unserer Samtgemeinde steht außer Frage. Die vier Mitgliedsgemeinden bieten ihren Einwohnerinnen und Einwohnern ein Lebensumfeld zum Wohlfühlen. Die Kinderbetreuung und die Ganztagsangebote in den Grundschulen sind vorrangig zu nennen. Die demografische Entwicklung verlangt, auch die Angebote für die ältere Bevölkerung dem steigenden Bedarf anzupassen. Dazu finden zz. bereits Gespräche mit Investoren bzw. Betreibern statt. Bastian Till Nowak: Die Ansiedlung von Supermärkten können wir nicht erzwingen – aber wir können dafür sorgen, dass die bestehenden Märkte in Isenbüttel und Calberlah für alle Bürgern erreichbar sind. Deshalb mache ich mich für einen Bürger-Bus stark, der jeden Bürger – egal ob alt oder jung – sicher, zuverlässig und vor allem preiswert von A nach B bringt. So kommt jeder Bürger, egal ob er in Wasbüttel, Ribbesbüttel, Wettmershagen oder Druffelbeck lebt zum Einkaufen, zum Arzt oder auch zum Tankumsee.
     
Jahrelang war die Devise überall: familienfreundliche Samtgemeinde. Haben Sie ein Konzept, wie Isenbüttel für Menschen jeder Altersgruppe attraktiv wird? Hans-Friedrich Metzlaff: Kindertagesstätten und Schulen sind gut aufgestellt. Die Jugendarbeit befindet sich z Zt. im Umbruch. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Jugendförderung ihr Arbeitsfeld erweitern und zu „Netzwerkern der Gesellschaft“ für Jung und Alt werden. Die bestehenden Senioreneinrichtungen müssen erweitert bzw. ergänzt werden (Betreutes Wohnen, Tagespflege). Bastian Till Nowak: Für Jugendliche wäre ein neues Jugendhaus am Isenbütteler Jugendplatz ein idealer Treffpunkt und weit besser als der zurzeit geplante Umzug in leer stehende Klassenräume des Schulzentrums. Zusätzlich brauchen wir attraktive Angebote für die Jugend in allen Orten. Für Senioren brauchen wir altersgerechte Wohnanlagen – denn niemand soll im Alter seine vertraute Umgebung verlassen müssen. Und für Bürger aller Altersklassen könnten wir mit einem Kultur-Fördertopf das Freizeitangebot versüßen. Zudem könnte die Samtgemeinde noch weit familienfreundlicher sein, wenn die unnötig hohen Kita-Gebühren endlich gesenkt würden – das können und sollten wir uns leisten.
     
Bei jedem Starkregen kommen aus der Samtgemeinde Hochwasser-Meldungen. Wie wollen Sie das Problem langfristig und endgültig lösen? Hans-Friedrich Metzlaff: Leider müssen wir damit leben, dass auch bei uns die Klimaveränderung häufiger zu Hochwasserereignissen führt. Regional sind aber nur punktuelle Lösungen möglich, wie der Bau eines Stauwehrs bei Allerbüttel und der interkommunale Bau eines Regenrückhaltebeckens bei Meine, an dem sich auch die Samtgemeinde Isenbüttel beteiligte. Der Bau von zwei geplanten Becken bei Wasbüttel und Calberlah scheiterte leider. Örtliche Maßnahmen sind aber zu untersuchen und in Abstimmung mit den Mitgliedsgemeinden, den Fachbehörden und den betroffenen Grundstückseigentümern zu realisieren. Bastian Till Nowak: Grundsätzlich muss gelten: Bebauung in Überschwemmungsgebieten ist tabu! Die Ausrüstung unserer Feuerwehren müssen wir stets auf dem modernsten Stand der Technik halten. Und die Nachwuchs-Werbung der Brandschützer sollten wir mit unserer Jugendförderung unterstützen. Denn selbst die teuersten Hochwasser-Barrieren bringen nichts, wenn irgendwann keiner mehr da ist, um sie aufzubauen.
     
Im Moment steht die Samtgemeinde finanziell gut da. Was wollen Sie dafür tun, damit das so bleibt? Hans-Friedrich Metzlaff:  Die Samtgemeinde Isenbüttel steht nicht nur momentan sondern schon seit Jahrzehnten finanziell auf einer sicheren Basis. Gesunde Finanzen sind das Ergebnis solider Politik und guter Verwaltungsarbeit. Ich werde mich auch in Zukunft mit den Mitgliedern des Samtgemeinderates und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus um einen verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen bemühen. Neue Aufgaben dürfen nur übernommen werden, wenn ihre Finanzierung langfristig gesichert ist. Investitionen dürfen nur dann in Angriff genommen werden, wenn auch die Folgekosten (Zinsen, Abschreibung und laufende Unterhaltung) dauerhaft tragbar sind. Die Samtgemeinde-Umlage darf den finanziellen Spielraum der Mitgliedsgemeinden nicht über Gebühr beschneiden. Bastian Till Nowak: Niedrigere Kita-Gebühren mögen für manchen nach Geldverschwendung klingen – doch es ist das genaue Gegenteil: Nur wenn unsere Samtgemeinde attraktiv für die Ansiedlung von Familien bleibt, bleibt sie es auch für die Ansiedlung von Gewerbetreibenden. Die Familien zahlen Einkommenssteuern und die jungen Leute kaufen in der Samtgemeinde ein – und das wiederum stärkt die Steuerkraft unserer Gemeinden.
     
Mit der Sperrung der B4-Brücke kommt einiges an Umleitungsverkehr vor allem auf Isenbüttel zu. Was planen Sie, um die Belastung für die Bürger so gering wie möglich zu halten? Hans-Friedrich Metzlaff:  Es müssen kurzfristig weitere Gespräche mit der Landesbehörde für Straßenbau, dem Landkreis und den betroffenen Kommunen stattfinden, um über alternative Umleitungen, Ampellösungen und Kreisverkehr zu beraten. Leider werden sich die Belastungen für die Menschen aber nur wenig abmildern lassen. Das Verkehrsaufkommen auf der B4 ist zu hoch, um ohne Probleme von den Umleitungsstrecken zusätzlich verkraftet werden zu können. Bastian Till Nowak: Es wäre auch möglich, den Verkehr zwar über B 188 und Osttangente umzuleiten, dann aber nicht durch Isenbüttel, sondern über Wolfsburger Straße und alte B 4. Dass es da im Berufsverkehr schon jetzt tagsüber hakt, leuchtet mir als Erklärung ein, den Verkehr durch Isenbüttel zu schicken. Durch ein nächtliches Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr könnten wir unsere Bürger aber zumindest vor den extremsten Folgen der Umleitung bewahren – dann ist auf den Straßen im Gifhorner Gewerbegebiet ja eh nichts mehr los, und Anwohner wären dort auch weit weniger betroffen.
     
Warum braucht Isenbüttel einen Bahn-Haltepunkt? Und wie könnten Sie dazu beitragen, ihn zu realisieren? Hans-Friedrich Metzlaff:  Im Zusammenhang mit der Planung der Regiostadtbahn wurde ein deutlicher Bedarf für den Haltepunkt Isenbüttel festgestellt. Mir ist nicht klar, warum das prognostizierte Fahrgastaufkommen für den Haltepunkt einer Regiobahn in Isenbüttel nicht mehr relevant sein soll. Ich werde in Gesprächen mit dem Zweckverband die Notwendigkeit immer wieder unterstreichen. Bastian Till Nowak : Im Umkreis von 500 Metern um den geplanten Bahnhof lebt ein Drittel der rund 6000 Isenbütteler, im Umkreis von einem Kilometer sogar mehr als die Hälfte. Dass es sich die Bahn erlaubt, ihre Züge durch solch einen großen Ort nur durchfahren zu lassen und gleichzeitig auf der gleichen Strecken im gerade mal 1700 Einwohner zählenden Bienrode einen neuen Haltepunkt einrichten will, ist doch wohl hanebüchen! Ein Bahnhof in Isenbüttel könnte den Pendlerverkehr auf der B 4 erheblich verringern – denn viele Menschen, die gerne in Isenbüttel leben, gehen schließlich in Gifhorn oder Braunschweig zur Arbeit.
     
Der Tankumsee ist touristisch gut erschlossen und trotzdem ein Defizit-Projekt. Was für Ideen haben Sie, damit er Gewinn bringt? Hans-Friedrich Metzlaff:  Es ist schwierig bzw. unmöglich, Freibäder und ähnliche Einrichtungen gewinnbringend zu betreiben, da die erforderlichen Eintrittsgelder einen drastischen Besucherrückgang zur Folge hätten. Für den Tankumsee ist ein Eintrittsgeld rechtlich sogar ausgeschlossen. Der GmbH fehlt dadurch eine wesentliche Einnahmequelle, die in jedem Freibad selbstverständlich ist. Daher muss der Betrieb wirtschaftlich so geführt werden, dass Parkgebühren und Pachteinnahmen die laufenden Ausgaben überwiegend decken und Defizite in vertretbarem Umfang von den Gesellschaftern aus Steuermitteln ausgeglichen werden. In der Diskussion über die Wirtschaftlichkeit muss der gesellschaftliche Nutzen des Tankumsees als Freizeiteinrichtung für die Samtgemeinde Isenbüttel und für die Region in die Rechnung einbezogen werden, der über die finanziellen Aspekte weit hinausgeht. Bastian Till Nowak: Eine Strandbar à la Gifhorns Allerplaya (selbstverständlich außerhalb des Naturschutzgebietes), eine Freiluft-Bühne für gediegene Kultur im sommerlichen Mondschein, eine Aufwertung der gastronomischen Vielfalt, eine gezielte Förderung der am Tankumsee ansässigen Vereine und nicht zuletzt sanitäre Anlagen, die ihren Namen auch wirklich verdienen, könnten den Tankumsee weit attraktiver machen, als er zurzeit mit dem Charme der 70er Jahre ist. Dann steigen auch wieder die Besucherzahlen, und damit auch die Einnahmen – und unsere Samtgemeinde bräuchte keinen Defizit-Ausgleich mehr zu leisten.
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