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Bürgermeisterwahl im Boldecker Land: Mario Lamcke, Anja Meier und Henning Schulze kandidieren

Die politischen Ziele der Kandidaten Bürgermeisterwahl im Boldecker Land: Mario Lamcke, Anja Meier und Henning Schulze kandidieren

Die AZ fragte die Kandidaten Mario Lamcke (SPD), Anja Meier (WBL) und Henning Schulze (CDU), was ihre politischen Ziele als Bürgermeister der Samtgemeinde Boldecker Land wären. Hier die Antworten dazu.

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Wahltag im Kreis Gifhorn

Bürgermeisterwahl im Boldecker Land: Marco Lamcke (v.l.), Anja Meier und Henning Schulze kandidieren.

Die Kandidaten
Mario Lamcke (SPD) Anja Meier (WBL) Henning Schulze (CDU)
     
Lebenslauf
Marco Lamcke ist 46 Jahre alt und gebürtiger Braunschweiger. Dort wohnt er auch bis heute. Als Hobbys nennt Lamcke Fotografieren, Lesen und Sport. Zudem ist er seit 1985 Mitglied der SPD und seit 1991 Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr.
Von 1990 bis 1992 war der gelernte Diplom-Verwaltungswirt Sachbearbeiter im Umweltamt der Stadt Braunschweig. Seit 1992 arbeitet er bei der Samtgemeinde Boldecker Land, aktuell als Leiter des Haupt- und Bauverwaltungsamtes. Zudem ist Lamcke Hochwasserschutzbeauftragter der Samtgemeinde, ihr Ausbildungsleiter und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Bauamtsleiter im Landkreis Gifhorn.
Marco Lamcke ist zudem Lehrbeauftragter der Kommunalen Hochschule für Verwaltung für das Studium Verwaltungs-Betriebswirtschaft und Lehrbeauftragter des Studieninstituts Niedersachsen für den Ausbildungsberuf Verwaltungs-Fachangestellter.
Anja Meier (45) wurde in Norden/Ostfriesland geboren. Nach Stationen in Wolfsburg, Wiesbaden und wiederum Wolfsburg zog sie 1997 nach Bokensdorf. Anja Meier ist verheiratet und hat zwei Kinder. Meier hat zunächst eine Ausbildung zur Speditionskauffrau angefangen und dann eine Ausbildung zur staatlich geprüften Kosmetikerin absolviert. 1995 hat sie sich als Hausfrau und Mutter bewusst für die Kindererziehung entschieden. Ihre Hobbys sind tägliches Joggen und Gartenarbeit.
Meier war von 1998 bis 2001 Vorsitzende der Elternvertretung im Kindergarten Bokensdorf und von 2008 bis 2011 Schulelternrats-Vorsitzende der Grundschule Jembke.
Anja Meiers politisches Engagement begann 2011, als es ihr darum ging, den Bau einer Biogasanlage in Bokensdorf zu verhindern. Im selben Jahr wurde sie in den Gemeinderat gewählt und gleich stellvertretende Bürgermeisterin. Im Dezember 2012 wurde sie Bokensdorfer Bürgermeisterin.
Der Jembker Henning Schulze wurde 1963 in Wolfsburg geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Als Hobby gibt er Jagd und Hunde an.
Nach einer Ausbildung zum Landwirt machte er die Fachhochschulreife, eine Ausbildung zum staatlich geprüften Wirtschafter und an der Meisterschule in Celle den Landwirtschaftsmeister. Seit 1988 ist Schulze Beregnungsmeister bei den Wolfsburger Entwässerungsbetrieben.
Politisch begann Henning Schulze seine Laufbahn 1991, als er zum ersten Mal in den Jembker Gemeinderat gewählt wurde. Seit 1996 ist er auch Mitglied im Samtgemeinderat des Boldecker Landes und Vorsitzender des Ausschusses für Ordnungsamts- und Feuerschutz-Angelegenheiten, seit 1996 ist Schulze zudem stellvertretender Samtgemeinde-Bürgermeister.
     
Wo sehen Sie im Wettbewerb mit anderen Kommunen die Stärken des Boldecker Landes? Was gilt es in den nächsten Jahren zu verbessern?
Mario Lamcke: Unsere große Stärke ist natürlich die Kombination aus ländlichem Raum mit viel Natur und gleichzeitig die einzigartige Nähe zu Wolfsburg. Das macht uns attraktiv als Ort des Lebens und auch als Gewerbestandort. Der Konflikt, der zwischen Wohnen und Arbeiten entsteht, muss gelöst werden: Wir haben unsere Einpendlerzahlen in fünf Jahren verdoppelt, das heißt, wir haben 1000 Arbeitsplätze im Boldecker Land neu geschaffen. Das belastet aber die Straßen, die Umwelt und auch die Finanzen, weil unsere Einwohnerzahlen nicht steigen. Deshalb gilt es, bezahlbaren Wohnraum anzubieten, damit die Menschen dort wohnen können, wo sie arbeiten – statt Pendler zu werden. Und die staatlichen Abgaben werden auf mehr Schultern verteilt. Anja Meier: Die geografische Lage: Wir haben einen Weltkonzern vor der Haustür! Trotz der ländlichen Prägung, in der wir im Boldecker Land leben, sind wir in der Lage, Großstädte in kurzer Zeit zu erreichen. Wir haben hervorragende Beschäftigungszahlen, gute Steuereinnahmen und keine sozialen Brennpunkte. Perfekt! Eine wichtige Aufgabe wird es sein, einen großen Teil des Bestandswohnraumes so zu gestalten, dass dieser für altersgerechtes Wohnen geeignet ist. Der öffentliche Nahverkehr sollte verbessert werden, hier brauchen wir Haltestellen in der Nähe von Ärzten, den Nahversorgungszentren, aber auch vor der Samtgemeinde-Verwaltung. Henning Schulze : Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss gefördert werden, um der demografischen Entwicklung entgegen zu wirken.
     
Die Grundschule Osloß und die Oberschule Weyhausen leiden unter (zu) niedrigen Schülerzahlen. Was wollen und können Sie tun, um die beiden Standorte zu stärken?
Mario Lamcke: Die Geburtenzahlen gehen zurück. Die Mühlenbergschule in Osloß leidet darunter ganz besonders. Aber als Staat kann man Geburten nicht verordnen und Familien mit Grundschulkindern auch nicht hierher zwingen. Um den Standort zu stärken haben wir dort die Ganztagsschule eingerichtet – und hatten keinen nennenswerten Erfolg. Trotzdem: Wir werden diese Schule nicht aus finanziellen Gründen schließen, sondern für sie kämpfen.
In Weyhausen hat unsere Oberschule das richtige Konzept – sowohl die Lehrerausstattung als auch die Klassenfrequenzen sind komfortabler als in der Haupt- und Realschule. Aber der Zulauf zur Gesamtschule ist ungebrochen. Wenn die dritte IGS, die zur Zeit in Planung ist, genauso stark frequentiert wird wie die beiden bestehenden, dann ist das eine Abstimmung mit den Füßen. Darauf müssen wir eingehen.
Anja Meier: Ich denke, das Angebot muss noch attraktiver werden. Die Oberschule Weyhausen wird anscheinend von Schülern und Eltern nicht als attraktiv empfunden, es ist sehr traurig wenn nur zehn von 100 Schulabgängern aus unseren Grundschulen in Weyhausen beschult werden möchten und die anderen Schüler andere Einrichtungen und Schulformen wählen. Damit können wir nicht zufrieden sein. Hier muss dringend gehandelt werden. Henning Schulze : Die Grundschule Osloß ist eine sehr kleine Schule, die ein ganz tolles Angebot bietet. Leider ist es nicht einfach, alle Eltern aus Osloß zu überzeugen, das eigene Kind auch wirklich in Osloß zur Grundschule anzumelden. Wir werden versuchen müssen, eine Vereinigung mit einer weiteren Gebietseinheit wie der Sassenburg zu erreichen, um den Erhalt des Schulstandortes zu sichern.
Die Oberschule Weyhausen ist sehr stark abhängig von dem im Juni im Kreistag zu fällenden Beschluss zur dritten IGS im Landkreis Gifhorn. Sollte der dritte Standort nicht die Stadt Wittingen sein, wird es sehr schwer werden, den Schulstandort künftig mit ausreichend Schülern zu versorgen. Ich kann hier nur an alle Kreistagsabgeordneten appelieren, nicht den Schulstandort Wesendorf für die dritte IGS zu wählen, denn dann würden drei Integrierte Gesamtschulen in einem Umkreis von nicht einmal zehn Kilometern Luftlinie stehen und somit den Schulstandort Weyhausen gefährden. Wir sind politisch gewillt, alles erdenklich mögliche zu tun, den Schulstandort Weyhausen so attraktiv wie möglich zu gestalten. Jedoch sind wir sehr stark vom Elternwillen abhängig, welche Schule in Zukunft genutzt wird.
     
Viele Menschen aus dem Boldecker Land orientieren sich in Richtung Wolfsburg. Auch auf kommunaler Ebene gibt es schon Kooperationen. Ist es da nicht sinnvoll, sich gleich komplett der VW-Stadt anzuschließen und den Kreis Gifhorn zu verlassen?
Mario Lamcke: Für die Verwaltung mag es attraktiv sein, sich Wolfsburg anzuschließen – personalstarke Behörden können manches leichter erreichen. Aber ob die Menschen im Boldecker Land ihre Interessen durch Wolfsburg verwaltet sehen wollen, da habe ich meine Zweifel. Eine Fusion macht nur dann Sinn, wenn sie erstens Vorteile bringt und zweitens durch die Bürger gewollt ist. Ich sehe beides nicht. Unsere Samtgemeinde ist sachlich und finanziell gesund, warum also unsere Unabhängigkeit aufgeben? Anja Meier: Solche Gebietsänderungen können politisch nur in Betracht gezogen werden, wenn das dem Willen aller Beteiligten entspricht. Zurzeit sehe ich diesen Willen jedoch in keiner unserer Mitgliedsgemeinden. Ich denke wir Bürgermeister/innen sind froh, dass wir unsere Kommunen autark führen können. Die Zusammenarbeit der Samtgemeinde mit den Mitgliedsgemeinden läuft sehr vertrauensvoll ab. Henning Schulze : Das ist nicht so einfach wie es sich anhört! Die Gebietsreform aus dem Jahr 1974 ist weiterhin bindend und der Landkreis Gifhorn wird uns als guten Kreisumlagezahler nicht so einfach frei geben wollen. Weiterhin muss man sagen dass wir hier eine starke Samtgemeinde sind, in der wir weiter versuchen werden alles erdenklich Mögliche dem Bürger zu bieten. Die finanzielle Situation unserer Mitgliedsgemeinden bietet uns hier momentan genügend Spielraum, ohne Neuverschuldungen den Wünschen der Bürger nachzukommen.
Bestehende Kooperationen sind aus Synergiegedanken entstanden und sollten gepflegt und ausgebaut werden.
Die Verkehrsbelastung auf den Bundesstraßen 188 und 248 ist enorm. Wie können die Straßen vom Durchgangsverkehr befreit werden und was kann die Samtgemeinde dafür tun?
Mario Lamcke: Es fehlen Ortsumgehungen. Die Samtgemeinde kann hier nur vermitteln, die Entscheidungen liegen bei den Mitgliedsgemeinden. Da können wir planerische Hilfe anbieten. Insbesondere bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze müssen wir uns unbedingt gleich um die Frage kümmern, wie die Menschen zur Arbeitsstelle kommen. Aber machen wir uns nichts vor: Niemand kann einfach mit dem Zauberstab winken und der Verkehr ist fort. Unsere Region lebt mit und von Autos. Anja Meier: Sollten betroffene Mitgliedsgemeinden die Ausweisung von Umgehungsstraßen wünschen, so wird sich die Samtgemeinde den Wünschen jederzeit anschließen und diese unterstützen. Allerdings liegt dies nicht im Zuständigkeitsbereich der Samtgemeindeverwaltung, sondern obliegt den Mitgliedsgemeinden in Zusammenarbeit mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Für die B 188 benötigen wir selbstverständlich eine Umgehungsstraße, hier sind allerdings alle von den betroffenen Gemeinden mit Unterstützung der Samtgemeinde vorgeschlagenen Varianten - auch die südliche - von der Landesbehörde nochmals zu überprüfen. Henning Schulze : Dass die Verkehrsbelastung auf unseren überörtlichen Straßen sehr groß ist, ist denke ich unumstritten. Die Samtgemeinde kann hier nur unterstützend den Mitgliedsgemeinden zur Seite stehen, indem wir Anträge der Mitgliedsgemeinden positiv begleiten. Wie und welche Ortsumgehung wo gebaut wird, liegt nicht in unserer Entscheidungsbefugnis. Wir können hier nur beratend und unterstützend tätig sein.
     
Wie stehen Sie zum umstrittenen Ausbau der A39?
Mario Lamcke: Ich bin nicht begeistert; in meiner Analyse wird die Autobahn für das Boldecker Land mehr Nachteile als Vorteile bringen. Für Jembke und Tappenbeck wird der Durchgangsverkehr reduziert, allerdings nicht so nachhaltig wie durch eine Ortsumgehungsstraße. Dagegen stehen vor allem der Verlust an Natur und Landschaft, die Lärmbelästigung und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Darum müssen wir die Planungen kritisch begleiten und darauf bestehen, die Nachteile auszugleichen. Das gilt natürlich insbesondere für den Wegfall der Sportanlage in Tappenbeck. Anja Meier: Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die zu diesem Thema getroffenen Ratsbeschlüsse akzeptieren muss. Ich denke aber, dass die Stellungnahmen aus der Vergangenheit nicht den heutigen Kenntnis- bzw. Planungsstand widerspiegeln. Die Trassenführung sollte östlicher verlaufen. Die Tank und Ratsanlage war kein Thema. Da von diesem Planungsstand abgewichen wurde, gehört heute einiges auf den Prüfstand. Wir sind uns einig, dass es für die Mitgliedsgemeinden, hier speziell Jembke und Tappenbeck, eine Entlastung des Durchgangsverkehres geben muss. Wie diese jedoch genau aussieht, vermag ich erst zu beurteilen, wenn ich persönliche Gespräche mit den entscheidenden Mitarbeitern der verantwortlichen Behörden geführt habe.
Falls die A39 jedoch gebaut wird, muss alles für einen bestmöglichen Schutz der betroffenen Anwohner getan werden. Hier denke ich an Lärmschutz und angemessene Entschädigungen. Die vorgesehene Tankund Rastanlage zwischen Jembke und Tappenbeck sollte aber mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln an diesem Standort verhindert werden. Ein alternativer Standort muss gesucht und gefunden werden.
Henning Schulze : Sicher ist die A39 ist ein umstrittenes Thema. Sollte es zum Bau dieser Autobahn kommen, ist es wichtig, dass wir alles Mögliche tun, um die Einschränkungen und Veränderungen für den Bürger so gering wie möglich zu halten, um dabei auch das Negative in Positives durch Ausgleichs- und Ersatz-Maßnahmen wandeln zu können.
     
Rund 2000 Einpendler fahren täglich zum Arbeiten ins Boldecker Land, eine Wohnung zu finden ist für sie aber fast unmöglich. Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Markt für Mietwohnungen zu beleben?
Mario Lamcke: Ich werbe für eine eigene Wohnungsbaupolitik der Samtgemeinde. Eine Zählung des Landes hat 3.100 Wohnhäuser ergeben. Davon 96 Prozent Ein- oder Zweifamilienhäuser. Eigenheime haben wir also genug, uns fehlt Wohnraum für Arbeitnehmer. Und übrigens auch für selbstständiges Wohnen im Alter. Darum sollten wir – mit den Mitgliedsgemeinden zusammen – selbst aktiv werden. Wohnungsbaugenossenschaften zu gründen, ist kein Privileg der Städte, das können wir auch selbst. Und nur dann, wenn wir es selbst tun, haben wir auch Einfluss darauf, was gebaut wird – denn niemand will Hochhäuser im Boldecker Land. Aber wir brauchen dringend Reihenhäuser, Vierfamilienhäuser und altersgerechte Wohnungen und Apartments. Das können wir schaffen, wenn wir es nur gemeinsam wollen. Anja Meier: Die Planungshoheit liegt im Aufgabenbereich der Mitgliedsgemeinden. In einigen Mitgliedsgemeinden werden derzeit neue Wohngebiete ausgewiesen. Pendler haben durchaus die Möglichkeit, ins Boldecker Land zu ziehen, wenn nicht in Mietwohnungen, dann in Eigenheime. Henning Schulze : Es muss ein Ziel der nächsten Jahre sein, im Verbund mit den Mitgliedsgemeinden Mietwohnungsbau mit Investoren voran zu bringen.
     
Rats- und Ausschusssitzungen auf Samtgemeindeebene werden von der Bevölkerung kaum besucht. Ist die Politikverdrossenheit im Boldecker Land so groß? Wie sieht für Sie eine bürgernahe Politik aus?
Mario Lamcke: Warum besuchen überhaupt Menschen unsere Ratssitzungen? Doch nicht, weil sie an der „Vereinbarung über die Weitergabe von Daten an den Landkreis Gifhorn“ interessiert  sind. Sondern dann, wenn sie irgendwelche Sorgen haben. Dafür veranstalten wir zu jeder Ratssitzung vorher eine Bürgerfragestunde. Und das wir unter diesem Aspekt trotzdem wenig Publikum haben, das halte ich nicht für schrecklich. Ich will auch gar nicht versuchen, Menschen zu Ratssitzungen zu bewegen. Stattdessen müssen wir die Themen, die für das Leben im Boldecker Land interessant sind, nach außen tragen. Eine einzige, gut besuchte Bürgerversammlung in einer Gemeinde mit inhaltlicher Diskussion über ein Thema ist mir wichtiger als ein großes schweigendes Publikum in Ratssitzungen. Deshalb sollten auch unsere Ausschüsse mehr außerhalb des Rathauses tagen. Wichtige Themen können wir auch separat behandeln. Es ist ja nicht verwerflich, vor kritischen Entscheidungen zu einer Bürgerversammlung zu laden und sich die Meinung der Menschen anzuhören. Anja Meier: Sie haben recht, auf Samtgemeinde-Ebene gibt es weniger Zuhörer als in den Gemeindesitzungen. Dort kann ich mich jedoch über fehlendes Bürgerinteresse nicht beschweren. Unsere Ratssitzungen sind stets gut besucht, ich denke hier bekommt der Bürger die Umsetzung der Ratsbeschlüsse und den Einfluss, den wir in der Kommune geltend machen können, direkt mit und verfolgt dieses auch mit großem Interesse. Für die Gemeinde Bokensdorf führe ich nun einen E-Mail Verteiler ein, über den die Bokensdorfer Einwohner Einladungen der öffentlichen Rats- und Ausschusssitzungen zugeschickt bekommen. Dies ist ein weiterer Schritt zu Transparenz und Bürgerservice. Henning Schulze : Ich möchte hier nicht von Politikverdrossenheit sprechen. Aus meiner Sicht ist der Bürger bisher sehr mit dem kommunalpolitischen Wirken der Samtgemeinde-Gremien in den Themen der Samtgemeinde-Zuständigkeit zufrieden. Allerdings ist es so, dass viele Bürger die kommunale Selbstverwaltung nicht verstehen. Ich stelle immer wieder fest, dass hier große Defizite im Wissen der Bürger bestehen. Durch Diskussionen mit Eltern in den Einrichtungen der Samtgemeinde ist es aus meiner Sicht am einfachsten, dem Bürger das Wirken der Samtgemeinde näher zu bringen.
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