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Sassenburg Was einen Stüder zum Kilimandscharo zieht
Gifhorn Sassenburg Was einen Stüder zum Kilimandscharo zieht
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00:19 13.01.2019
Extremsportler: Nick Weidemann aus Stüde beim Aufstieg auf den Kilimandscharo. Quelle: privat
Stüde

Drei Gründe hatte der Stüder Nick Weidemann, um den Jahreswechsel auf dem höchsten Berg Afrikas, dem Kilimandscharo (5895 Meter), zu verbringen: Beim Everest Base Camp auf 5650 Metern Höhe war er schon – und hatte dort die Idee, sich einer noch größeren Herausforderung zu stellen, sein Vater Friedhelm Weidemann war auch schon auf dem Kilimandscharo und hat geschwärmt, und der Sohn möchte gerne die Seven Summits erklimmen, die höchsten Berge der sieben Kontinente.

Also geht es gleich nach Weihnachten per Flieger von Frankfurt zum Kilimandscharo Airport. „Am Gepäckband habe ich Glück – mein 95-Liter-Trekkingrucksack ist das letzte Gepäckstück, das entladen wird.

Der Extremsportler Nick Weidemann aus Stüde hat viel vor: Er will die Seven Summits, alle höchsten Gipfel der sieben Kontinente, ersteigen. An Neujahr war er auf dem Kilimandscharo.

Wäre das schief gegangen, hätte ich alle Kleidungsstücke beim lokalen Rentalshop leihen müssen.“ Mit gültigem Reisepass und 50 US-Dollar für das Visum reist der 23-jährige Nick Weidemann nach Tansania ein.

Aufstieg bei Minus 20 Grad

Dort wartet der Fahrer der lokalen Agentur schon. „Mir war es – wie auch damals am Everest Base-Camp – wichtig, dass ich lokal buche, da auf diesem Weg das Geld vollständig der lokalen Wirtschaft und Bevölkerung zugute kommt.“ Nach einer Nacht in der Lindrin Lodge lernt Weidemann seine Mitstreiter kennen: die zwei Australier Armin und Tahvi, die Schottin Kristy und den Litauer Arman. Darüber hinaus sind ein Guide, zwei Assistant Guides, ein Koch, ein Kellner und 14 Träger im Team.

Das Equipment wird komplettiert – „ich leihe noch eine dickere Skihose für den Gipfeltag, da beim Aufstieg für diese Jahreszeit relativ extreme minus 20 Grad waren“ –, dann geht es im Minibus zum Machame Gate, Ausgangspunkt einer der anspruchsvollsten Routen auf den Gipfel, da der Aufstieg vergleichsweise steil ist. Trotzdem ist sie eine der erfolgreichsten Routen, wie Weidemann berichtet: „Zirka 80 Prozent Chance, den Gipfel zu erreichen.“ Sechs Tage hatte er sich Zeit genommen, um noch 2018 den Gipfel zu erreichen.

Da ist auch Korruption im Spiel

Um den Nationalpark betreten zu dürfen, müssen Touristen rund 800 US-Dollar zahlen. „Man sieht auf den ersten Blick, dass dieses Geld weder der Bevölkerung noch dem Erhalt des Parks zugute kommt“. Korruption ist im Spiel.

Am ersten Tag geht es durch Regenwald, Ziel ist ein Camp auf knapp 3000 Metern Höhe. Am nächsten Morgen ist es ziemlich nass – über Nacht hatte es geregnet, der Boden ist aufgeweicht. „Ein unangenehmes Gefühl, am Morgen in klamme Kleidung zu steigen.“ Das nächste Camp liegt auf 3600 Metern, der Weg ist steil, ein paar Passagen müssen durchklettert werden, „nichts Wildes“. Bei minus fünf Grad wechselt die Landschaft, der Regenwald weicht kargem Bewuchs.

Tückische Höhenkrankheit

„Ich habe an diesem Punkt noch keinerlei Probleme mit der Höhe“, berichtet Weidemann. Andere Bergsteiger aus seinem Team beklagen sich allerdings über leichte Kopfschmerzen als erstes Anzeichen der Höhenkrankheit. Appetitlosigkeit und Übelkeit, im schlimmsten Fall Tod durch Hirnschlag sind mögliche Folgen der Höhenkrankheit. Deshalb befragt Guide Erick am Abend im zweiten Camp jeden akribisch: Ist der Appetit normal? Wie viel hat man während des Tages getrunken? Musste man sich übergeben? Puls und Sauerstoffsättigung im Blut werden geprüft.

In der Nacht wird es ziemlich kalt, „aber mein Schafsack, der bis maximal minus 20 Grad ausgelegt ist, hält mich warm“. Die Zelte sind am nächsten Morgen starr gefroren. Das Ziel liegt auf 4600 Metern Höhe. „Der Weg dorthin ist relativ flach, dafür aber auch recht lang.“ Weidemann geht mit den beiden Australiern voraus. „Auf 4600 Metern merke ich zum ersten Mal die Höhe. Mir ist ein wenig schummerig – wahrscheinlich ein Mix aus wenig Schlaf, hoher Anstrengung und der Höhe.“ Nach dem Lunch am Lava Tower geht es wieder bergab, das Camp liegt auf 3900 Metern –ein Prinzip der Tour, tagsüber höher zu steigen als später in der Nacht zu schlafen, um die Akklimatisierung zu erleichtern.

Wie die unüberwindliche Wand doch überwunden wird

„Nach einer kurzen Nacht können wir am nächsten Morgen zum ersten Mal den Gipfel in weiter Ferne bewundern. Ein schneebedeckter, majestätischer Kraterrand. Wir alle bekommen einen ordentlichen Motivationsschub.“ Dieser sei auch notwendig, da die „Breakfast Wall“ zu erklimmen ist - eine 300 Meter hohe Wand, die aus der Distanz für einen Laien unüberwindlich erscheint. Davor stehend „sehen wir aber ausgetrampelte Pfade“. Von dort oben muss das Team in ein Flussbett ab- und anschließend erneut aufsteigen, um das Lunchcamp zu erreichen. Von dort geht es dann noch drei Stunden weiter zum Basislager des Kilimandscharo auf knapp 4700 Meter.

Schritt für Schritt geht es im Schneckentempo voran. „Wir werden immer wieder von den Guides darauf hingewiesen, dass wir Pole Pole – zu Deutsch langsam langsam – machen sollen und unsere Kräfte für die bevorstehende Gipfelerstürmung in der kommenden Nacht sparen sollen.“ Das Abendessen fällt reichhaltig aus, jede Kalorie gibt Kraft für den Aufstieg. Alle stehen unter Strom, weitere 1200 Höhenmeter liegen vor ihnen. Um 1 Uhr in der Nacht geht es los. „Ich habe zwei Paar Socken an, Heizsohlen mit Aktivkohle, zwei Hosen, sechs Lagen am Oberkörper, zwei Paar Handschuhe und zwei Mützen.“

Stolz überwiegt den Schmerz

Nach gut eineinhalb Stunden geht so langsam die Sonne am Horizont auf – „ein unvergessliches Naturschauspiel“. Am Stellar Point, gut 45 Minuten und 150 Höhenmeter vor dem Uhuru Peak, merkt Weidemann, dass starke Kopfschmerzen einsetzen. „Auf Anraten des Guides nehme ich Ibuprofen und will nun möglichst schnell auf den Gipfel.“ Weiter geht es bei minus 16 Grad. „Um 7.50 Uhr erreiche ich als erster den Gipfel, vier Minuten später gefolgt von den Australiern und den Guides. Ein unbeschreibliches Gefühl. Glücksgefühle und Stolz überwiegen nun jeglichen Schmerz.“ Nach ein paar Fotos und zehn Liegestütz tritt die Gruppe den knapp drei Stunden langen Rückweg zum Basecamp an. „Meine Knie schmerzen stark, ich mache alle 20 Minuten eine Pause.“ Armin, einer der Australier, bricht bei einer der Pausen zusammen. Auch die Schottin und der Litauer haben es mit letzter Kraft auf den Gipfel geschafft und stoßen im Basecamp auf 3400 Metern wieder zum Team.

Am nächsten Tag geht es in strammen Schritt drei Stunden zum Ausgangsgate, „von wo aus wir wieder retour mit einem Minibus zu unseren Lodges gebracht wurden“.

Von Christina Rudert

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