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Friedhelm Weidemann läuft durch die grüne Hölle

Stüder bei Rennen durch den Regenwald Brasiliens Friedhelm Weidemann läuft durch die grüne Hölle

Antarktis, Sahara, Death Valley - der Stüder Friedhelm Weidemann sucht und findet immer wieder extreme sportliche Herausforderungen. Jetzt trat er zum Vier-Tage-Rennen über 127 Kilometer durch den Regenwald Brasiliens an. „Es war der Hammer“, erzählt der 57-jährige Extremläufer.

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Zurück im Rennen: Nach eintägiger Pause unter ärztlicher Aufsicht hat Friedhelm Weidemann noch mal richtig aufgedreht.

Stüde. 40 Grad, 99 Prozent Luftfeuchtigkeit: „Man schwitzt unglaublich. So viel Wasser kann man gar nicht nachschütten, wie man verliert“, sagt er. Tag eins übersteht er gut, an Tag zwei kippt er fast aus den Laufschuhen: „Alles fängt an sich zu drehen, ich erkenne keinen Pfad mehr.“ Kaum hat er sich hingesetzt, verliert er das Bewusstsein. Mitten im Dschungel, ganz allein.

Der 57-Jährige schleppt sich irgendwie zurück zum letzten Checkpoint, denkt ans Aufgeben. Ein Tag Pause unter ärztlicher Aufsicht. Er wagt sich zurück ins Rennen, packt die Marathondistanz (42,195 Kilometer) - sogar als erster von drei Läufern! Und geht auf die Schlussetappe des 250-Kilometer-Laufes. Insgesamt schafft er 102 Kilometer.

„Es ist ein knallhartes Rennen“, sagt er. Mit Laufen hat es nicht viel zu tun. Man klettert, stolpert, watet und schliddert vor sich hin. An steilen Hängen, durch dichten Regenwald und tiefe Sümpfe, auf schlammigen Trampelpfaden. „Manchmal brauche ich 20 Minuten für einen Kilometer“, berichtet Weidemann. Besonders tückisch und schmerzhaft: Baumstämme unter Wasser beim Durchqueren von Flüssen.

Was um ihn herum an wilden Tieren kreucht und fleucht, hat Weidemann schnell ausgeblendet. Im extremen feucht-heißen Klima - „Man ist vom ersten Tag an ständig nass“ - mit elf Kilo Gepäck auf dem Rücken und 100 Kilometern vor sich verschwendet er keine Gedanken an Taranteln und Jaguare. Nur die Ameisen sind wirklich fies. Sie sind überall: in der Kleidung, im Rucksack, im Schlafsack. Und dann ist da noch ein gewaltiger Ameisenbär: „Taucht wie aus dem Nichts auf und rennt mich fast um. Er hat sich aber genauso erschreckt wie ich.“

Von 43 Läufern aus 14 Ländern geben zwölf auf, Weidemann schafft zumindest die Marathonwertung. Nach dem einwöchigen Abenteuer steht für ihn fest: „Der Dschungel ist nichts für zarte Haut.“ Trotzdem war es eine „super Erfahrung“.

rn

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